Benediktregel

... und der Transfer für das Management

"Ora et labora = Bete und arbeite" sowie "Höre!"
Aus der Benediktiner-Ordensregel vom
Heiligen Benedikt von Nursia (ca. 480-560)

Die Regel der Benediktiner

Ungefähr 1.500 Benediktinerinnen und Benediktiner leben heute im deutschen Sprachraum. Nach der im 6. Jahrhundert entstandenen "Regula benedicti" des heiligen Benedikt richtet sich Ihr Leben. Durch die Regel soll die Lebenslehre der Bibel in eine praktische Gestalt übersetzt werden. Im Vordergrund stehen dabei: beten und arbeiten sowie das menschliche Miteinander. Die Benediktregel ist in 73 Kapitel untergliedert.

Was kann das Management von der Benediktregel lernen oder auf das eigene Unternehmen transferieren? Wir von der 4managers.de-Redaktion haben die 73 Kapitel der Benediktregel studiert und dabei die wichtigsten Aspekte fürs Management interpretiert.

Management Summary

Die 73 Kapitel wirken auf den ersten Blick hart und elitär. Auf den zweiten Blick sind sie jedoch verständlich und human. Was als Härte gesehen werden kann, ist nichts anderes als absolute Klarheit sowohl im Handeln der einzelnen Personengruppen als auch in den Konsequenzen des Handelns.

Damit erscheint der 1:1 Transfer auf ein wirtschaftliches Unternehmen zunächst unmöglich. Denn Unternehmen legen Wert auf eigenständig denkende und arbeitende Mitarbeiter, die ihren Beitrag zum Ganzen leisten. Dennoch wollen auch Mitarbeiter eine klare Vision und Ziele, einen definierten Rahmen und eindeutige Regeln. Es geht dabei nicht um absolute Kontrolle und Unterwürfigkeit, sondern um die einfachere Zusammenarbeit. Jeder Mitarbeiter ist freiwillig und in eigenem Interesse am Arbeitsplatz. Wenn es ihn nicht zufrieden stellt, sollte er sich die Arbeit suchen, zu der er sich berufen fühlt. Dem Manager wiederum kommt die Verantwortung zu, die Mitarbeiter trotzdem nicht als Ware zu sehen und auszunutzen, sondern zu respektieren und zu fordern. Der wirkliche Wert liegt im Human Capital, denn die Organisation als solches ist nur ein soziales Konstrukt. Das aufmerksame Hinhören und wachsame Wahrnehmen von Botschaften ist Grundlage, um Mitarbeiter zu führen und zu motivierten.

In wirtschaftlichen und politischen Fragen waren Mönche immer Berater ihrer Zeit. Seither und auch heute noch ziehen sich Manager ins Kloster zur Besinnung auf ihre eigentlichen Führungsaufgaben – nämlich Mitarbeiter zu führen und zu motivieren – zurück. Sicherlich ist es für jede Führungskraft lohnenswert, die einzelnen Kapitel zu lesen. Beim Lesen können sich durchaus Impulse und Anregungen ergeben bzw. kann das eigene Führungsverhalten reflektiert werden.

Auszüge aus der Benediktregel

Die 73 Kapitel der Benediktregel haben wir in Anlehnung an die 11 Bereiche der "Benediktiner im deutschsprachigen Raum" in 10 Bereiche untergliedert.

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Zu unserem Vorgehen:

Wir haben 10 Bereiche ausgewählt und einzelne Kapitel einem jedem der 10 Bereiche zugeordnet, um dann einen Transfer fürs Management herstellen zu können. (Bei unserer Zuordnung sind durchaus Abweichungen von der vorhandenen Zuordnung der 11 Bereiche der "Benediktiner im deutschsprachigen Raum" entstanden.)

Für jeden Bereich haben wir eine Kernaussage entwickelt, z.B. "1. Bereich: Jeder kennt seinen Platz und erfüllt ihn." Danach haben wir die Interpretation für einen jeden Bereich sowohl zur "Bedeutung für die Benediktiner" als auch für einen möglichen "Transfer fürs Management" vorgenommen.

