Arbeitsschutzmanagement

Arbeitsschutzmanagementsystem

"Arbeitsschutz in der Bundesrepublik Deutschland - das sind alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Leben und Gesundheit der arbeitenden Menschen zu schützen, ihre Arbeitskraft zu erhalten und die Arbeit menschengerecht zu gestalten."
Autor unbekannt,
gefunden bei "Deutsche Arbeitschutzausstellung"

871.145 Arbeitsunfälle im letzten Jahr. 10,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle sowie Ausfälle durch Berufskrankheiten und den damit zusammenhängenden Todesfällen nahm ab. Dies ist auch Ausdruck der hohen Qualität und des erreichten Standards des Arbeitsschutzes in Deutschland.
Instrumentarien, die Organisations- und Verhaltensmängel einbeziehen setzen hier. Systematisch entwickelte und bewertbare Managementsysteme, die den Arbeitsschutz weiter fördern sollen, unterstützen dies zusätzlich.

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Das Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) ist als ein Subsystem Teil eines unternehmensübergreifenden Managementsystems, das Organisation, Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten, Verhaltensweisen, förmliche Verfahren, Abläufe und Mittel für die Festlegungen und Durchführungen des Arbeitsschutzes einschließt. Interessant auch die Toolbox "Arbeitsschutzmanagementsysteme". Die Integration von Sicherheit und Gesundheitsschutz in alle Struktur- und Organisationsebenen des Unternehmens ist Teil einer erfolgreichen Strategie, deutliche Beiträge zum Erreichen der Unternehmensziele zu leisten.

Ein so verstandenes AMS bietet dem Unternehmen Methoden, Verfahren, Prozesse und Ressourcen zur Entwicklung, Bewertung, Umsetzung und Aufrechterhaltung der selbstbestimmten Arbeitsschutzpolitik an. Die Betriebsgröße bestimmt, ob hierfür eigene Organisationseinheiten mit entsprechend qualifiziertem Personal eingesetzt werden oder, wie in Klein- und Mittelbetrieben, dies in Personalunion vom Betriebsinhaber oder durch einzelne Führungskräfte geleistet wird.

Die DIN EN ISO 14001 wird durch die EU-Verordnung (1836/93/EWG) zur Öko-Auditierung (EMAS) zunehmend an Bedeutung gewinnen. Kommt man zu dem Ergebnis, eine eigene Norm zum Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) für verzichtbar zu halten, so wird man im Sinne analoger Anwendung also als Substitut, eher die ISO 14001 einsetzen. Die ISO 14001 bietet sich geradezu an, den Arbeitsschutz zu integrieren. TQM-Systeme werden neuerdings vermehrt als "integrierte Managementsysteme" (IMS) verstanden.

Arbeitsschutz in Deutschland

"Um erfolgreich zu sein, haben Unternehmen heute in noch stärkerem Maße Veränderungen der Markt- und Wettbewerbsbedingungen zu beachten, ihre Position stets von Neuem zu überdenken und Strukturen innovativ weiterzuentwickeln."
Weiß & Partner GmbH,
Fachberatung für Integrierte Managementsysteme

Deutschland verfügt über ein fundiertes System der Arbeitssicherheit, das aus drei bestimmenden Elementen besteht. Zwei dieser Elemente sind durch das Duale System beschrieben.
Das erste drückt sich legislativ durch Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Richtlinien aus. Das zweite ist exekutiv in Form hoheitlicher Funktionen der Länderaufsichten bzw. gewerbespezifisch als Aufsichten der einzelnen Berufsgenossenschaften wirksam.

Das dritte Element ist die betriebliche Arbeitsschutzorganisation, in der die Ansprüche der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes als Managementaufgabe definiert werden.

Die Unternehmer bzw. die Führungskräfte sind mit unternehmerischer Verantwortung die Adressaten der Gesundheitsvorschriften und selbst Vorschriftengeber. Sie verfügen über Arbeitsschutzmanagementsysteme, die ihren spezifischen Erfordernissen entsprechen und genügen.
Das bisher staatlich bestimmte eher experten- und überwachungsorientierte Arbeitsschutzsystem bedarf der Anpassung an den stattfindenden Wandel. Seine Einbindung in die geläufigen Managementsysteme kann die Grundlage schaffen, dass Unternehmer auch auf diesem Gebiet

