Action Research

Veränderungen im Dialog mit den Mitarbeitern

"Handlungsforschung ist dialogisch, [...]
Handlungsforschung wirkt verändernd [...]
Handlungsforschung reduziert Ängste, ..."

Werner Stangl, Dr., Ass.-Prof. Univ.-Ass. am Institut für Pädagogik und Psychologie der Universität Linz

Bereits vor über 50 Jahren prägte Kurt Lewin, der Vater der Organisationstheorie, den Begriff der Action Research (AR) oder Handlungsforschung. Im Rahmen seiner Force Field Analysis war AR als praxisnaher Forschungsansatz konzipiert, der gleichfalls hohen theoretischen Maßstäben genügen sollte. Zu Beginn des neuen Jahrtausends zeichnet sich im Bereich der Organisationsentwicklung eine Renaissance der AR ab.

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Action Research versteht sich als pragmatischer Problemzugang, dem es um eine unmittelbare Verbesserungen nahe am praktischen Handeln geht. Sein Kennzeichen ist die Kopplung von Forschung und Handlung, d.h. von dem Erkennen bzw. Verstehen einer Problemkonstellation und ihrer Veränderung bzw. Lösung. Die Situation wird dabei als Gesamtheit - soziales Feld - angesehen.

In engem Dialog mit den Mitarbeitern sucht AR nach Veränderungsmöglichkeiten der Unternehmenskultur oder -prozesse. Nach Art eines strukturellen Managementregelkreises werden die Wirkungen der Veränderungsmaßnahmen erfasst und gegebenenfalls als Grundlage für neue Verbesserungen herangezogen. Mehrere Zyklen der Erkenntnisgewinnung und Handlungsverbesserung werden so durchlaufen.

AR ist insofern undogmatisch, als sie die Elemente Partizipation, Kommunikation und Interaktion bei der Ergründung einer Frage oder eines Problems in den Vordergrund stellt. Dieser Ansatz ist daher prädestiniert als Grundlage für Organisationsentwicklung und Wissensmanagement. In beiden Fällen hat sich nämlich eine im voraus festgelegte, starre Vorgehensweise als wenig Erfolg versprechend herausgestellt.

Action Research in den Sozialwissenschaften

Action Research ist ein Ansatz empirischer Forschung, der in Abgrenzung zur traditionellen Empirie - insbesondere der strengen experimentellen Forschung - entwickelt wurde. Vier wesentliche Prämissen kennzeichnen diese Abgrenzung:

  • Partizipation: der Forscher ist kein außenstehender objektiver Beobachter, sondern greift parteilich in den Forschungsprozess ein.

  • Kommunikation: zwischen Forscher und Untersuchtem findet ein Austausch statt. Sozialwissenschaftliche Forschung wird so zu einem gegenseitigen Lernprozess.

  • Interaktion: Sozialwissenschaftliche Forschung weist einen engen Praxisbezug auf, wobei gemeinsam Forscher und Untersuchter gesellschaftliche und soziale Probleme lösen.

  • Reflexion: die dialogische Struktur sozialwissenschaftlicher Forschung sorgt für eine wiederholte kritische Überprüfung und gegebenenfalls Revision der Ergebnisse.

Diese Prämissen fordern eine grundlegende Neubestimmung des sozial- und humanwissenschaftlichen Gegenstandes und damit auch eine von diesem jeweiligen Gegenstand abhängige Konzeption der Methode. Zentral für die bisherigen Umsetzungen dieses neuen Forschungskonzeptes ist der emanzipatorische Charakter des Forschungsprozesses.

Action Research und Organisationsentwicklung

Im Zentrum des Wettbewerbs um die Zukunft steht der Weg eines Unternehmens vom Jetzt-Zustand zu der gewünschten zukünftigen Organisation. Die Organisationsentwicklung (OE) beschreitet diesen Weg mittels einer Änderung des Problemlösungsverhalten von Menschen in Organisationen. Ziel ist die Steigerung der Anpassungsfähigkeit an die vorhandenen und künftigen Umweltbedingungen in Form neuer Technologien, Märkte, Bedürfnisse etc.

Action Research kommt den Anforderungen der OE durch den methodischen Fokus auf die Human Resources entgegen. Die vier Prämissen unterstützen die OE in den einzelnen Schritten der Strategieverwirklichung:

  • Der Wandlungsprozess hat bei den Mitarbeitern anzusetzen und ihre individuellen Fähigkeiten zu berücksichtigen (Partizipation).

  • Das Entwicklungsziel kann sich nicht allein aus theoretischen Vorüberlegungen ergeben, sondern ist geprägt durch den Dialog mit den Mitarbeitern (Kommunikation).

  • Wandlungsprozesse sind am ehesten erfolgreich, wenn sie als gemeinsame Aufgabe begriffen und angegangen werden (Interaktion).

  • Ob die von den vielen möglichen Zukunftsversionen realisierte Form auch die gewünschte ist, läßt sich nur durch eine wiederholte Diskussion der Ergebnisse ermitteln (Reflexion).

  • Es liegt auf der Hand, dass die einzelnen Phasen mehr als nur Stationen auf einem unidirektionalen Weg sind. Die ernstgemeinte Implementierung des AR-Ansatzes führt vielmehr zu einer neuen, offener Unternehmenskultur.

Action Research und Wissensmanagement

Wissensmanagement unterstützen

Die Nutzung des vierten Produktionsfaktors beginnt schon vor dem Data Warehouse und setzt bei den Mitarbeitern an. Der Action Research-Ansatz unterstützt das Wissensmanagement bei den einzelnen operativen Aufgaben und ist sogar in der Lage, die Problemquelle Wissensbewertung zu entschärfen.

Wissensidentifikation, -erwerb und -entwicklung

Bei allen Belangen der internen Wissensressourcen spielt die partnerschaftliche Einbeziehung der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Die methodischen Aspekte Partizipation, Kommunikation und Interaktion der AR bieten in diesem Bereich den geeignetsten Hintergrund.

Wissensbewertung und Wissensziele

Der teamorientierte Ansatz der AR erlaubt eine mehrdimensionale Bewertung des gesammelten Wissens, die unterschiedliche Perspektiven der Teamer berücksichtigt. In der reflexiven Struktur der AR ist zudem die Rückkopplung der Bewertung zu den Wissenszielen vorgezeichnet.

Links und Literatur

  • Aus: Einführungskapitel des "Handbook of Action Research"(s.u.):.
    http://www.bath.ac.uk/~mnspwr/Papers/HandbookIntroduction.htm
  • 50 Definitionen des Begriffs Organisationsentwicklung, zusammengestellt von der gleichnamigen Zeitschrift:
    http://www.zoe.ch/sites/OE.DefinitionenKT.PDF
  • Aus: COGHLAN, David/ BRANNICK, Teresa (2001): Doing Action Research in your own Organization. London 2001.
  • Aus: PROBST, Gilbert/ RAUB, Steffen/ ROMHARDT, Kai (1998): Durch Action Research zum Wissensmanagement-Konzept. In: PROBST/RAUB/ROMHARDT (1998): Wissen managen. Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. 2. Auflage. 1998, S.47–59.
  • Aus: REASON, Peter/ Bradbury, Hilary (Hrsg.) (2001): Handbook of Action Research. Participative Inquiry and Practice. London 2001.

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