1. Gemeinschaft unter Regel und Abt

Jeder kennt seinen Platz und erfüllt ihn

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Alle leben aus freiem Willen in einer Gemeinschaft, in der alle das gleiche Ziel verfolgen, auf "dem geraden Weg zum Schöpfer zu gelangen". Dabei werden nur die aufgenommen, die stark sind und auch wirklich unter der Regel und Abt leben wollen. Die Regel legt das Verhalten in dieser Gemeinschaft fest und ist der "Anfang auf Erden des Weges zur vollen Gerechtigkeit".
Es gibt eine festgelegte Hierarchie mit eindeutigen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen. Jeder kennt dabei seinen Platz und füllt ihn "ohne Murren in Demut und Gehorsam" aus. Der Abt ist der Oberste, der für seine Mönche verantwortlich ist und wissen muss, wann er welche Worte und für wen wählt. Dann gibt es weitere Positionen, wie den Cellerar, der Prior und Mönche, die zu Priestern geweiht sind.

Auszug aus von uns diesem Bereich zugeordneten Kapiteln der Benediktregel (Quelle des elektronischen Textes Kloster Ettal):
Im Prolog steht u.a.: "1 Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat! 2 So kehrst du durch die Mühe des Gehorsams zu dem zurück, den du durch die Trägheit des Ungehorsams verlassen hast. ..."

In Kapitel 01: Die Arten der Mönche steht u.a.: "Es gibt vier Arten von Mönchen. ... Die erste Art sind die Koinobiten: Sie leben in einer klösterlichen Gemeinschaft und dienen unter Regel und Abt. Die zweite Art sind die Anachoreten, das heißt Einsiedler. Die dritte Art sind die Sarabaiten, eine ganz widerliche Art von Mönchen. ..., sind sie weich wie Blei. Die vierte Art der Mönche sind die sogenannten Gyrovagen. Ihr Leben lang ziehen sie landauf landab... Immer unterwegs, nie beständig, sind sie Sklaven der Launen ihres Eigenwillens und der Gelüste ihres Gaumens. ...gehen wir ...daran, der stärksten Art, den Koinobiten, eine Ordnung zu geben."

In Kapitel 02: Der Abt steht u.a.: "1 Der Abt, der würdig ist, einem Kloster vorzustehen, muss immer bedenken, wie man ihn anredet, und er verwirkliche durch sein Tun, was diese Anrede für einen Oberen bedeutet. ... 19 Der Abt kann aber jede Rangänderung vornehmen, wenn er es aus Gründen der Gerechtigkeit für gut hält. Sonst sollen die Brüder den Platz einnehmen, der ihnen zukommt. ... 31 Er muss wissen, welch schwierige und mühevolle Aufgabe er auf sich nimmt: Menschen zu führen und der Eigenart vieler zu dienen. Muss er doch dem einen mit gewinnenden, dem anderen mit tadelnden, dem dritten mit überzeugenden Worten begegnen. 32 Nach der Eigenart und Fassungskraft jedes einzelnen soll er sich auf alle einstellen und auf sie eingehen. ... 38 Er sei sich darüber ganz im klaren: Wie groß auch die Zahl der Brüder sein mag, für die er Verantwortung trägt, am Tag des Gerichts muss er für sie alle dem Herrn Rechenschaft ablegen, dazu ohne Zweifel auch für sich selbst...."

In Kapitel 63 - Die Rangordnung in der Gemeinschaft steht u.a.: "1 Die Rangordnung im Kloster halte man so ein, wie sie sich aus dem Zeitpunkt des Eintritts oder aufgrund verdienstvoller Lebensführung ergibt und wie sie der Abt festlegt. 2 Der Abt bringe jedoch die ihm anvertraute Herde nicht in Verwirrung. Er treffe keine ungerechte Verfügung, als könnte er seine Macht willkürlich gebrauchen, 3 sondern er bedenke immer, dass er über all seine Entscheidungen und all sein Tun Gott Rechenschaft geben muss. ... 5 Nirgendwo darf das Lebensalter für die Rangordnung den Ausschlag geben oder sie von vornherein bestimmen, ..."