  • Handlungsspielräume erkennen und nutzen,
  • Eigenverantwortung stärker wahrnehmen,
  • Eigeninitiative bewusster entwickeln,

um in noch stärkerem Maße Veränderungen der Markt- und Wettbewerbsbedingungen zu beachten, ihre Position stets von Neuem zu überdenken und Strukturen innovativ weiterzuentwickeln.
Aufgrund der dynamischen Weiterentwicklung der Arbeitswelt ist auch eine Veränderung hinsichtlich der Bedingungen und Beanspruchungen der Mitarbeiter notwendig. Mit der Einführung des "Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen " werden Fördergelder von der Bundesregierung bereitgestellt. Das Programm erfolgte in drei Phasen. Mittlerweile läuft Phase III mit dem Ziel, die durchgeführten Modellprojekte in Unternehmen auszuprobieren und weiterzuentwickeln.
Der Förderschwerpunkt im Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen lautete 2004 "LANGE LEHREN - Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Lehrerberuf erhalten und fördern". Gefördert werden, die neue Wege zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Lehrkräften aufzeigen.

Qualitätsmanagementsysteme

International ist die DIN EN ISO 9001 als Norm zum Qualitätsmanagementsystem anerkannt.
Im Gegensatz zur ISO 9001, die zum Ziel hat, bestehende interne Abläufe zur Qualitätssicherung systematisch festzuschreiben und zu prüfen (Systemaudit), legt die ISO 14001 Forderungen an ein Umweltmanagementsystem fest mit dem Ziel, Umweltbelastungen zu vermeiden und Umweltschutz zu fordern (Compliance-Audit).
Der Begriff "Total Quality Management" (TQM) meint mehr als nur die Produkt- und Prozessqualität. "TQM" ist eine integrierte und integrierende, auch die Sicherheit und den Gesundheitsschutz ebenso wie den Umweltschutz einbeziehende Führungsstrategie.

Qualität und Arbeitsschutz

Die Bedeutung von Qualität ist für die Betriebe unbestritten und nimmt daher grundsätzlich Einfluss auf Führungsentscheidungen, da langfristig der Erfolg eines Unternehmens u. a. auf der überlegenen Qualität seiner Produkte gegenüber dem Wettbewerb gründet.

Marktorientierte Qualitätsansprüche wie z. B. Gebrauchsnutzen, Zuverlässigkeit, Normengerechtigkeit, Ausstattung, Haltbarkeit, Service, Ästhetik, Produktimage haben gleichermaßen den betriebsinternen Aspekten des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes bzw. des Umweltschutzes zu entsprechen, soll "TQM" erfüllt sein.

Ökologische Fragestellungen, wie z.B. Wiederverwertbarkeit, Energieverbrauch, Langlebigkeit sind genauso zu berücksichtigen wie Fragen der Produkthaftung. Dementsprechend muss auch der Anspruch von Sicherheit und Gesundheitsschutz in Produktplanung und Prozessführung integriert werden.

Diese generalisierende Aussage konkretisiert sich in rein technischen Aspekten, wie z. B. Ausschluss bestimmter Gefahrstoffe als Bestandteil des Produktes bzw. als Hilfsmittel im Fertigungsprozess. Basis ist hierfür ein vielschichtiges Regel- und Normenwerk.

Stör- und Wirkfaktoren

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Unternehmen sind zunächst an wirtschaftlichen Faktoren wie Marktposition und Gewinn interessiert. Sowie alle Kosten von dieser Interessenlage bestimmt sind, müssen ebenfalls alle Faktoren, die Marktstellung oder Gewinn schmälern, minimiert werden.

Märkte müssen heute schnell erschlossen und bedient werden. Da Innovationszyklen wettbewerbsbedingt immer kürzer werden, sind Störungen möglichst zu vermeiden. Damit gewinnt der störfreie Betriebsablauf eine existentielle Bedeutung für die Unternehmen.

Es gilt, nur der ungestörte Prozess ist ein wirtschaftlicher Prozess.
Es ist eine unternehmerische Pflicht, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten sicherzustellen und gezielte Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu vollziehen. Dazu bildet der Auftrag zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit den Ausgangspunkt des unternehmerischen Handelns auf diesem Gebiet.

Stör- und Wirkfaktoren erfordern die Integration von Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz in alle Organisationseinheiten, wie Marketing, Forschung und Entwicklung, Einkauf, Materialwirtschaft und Transport, Vertragswesen, Projektmanagement, Produktion, Infrastruktur und Service.

Allein diese Integration gewährleistet, dass Produkte wie Prozesse mit dem gewünschten Maß an Sicherheit (im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz) und der angestrebten Wirtschaftlichkeit gefertigt bzw. betrieben werden können.

Methodenbeispiel im Arbeitsschutz

Eine Grundlage effektiver Arbeit für Sicherheit und Gesundheitsschutz ist die "Gefährdungsanalyse". Gegenstand der Gefährdungsanalysen sind Arbeits- bzw. Tätigkeitsbereiche, bei denen erfahrungsgemäß hohe Gefahrenpotenziale vorliegen können.

