Application Service Provider

Make or Browse

"Ein unternehmerisch orientierter CIO wird in fünf Jahren weder Hard- noch Software kaufen, er wird sie mieten"
Scott McNealy, Chairman und CEO von Sun Microsystems

Ein Application Service Provider (ASP) vermietet Software an seine Kunden. Im Unterschied zum klassischen Outsourcer werden die Applikationen über das Internet bereitgestellt. Während in den USA sich ASP bereits einen festen Platz erobern konnte (80% der Unternehmen nehmen nach Mummert & Partner ASP in Anspruch), sind viele Unternehmen in Europa noch skeptisch.

Studien jedoch prophezeien eine blühende Zukunft. Die Schätzungen sind uneinheitlich, aber machen eines deutlich: das riesige Potenzial, das im ASP-Markt steckt. Marktanalysten erwarten bereits für 2004 einen europäischen ASP-Gesamtumsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar. Frost and Sullivan gehen gar von einer Steigerung der Umsätze von 275,1 Millionen Dollar im Jahre 1999 bis auf 13,75 Milliarden US-Dollar im Jahre 2005 aus.

Bisher schreckt der Nachteil von ASP, die Abhängigkeit vom Dienstleister, noch die meisten Unternehmen. Keiner der noch jungen APS-Anbieter konnte bisher Stabilität und Zuverlässigkeit seiner Leistungen über einen längeren Zeitraum hinweg unter Beweis stellen.

Zumal die Ansprüche der Unternehmen sehr hoch sind. 36% der befragten Unternehmen im Rahmen einer Studie des Marktforschungsinstituts Zona Research verlangen von ihren ASP eine Zuverlässigkeit von 99,9%. Das entspricht einer Ausfallzeit von höchstens 56 Minuten pro Jahr.

Erwartet wird der Durchbruch von ASP für Ende 2001 (Mummert & Partner). Denn ASP bietet viele Vorteile: Für den Kunden entfallen Kosten zur Anschaffung der IT-Infrastruktur und Wartung der Systeme. Im Idealfall wird eine eigene EDV-Abteilung überflüssig. Höhere Flexibilität und eine Konzentration auf das Kerngeschäft werden auf diese Weise möglich.

ASP versus Outsourcing

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Wie beim klassischen Outsourcing versteckt sich auch hinter dem Begriff ASP ein komplexes Dienstleistungs-Konzept. Die spezifischen Eigenschaften eines ASP lassen sich anhand eines Vergleichs mit dem klassischen Outsourcing besonders gut darstellen.

  • Der ASP stellt die Software über das Internet bereit
  • Die Software wird nicht mehr auf den lokalen Rechnern des Unternehmens installiert, wie es beim Outsourcing der Fall ist. Damit entfallen unternehmensinterne Updates und Wartungen. Statt dessen verbleiben die Applikationen im Rechenzentrum des ASP, der für eine ständige Aktualisierung sorgt. Ein Zugriff vom Unternehmen aus ist über einfache Internet-Browser möglich.

  • Ein ASP bietet standardisierte Software-Lösungen
  • Liegt der Schwerpunkt des klassischen Outsourcing auf maßgeschneiderten Anwendungen für jeden individuellen Kunden, so bietet der ASP eine Standard-Lösung an. Entsprechend macht bei einem ASP das Kundenvolumen den wichtigsten Umsatzfaktor aus, während es beim Outsourcer die Kundenspezifität ist. Es ist jedoch zu erwarten, daß sie die ASPs in Bezug auf Branchen spezialisieren.

  • Das Kundenprofil entspricht beim ASP kleineren und mittleren Unternehmen oder sogar Einzelpersonen, die sich nicht langfristig binden wollen
  • Die niedrigen Hardwarevoraussetzungen machen die Leistungen eines ASP für kleinere und mittlere Betriebe attraktiv, besonders dann, wenn keine maßgeschneiderten Anwendungen benötigt werden. Das Abonnement der Software ist meist kurzfristig ausgelegt (12-24 Monate). Im Unterschied dazu betreut der Outsourcer in der Regel größere Unternehmen, die sich langfristig an ihn binden.

Trotz dieser Unterschiede haben Outsourcer dennoch große Chancen auf dem sich entwickelten ASP-Markt. Sie verfügen in der Regel über entsprechende Hardware-Ressourcen und das Knowhow in Bezug auf die Software und die zu erbringenden Dienstleistungen. Vor allem aus der Kurzfristigkeit der Bindung ergeben sich aber für den Outsourcer Veränderungen, die ein strategisches Umdenken unabdingbar machen.