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Führungskräfte und Mitarbeiter sind aus freien Stücken in einem Unternehmen – so wie Mönche aus freien Stücken im Kloster sind. Dabei unterwerfen sich alle den jeweils gültigen Regeln und Normen und leisten mit voller Kraft ihren Beitrag zum Ziel. Dies setzt zuerst ein Ziel voraus, welches für alle transparent ist. Dann braucht es klare Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen – weniger im Sinne einer Einschränkung als vielmehr zur Erleichterung der täglichen Zusammenarbeit.

2. Die geistliche Kunst

Die höhere Kunst, bei sich anzufangen

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Die Kunst ist es, nach den 10 Geboten und weiteren weisen Glaubenssätzen zu leben. Jeder wird angehalten, diese zu verinnerlichen, sich im Gebet darauf zurück zu besinnen sowie Demut und Reue zu zeigen, wenn er verfehlt hat.

Auszug aus von uns diesem Bereich zugeordneten Kapiteln der Benediktregel (Quelle des elektronischen Textes Kloster Ettal):
In Kapitel 04: Die Werkzeuge der geistlichen Kunst steht u.a.: "...23 Der Rachsucht nicht einen Augenblick nachgeben. 24 Keine Arglist im Herzen tragen. ... 62 Nicht heilig genannt werden wollen, bevor man es ist, sondern es erst sein, um mit Recht so genannt zu werden. 70 Die Älteren ehren, 71 die Jüngeren lieben. ..."
In Kapitel 05: Der Gehorsam steht u.a.: "1 Der erste Schritt zur Demut ist Gehorsam ohne zu Zögern. ..."
In Kapitel 6 - Die Schweigsamkeit steht u.a.: "4 Steht doch geschrieben: "Beim vielen Reden wirst du der Sünde nicht entgehen." ... 6 Denn reden und lehren kommen dem Meister zu, Schweigen und Hören dem Jünger. 7 Muss man den Oberen um etwas bitten, soll es in aller Demut und ehrfürchtiger Unterordnung erbeten werden. ..."
In Kapitel 7 – Die Demut steht u.a.: ""1 Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden." 2 Mit diesen Worten zeigt sie uns also, dass jede Selbsterhöhung aus dem Stolz hervorgeht. ...

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Übertragen kann das bedeuten, dass jeder – egal ob Führungskraft oder Mitarbeiter – sich und sein Verhalten reflektieren sollte. Es geht darum, zuerst und bei sich anzufangen – mit Lob, Kritik, ... Also ganz einfach das zuerst zu tun, was man vom anderen erwartet. Jeder kann sich fragen, ob sein Verhalten fair und gerecht gegenüber dem Anderen ist.

3. Das gemeinsame Gebet

Klare Aufgaben und Rituale geben Sicherheit

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Das gemeinsame Gebet inklusive Haltung und Erfurcht - in der Nacht, im Winter, im Sommer, am Sonntag, an Werktagen, an Festtagen – ist klar geregelt und vorgegeben. Es wird als eine der Hauptaufgaben und gleichzeitig als Ritual der Mönche gesehen, um Vollkommenheit zu erreichen. Das Gebet ist eindeutig beschrieben, wann, wie, wie oft und wo es rituell erfolgen soll.

Auszug aus von uns diesem Bereich zugeordneten Kapiteln der Benediktregel (Quelle des elektronischen Textes Kloster Ettal):
In Kapitel 08 – Der Gottesdienst in der Nacht steht u.a.: 1 Im Winter, das heißt vom ersten November bis Ostern, soll man zur achten Stunde der Nacht aufstehen; das entspricht vernünftiger Überlegung.
In Kapitel 19 - Die Haltung beim Gottesdienst steht u.a.: "...7 und stehen wir so beim Psalmensingen, dass Herz und Stimme in Einklang sind."
In Kapitel 20 - Die Ehrfurcht beim Gebet steht u.a.: "...4 Deshalb sei das Gebet kurz und lauter; ..."
In Kapitel 50 – Gebetszeiten außerhalb des Klosters steht u.a.: "...4 Auch die Brüder, die auf Reisen geschickt werden, übergehen die festgesetzten Gebetsstunden nicht; ... Sie sollen nicht versäumen, die Pflicht ihres Dienstes zu erfüllen. ..."

