Bedürfnistheorien

Erklärungsansätze zu Motivation, Handeln und Lernen

Bei der Suchen nach den Grundlagen von Motivation, Handeln und Lernen haben sich drei Richtungen herausgebildet

  • Die Bedürfnistheorien
    Sie befassen sich damit, welche Bedürfnisse als Motive für das Handeln in Frage kommt. Die Theorien von Murray, Maslow, Alderfer und Herzberg zählen dazu. Im Kern bestehen Inhaltstheorien jeweils aus einer Klassifizierung der menschlichen Bedürfnisse.

  • Die Prozesstheorien
    Sie erklären, wie sich eine Person in einer Situation für eine bestimmt Handlung entscheidet. Sie beschäftigen sich mit kognitiven Vorgängen. Dies sind Prozesse, die zwischen dem Motiv und dem aktiven Handeln stehen. Kognitive Vorgänge (Vorgänge, die im Kopf der Akteure ablaufen) beschreiben alles, was mit dem Verstand erfasst wird, sowohl Faktenwissen, als auch kreative Anwendung von Wissen und das Lösen von Problemen

  • Die Lerntheorien
    Sie setzen sich vertiefter mit den Aspekten auseinander, die zu verändertem Verhalten führen kann. Lerntheorien beschreiben diesen Prozess und liefern Ansatzpunkte, wie Manager Lernen initiieren und fördern können.

Bedürfnistheorien suchen Motive

Bedürfnistheorien beschreiben Ansätze, Zusammenhänge und die Dauer von bestimmten Verhaltensweisen im Zusammenhang mit verhaltensbestimmten Motiven, die von Humanwissenschaftlern erklärt und begründet wurden.

Vertreter der Theorie gehen davo aus, dass Bedürfnisse oder Motive die Menschen antreiben: Sie handeln demnach, um bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen. Deshalb suchen Bedürfnistheoretiker nach mögliche Motiven, die als Motoren für das Handeln in Frage kommen.

Theorie nach Murray

Murray (1938), der als Pionier der persönlichkeitspsychologischen Motivforschung gilt, betrachtete den Menschen als einen aktiven, handelnden Organismus, der in seine Umwelt eingebettet ist. Sein Verhalten richtet sich nach situationsspezifischen Anreizen und Kräften, aber auch nach eigenen Impulsen. Um dieses Verhalten zu erklären, muß man also sowohl die Situations- als auch die Personenseite berücksichtigen.


Die Anreize und Kräfte, die von Seiten der Situation auf die Person einwirken, bezeichnet Murray als "press". Sie können auf eine Person beispielsweise bedrohlich, verlockend oder ablenkend wirken.

Die Bedürfnisse und Motive der Person selbst nennt Murray "needs". Diese lassen ein Individuum eine Situation aktiv aufsuchen oder selbst erschaffen. Dabei muss ein Bedürfnis als ein Konstrukt angesehen werden, das Handeln, Denken und Wahrnehmen organisiert, um die Bedürfnisse eines Individuums zu befriedigen.

Press und needs, bzw. Umweltbedingungen und Personenmerkmale, stehen in ständiger Interaktion. Aus diesem Grund lassen sich nach Murray die beeinflussenden Faktoren in einer Situation definieren und so zur Erklärung von Verhaltensmustern heranziehen.

Als ein Ergebnis seiner Forschungen hat Murray eine umfassende Liste universell nachweisbarer Bedürfnisse aufgestellt, die auch heute oft die Grundlage für motivationstheoretische Überlegungen bildet.

Die Maslowsche Bedürfnistheorie

Die Maslowsche Bedürfnistheorie wurde 1954 entwickelt und gilt heute noch als nach wie vor aktuell. Die Pyramide setzt sich aus 5 Klassen zusammen:

  • Die physiologischen Bedürfnisse sind Grundbedürfnisse, die das Überleben sichern, wie z.B. Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung.

  • Die Sicherheitsbedürfnisse sollen ein Schutz vor den unwägbaren Erlebnissen wie z.B. Krankheit, Unfall. Sie drücken sich aber auch in Bedürfnisse wie Gehalt, geordnete Lebensumstände, etc. aus.

  • Die sozialen Bedürfnisse setzen sich zusammen aus dem Befriedigen von sozialen Bedürfnissen, der Gruppenzugehörigkeit, Freundschaft, etc.

  • Die Wertschätzung beinhaltet das Selbstvertrauen, den Wunsch nach Respekt und Anerkennung. Zugleich ist das Selbstvertrauen ein wichtiger Aspekt der Wertschätzung

  • Die letzte Stufe der Pyramide ist die Selbstverwirklichung. Darunter wird das Streben nach Unabhängigkeit, die persönliche Weiterentwicklung und eine anspruchsvolle Betätigung verstanden. Nach Maslows Interpretation wird das Verhalten des Menschen durch das niedrigste unbefriedigte Bedürfnis motiviert.

Es ist davon auszugehen, daß die physiologischen und die Sicherheitsbedürfnisse befriedigt sein müssen, um die darüberliegenden Bedürfnisse angehen zu können. Die Wachstumsbedürfnisse unterscheiden sich von den Defizitbedürfnissen in sofern, dass diese nicht wie die Wachstumsbedürfnisse nie endgültig befriedigt werden können.

Theorie nach Frederick Herzberg

Im Gegensatz zu Maslow entwickelte Frederick Herzberg (1959) eine Theorie, die sich auch den humanistischen Ansätzen zuordnen läßt. Bedürfnisse einerseits sind sogenannte Motivatoren (z.B. Anerkennung, Verantwortung), die zu erhöhter Arbeitsmotivation und deren Erfüllung zu Arbeitszufriedenheit führen.

Auf der anderen Seite benannte er Hygienefaktoren (z.B. Personalführung, Entlohnung, Arbeitsbedingungen), die er als zu stillende Grundbedürfnisse verstand und die befriedigt werden müssen, um Arbeitsunzufriedenheit zu verhindern.

Theorie nach David McClelland

David McClelland entwickelte 1953 eine Theorie, die im Zusammenhang mit Maslow steht. Allerdings spielten in seinem Ansatz nicht nur die Sozialbedürfnisse und die Entwicklungsmotive eine Rolle, sondern eher ein ausgeprägtes Leistungsmotiv und das Bedürfnis, Mißerfolge zu meiden.

Die vier Grundmotive des Leistungsverhaltens lauten wie folgt:

  • Leistungsmotiv (Begeisterung für die Arbeit an sich, Zielsetzung als Bedürfnisäußerung)
  • Machtmotiv (Motiv gegenüber anderen Personen, etc.)
  • Zugehörigkeitsmotiv (soziale Bedürfnisse, Gruppenzugehörigkeit)
  • Vermeidungsmotiv (Vermeidung von Ablehnung und Mißerfolg)

Quelle

ANWANDER, Armin: Strategien erfolgreich verwirklichen: Wie aus Strategien echte Wettbewerbsvorteile werden. Zweite, erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2002. ISBN 3-540-42445-8.

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