Vielversprechend sind auch neue Allianzen zwischen Software-Herstellern und Netzwerk-Profis wie den Internet Service Providern (ISP). In dieser Kombination trifft sich das unerlässliche Internetwissen mit einer fundierten Kenntnis der Sofware-Lösungen.

Welche Anwendungen lassen sich über ASP nutzen?

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Nicht für alle Anwendungen ist ein ASP sinnvoll. Daher gilt es zuerst zu prüfen, welche Applikationen über den Dienstleister bezogen werden sollen. Grundsätzlich ist hierbei der Trade-off zwischen Kosten für den Zugriff und Kosten für eine unternehmensinterne Bereitstellung zu berücksichtigen.

Wenig sinnvoll sind Anwendungen zur Büroautomation über ASP. Insbesondere die hohen anfallenden DFÜ-Kosten und die noch nicht ausreichenden Übertragungsbandbreiten lassen eine ASP-Lösung im Bereich Office-Software wenig sinnvoll erscheinen.

Vor allem in diesen Bereichen bieten die Dienste eines ASP Vorteile

  • Workgroup-Applikationen
    Da Arbeitsgruppen ohnehin schon für die Zusammenarbeit Netzwerke nutzen, lassen sich die nötigen Groupware-Lösungen und E-Mails bequem über einen ASP einkaufen.
  • Analytische Anwendungen
    Egal ob es sich um Customer-Relationship-Management-Applikationen (CRM), Tools für die Auswertung von Geschäftszahlen oder etwa Decision Support Systeme handelt analytische Applikationen können ideal von einem ASP bezogen werden.
  • Business-Applikationen
    In diesem Bereich ist die Nutzung der typischen betriebswirtschaftlichen Anwendungen genauso wie Branchenlösungen für verschiedene Industriezweige vorstellbar.

Vor- und Nachteile für den Kunden

Der Hauptvorteil eines ASP liegt in der Kostenersparnis. Vor allem in Bezug auf die IT-Infrastruktur sowie Service und Wartung der Software ist eine Kostenreduktion bis zur Abschaffung einer eigenen EDV-Abteilung möglich.

Ein weiterer Pluspunkt ist die einfache Verfügbarkeit: Da die erforderlichen Updates vom ASP vorgenommen werden, können die jeweils neuesten Software-Versionen quasi per Kopfdruck im Unternehmen zum Einsatz gebracht werden. Langwieriges Erstellen von Plänen und Roll-Out-Strategien gehören der Vergangenheit an.

Die einfache Kostenkontrolle muß als weiterer Vorteil eines ASP gelten. Je nach Geschäftsmodell bezahlt der Kunde z.B eine Grundgebühr und eine Miete, die sich nach der Zahl der Anwender richten kann. Diese Kosten bleiben im Monatsvergleich annähernd konstant. Auf diese Weise können finanzielle Risiken minimiert werden.

Nachteile bei der Nutzung eines ASP-Dienstes ergeben sich z.B. hinsichtlich der Übertragungszeiten im Internet. Bei hohem Verkehr im Netz kann es zu einer Verlangsamung der Antwortzeiten kommen. Auch die Datensicherheit ist ein Punkt, der beim Wechsel zu einem ASP wohl überdacht werden muß. Die Wahlmöglichkeiten werden schließlich auch durch den Umstand eingeschränkt, daß noch nicht bei allen Anwendungen ein Zugriff via Browser möglich ist.

Was einen Durchbruch von ASP bisher verhindert

Dem raschen Marktwachstum und der schnellen Erzielung hoher Umsätze stehen nach Einschätzung von Berlecon Research derzeit jedoch vor allem drei Hindernisse im Weg:

  • Viele am Markt angebotenen ASP-Lösungen befinden sich derzeit noch in der Pilotphase. Die technische Realisierung professioneller ASP-Lösungen kostet Zeit.

  • Viele ASP-Dienstleistungsangebote sind noch nicht wirklich ausgereift. Am Markt haben sich noch keine Standards dafür etabliert, welche Leistungen in das Service-Paket eines ASP-Anbieters gehören müssen und wie diese sich von anderen IT-Dienstleistungen abgrenzen. Das erschwert die Transparenz für potentielle Kunden.

  • Das ASP-Modell erfordert ein besonders hohes Maß an Vertrauen vom Kunden. Die Gewinnung des Kundenvertrauens nimmt Zeit in Anspruch und wird derzeit noch durch unausgereifte Angebote am Markt erschwert.

Links und Literatur

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