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Hieraus kann man ablesen, dass Vision, Richtung und Ziel vorhanden sein müssen, nach denen das Kerngeschäft erfolgen soll. Der Rahmen hierfür stellen die vorgegebenen "Arbeits"zeiten dar, innerhalb deren klar beschrieben ist, was wie gearbeitet werden soll. Zudem wird mit Ritualen nach innen und außen Zusammen-gehörigkeit und die gemeinsame Vision demonstriert. Im Verhältnis gibt es im Management sehr wenige Rituale wie Regelkommunikation, Arbeitsbeginn und -ende, die diese Gemeinschaft zeigen.

4. Zur Organisation des Klosters

Struktur statt Chaos vergeudet keine Energie

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Wer was besitzen darf, ist fest vorgeschrieben. Zudem ist definiert, was jeder Einzelne vom Kloster z.B. an Kleidung, an Geräten, an Essen, an Gegenständen etc. erhält und wie er damit umgehen soll. Jeder erhält all das, was er für seine Arbeitsverrichtung und sein Leben in Armut benötigt.

Auszug aus von uns diesem Bereich zugeordneten Kapiteln der Benediktregel (Quelle des elektronischen Textes Kloster Ettal):
In Kapitel 22 – Die Nachtruhe der Mönche steht u.a.: 1 Jeder soll zum Schlafen ein eigenes Bett haben. 2 Das Bettzeug erhalten die Brüder, wie es der Lebensweise von Mönchen entspricht und wie der Abt es ihnen zuteilt.
In Kapitel 32 – Werkzeug und Gerät der Klosters steht u.a.: 1 Den Besitz des Klosters, nämlich Werkzeug, Kleidung und alle anderen Dinge, vertraue der Abt Brüdern an, auf deren Lebensweise und Charakter er sich verlassen kann. 2 Nach seinem Ermessen übergebe er ihnen alle Gegenstände, die sie verwahren und wieder einfordern sollen. 3 Der Abt führe ein Verzeichnis über all dieser Dinge. ..."

In Kapitel 33 – Eigenbesitz der Mönche sagt: "... 2 Keiner maße sich an, ohne Erlaubnis des Abtes etwas zu geben oder anzunehmen. 3 Keiner habe etwas als Eigentum, überhaupt nichts, kein Buch, keine Schreibtafel, keinen Griffel - gar nichts. ... 5 Alles Notwendige dürfen sie aber vom Vater des Klosters erwarten, doch ist es nicht gestattet, etwas zu haben, was der Abt nicht gegeben oder erlaubt hat. ..."

In Kapitel 55 - Kleidung und Schuhe der Brüder steht: "..., 5 Die Kukulle im Winter wollig, im Sommer leicht oder abgetragen, 6 für die Arbeit ein Überwurf und als Fußbekleidung Socken und Schuhe. ... 16 Der Abt durchsuche häufig die Betten, ob sich dort nicht Eigenbesitz finde. ... 18 Um dieses Laster des Eigenbesitzes mit der Wurzel auszurotten, muss der Abt alles Notwendige geben: 19 Kukulle, Tunika, Socken Schuhe, Gürtel, Messer, Griffel, Nadel, Tuch, Schreibtafel; so kann sich keiner damit entschuldigen, es habe ihm etwas Notwendiges gefehlt. ..."

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Die Organisation ist die Basis für effizientes Arbeiten und einen reibungslosen Ablauf. Dazu gehört, dass die notwenigen Arbeitswerkzeuge und –mittel zur Verfügung stehen. Zur Erledigung der Aufgaben ist eine eindeutige Ressourcenzuteilung erforderlich.

