AKV (Aufgabe, Kompetenz, Verantwortung)

Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen aufeinander abgestimmt zuordnen

"Ich mag handgreifliche Verantwortung."
Lee Iacocca, amerik. Topmanager, 1979-92 Vorstandsvorsitzender der Chrysler Corp.

Was hinter AKV steckt

Letztendlich entscheidet die Zuordnung von Kompetenz und Verantwortung über die Chance, eine Aufgabe zu realisieren.
"AKV" - Aufgabe, Kompetenz, Verantwortung - ist eine Regel für die Zuordnung/Delegation von Aufgaben. Denn jeder kennt die Situation, dass in der Sitzung Aufgaben verteilt werden und alle zustimmen. Aber kaum am Schreibtisch angekommen, fällt auf, dass nicht geklärt wurde, welche Ressourcen dafür zu Verfügung stehen oder an wen die Erfüllung der Aufgabe gemeldet werden soll.
AKV fordert, dass mit der Aufgabe die zu ihrer Erfüllung notwendigen Kompetenzen (Befugnisse) und in gleichem Maße die Verantwortung für die Erfüllung zugeordnet werden.
Um eine effiziente Erfüllung der Aufgabe zu ermöglichen, werden gemäß dem AKV-Prinzip mit der Aufgabe zugleich die für ihre Realisierung erforderlichen

  • Kompetenzen (Befugnisse) und die mit ihr verbundenen
  • Verantwortungen zugeteilt.

Dieses Vorgehen wird auch als "Kongruenzprinzip" bezeichnet. Bei der Stellenbildung zum Beispiel bedeutet dies, dass Aufgabe, Handlungskompetenz und Handlungsverantwortung übereinstimmen sollten.
Sobald der Aufgabenträger alle zur Erfüllung der Aufgabe notwenigen Kompetenzen wie

  • Informationskompetenz: Informationen zu beschaffen
  • Mitsprachekompetenz
  • Entscheidungskompetenz: Entscheidungen zu treffen
  • Weisungskompetenz: Anordnungen zu erteilen
  • Ausführungskompetenz: Sachmittel einzusetzen
  • Kontrollkompetenz

inne hat, trägt er auch persönlich die Verantwortung für die zielentsprechende Erfüllung der Aufgabe.
Man sollte allerdings unterscheiden: Die Führungskraft trägt die Führungsverantwortung, der Mitarbeiter die Ausführungsverantwortung.

Neues Steuerungsmodell und AKV

Aktuell im Zusammenhang mit dem Kongruenzprinzip ist nach dem "Neuen Steuerungsmodell - NSM" die Forderung, auch die Ressourcenverantwortung zu übertragen.
Bei diesem Modell handelt es sich um ein Steuerungsinstrument im öffentlichen Bereich zur Steigerung von Effektivität/Effizienz, Wirtschaftlichkeit sowie zu mehr Bürgerorientierung. Dies soll vor allem durch Dezentralisierung, Kosten-/Leistungsrechnung sowie durch die Führung der Verwaltungsbereiche als Konzerne erreicht werden.
International schon ein verwendetes Modell, wurde es in Deutschland vor allem für die Kommunalverwaltung entwickelt und mittlerweile aber von anderen ebenso akzeptiert.

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Abgrenzung zur Delegation und Stelle

Delegation im organisatorischen Sinne, meint die Übertragung von Entscheidungsbefugnissen in Zusammenhang mit Sachentscheidungen und Zeichnungsbefugnis. Die Aufgabe wird von der Führungskraft an den Mitarbeiter abgegeben. Jedoch verbleibt die Sorgfaltspflicht bei der Führungskraft, also

  • die Auswahl, an wen delegiert wird,
  • die Erteilung des Auftrages und Information sowie
  • die Kontrolle.

Ebenso darf Delegation nicht mit kooperativer Führung in Zusammenhang gebracht werden, denn hier werden die Mitarbeiter bei Führungsentscheidungen integriert.
Eine Stelle ist die kleinste Einheit im Unternehmen, auf die bestimmte Aufgaben zugeordnet werden. Dabei können durchaus komplexe Aufgabenstellungen in übersichtliche Teilaufgaben zerlegt werden, um sie auf eine Stelle und damit Personen oder organisatorischen Einheiten zu übertragen.
Oft werden der Begriff Stelle und Arbeitsplatz in einen Topf geworfen. Jedoch versteht man in der Organisation den Begriff des Arbeitsplatz "nur" als den Ort, an dem die Aufgabe erfüllt wird und nicht den Aufgabenbereich.
Betrachtet man die vier Komponenten einer Stelle

  • Information
  • Person
  • Sachmittel
  • Aufgabe

gelangt man wieder auf das Thema der Zuordnung von Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung.

Links und Literatur

Online-Verwaltungslexikon: "Kongruenzprinzip"
http://www.olev.de/

Crusius, Reinhard: Leitlinien für die Zuordnung, Wahrnehmung und Delegation von Verantwortung im Hochschulbereich für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz
http://www.his.de/Abt3/Umweltschutz/Infoseite/Materialien/crusius8.pdf

Aus: GABLER: Wirtschafts-Lexikon. Wiesbaden 1988
Aus: KESSLER, H.; WINKELHOFER, G. (1999): Projektmanagement - Leitfaden zur Steuerung und Führung von Projekten, 2. Auflage, Berlin und Heidelberg 1999

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