Sie löst vorausschauende Maßnahmen aus, die nicht nur zur Vermeidung von möglichen Unfällen bzw. arbeitsbedingten Erkrankungen führen, sondern gibt auch Hinweise zur Änderung von Betriebsabläufen, die helfen, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Voraussetzung für eine aussagefähige Gefährdungsanalyse ist eine programmatische Vorgehensweise, die durch die zuständigen Linienfunktionen unter Einbindung der Mitarbeiter erfolgt. Den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Betriebsärzten fallen hier vor allem koordinierende Aufgaben zu. Durch Bereitstellung von Arbeitsgrundlagen und Handlungsanleitungen, nach denen die Linienfunktionen die Gefährdungsanalysen durchführen, werden Arbeitsprozesse maßgeblich beeinflusst.

Die EU-Richtlinie (89/391/EWG) "Sicherheit und Gesundheitsschutz" und das Arbeitsschutzgesetz bilden die gesetzliche Grundlage.
Den Qualitätsanforderungen an Fachkräfte für Arbeitssicherheit wird dann entsprochen, wenn das inzwischen vorgelegte Ausbildungskonzept für Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit umgesetzt ist.

Ansprüche und Aussichten

Ausdruck einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung ist die Gleichstellung von Sicherheit und Gesundheitsschutz mit z.B. Produktqualität und Termintreue.

Um die bestehenden Zusammenhänge von Unternehmensleistung, Produkt- und Prozessqualität in Verbindung mit Sicherheit und Gesundheitsschutz - aber auch Umweltschutz - zu verdeutlichen, werden im Unternehmen für alle Fachdisziplinen entsprechende Leitsätze sowie Anleitungen zur Qualitätssicherung erstellt, um so die selbstgestellten Ziele zu realisieren:

  • konsequente Beachtung von Sicherheitsstandards,
  • systematische Überprüfung aller Sicherheitsmaßnahmen und regelmäßige Unterweisungen durch die Vorgesetzten,
  • der Einsatz von technischen und persönlichen Schutzausrüstungen und deren Verwendung durch die Mitarbeiter.

Diesem Wandel entspricht das veränderte Verständnis, in dem es alle Aspekte der Sicherheit einschließlich des Gesundheitsschutzes der Mitarbeiter umfasst und damit zu einem Garanten für den störfreien Betriebsablauf wird.

Wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz leistet somit auch einen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten in den Betrieben gefördert und erhalten.

Links und Literatur

Das Thema wurde von Weiß &;Partner GmbH, Fachberatung für Integrierte Managementsysteme in Zusammenarbeit mit 4managers powered by ILTIS GmbH erstellt.

Weitere Informationen

Hohe Kosten, großer Zeitaufwand und letztlich sei ja die Gesundheit der Mitarbeiter doch deren Privatsache. Derartige Argumente fallen leider oft, wenn Betriebe nach ihrem Einsatz für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gefragt werden. Doch ohne Qualität der Arbeit keine Qualitätsarbeit. Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz rechnen sich für alle Beteiligten in Euro und Cent. Dies verdeutlicht die neue Broschüre "Mit Sicherheit mehr Gewinn" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Beschäftigte brauchen Sicherheit: Ihr Leben und Ihre Gesundheit sollen vor Gefahren geschützt sein, die bei der Arbeit oder durch die Arbeit entstehen. Dafür gibt es den Arbeitsschutz. Verantwortlich für den Arbeitsschutz im Betrieb ist Ihr Arbeitgeber. Er muss u.a. Arbeitsstätten, Maschinen, Geräte, Anlagen usw. so einrichten und unterhalten sowie den gesamten Betrieb so organisieren, dass Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. Er muss Maßnahmen durchführen, die Unfälle bei der Arbeit und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren verhüten und zu einer menschengerechten Gestaltung der Arbeit führen. Dazu verpflichten die staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, insbesondere das Arbeitsschutzgesetz, und Unfallverhütungsvorschriften der Unfallversicherungsträger.

Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen: Mit der dynamischen Weiterentwicklung der Arbeitswelt ist auch die Veränderung der Bedingungen, Belastungen und Beanspruchungen der Beschäftigten bei der Arbeit in nahezu allen Beschäftigungsbereichen verbunden. Im Rahmen des "Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen" werden von der Bundesregierung Fördergelder bereitgestellt. Diese werden für Modellvorhaben zur Verminderung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und Erkrankungen eingesetzt.

Hier finden Sie ausgewählte Handlungshilfen für die Praxis. Bitte wählen Sie ein Thema aus der nachfolgenden Übersicht.


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