5. Die tägliche Versorgung

Gesundheits- und Lebensmanagement muss auch bei der Arbeit sein

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Detailliert wird beschreiben, wer wann für das leibliche Wohl der Mönche zu sorgen hat. Es geht um Leib und Seele: Essen für den Leib und das Gebet für die Seele. Die Mönche sollen dabei genügsam und dankbar sein und nicht murren. Die Gaumenfreuden sind in Maßen zu genießen und auch nicht an jeden Tagen. Denn es gibt eine Fastenzeit oder bei Verfehlungen, in der Verzicht geübt werden soll. Umgekehrt wird Essen als Belohnung eingesetzt, wenn jemand härter gearbeitet hat.

Auszug aus von uns diesem Bereich zugeordneten Kapiteln der Benediktregel (Quelle des elektronischen Textes Kloster Ettal
In Kapitel 35 – Der wöchentliche Dienst in der Küche steht u.a.: " ... 12 Die Wochendiener sollen (an Fasttagen) vor der einzigen Mahlzeit über das festgesetzte Maß hinaus etwas zu trinken und Brot erhalten. ..."

In Kapitel 39 – Das Maß der Speise steht u.a.: "1 Nach unserer Meinung dürfte für die tägliche Hauptmahlzeit, ob zur sechsten oder zur neunten Stunde für jeden Tisch ... 7 Doch muss vor allem Unmäßigkeit vermieden werden; und nie darf sich bei einem Mönch Übersättigung einschleichen. ..."

In Kapitel 40 – Das Maß des Getränks steht u.a.: "...Doch achte er darauf, dass sich nicht Übersättigung oder Trunkenheit einschleichen. 6 Zwar lesen wir, Wein passe überhaupt nicht für Mönche, Weil aber die Mönche heutzutage sich davon nicht überzeugen lassen, sollten wir uns wenigstens darauf einigen, nicht bis zum Übermaß zu trinken sondern weniger. ... 9 Dazu mahnen wir vor allem: Man unterlasse das Murren."

In Kapitel 51 – Mahlzeiten außerhalb des Klosters steht: "...1 Wird ein Bruder zu einer Besorgung ausgeschickt und ist zu erwarten, dass er am gleichen Tag ins Kloster zurückkehrt, darf er sich nicht herausnehmen, draußen zu essen, auch wenn ihn jemand sehr dazu drängt, 2 es sei denn, sein Abt habe ihm die Erlaubnis gegeben. 3 Handelt er anders, werde er ausgeschlossen. ..."

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Im Unternehmen sollte neben den notwendigen Mitteln zur Arbeit auch für das Wohl der Mitarbeiter gesorgt werden. Dazu gehört alles - wie z.B. sanitäre Einrichtungen, Kantine, Raucherecken, Betriebsarzt etc. - was die Grundbedürfnisse der Mitarbeiter befriedigt. Zudem können weitere Leistungen - wie z.B. Fitness im Büro, Kurse, Bibliotheken, Kindergärten, Kinderbetreuung, Feiern, Social Clubs etc. - das Wohlbefinden, das Arbeitsklima und damit die Unternehmenskultur verbessern. Zu diesem Wohlbefinden gehört auch die Belohnung der Basisarbeit und Gratifikationen, Prämien oder sonstige Honorierungen von herausragenden Leistungen.

6. Der Tageslauf

Wenn jeder weiß, was er tun soll, dann klappt der Prozess reibungslos

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner
Neben dem Beten gibt es weitere Aufgaben, die entsprechend der Kompetenzen der Mönche verteilt werden und von diesen zu bestimmten Zeiten zu erledigen sind. Jeder hat dabei die Chance, bestimmte Aufgaben zurück zu geben, wenn er sich überfordert fühlt. Insgesamt ist der Ablauf des Tages, der Woche, des Monats und des Jahres vorgegeben. Müßiggang gibt es nicht. Jeder Schritt ist geplant und wird mehr oder weniger kontrolliert. Wer darüber hinaus geht, bedarf der Genehmigung des Abtes.

Auszug aus von uns diesem Bereich zugeordneten Kapiteln der Benediktregel (Quelle des Kloster Ettal)
In Kapitel 42 – Das Schweigen nach der Komplet steht u.a.: " ... 9 Findet sich einer der diese Regel des Schweigens übertritt, werde er schwer bestraft, 10 ausgenommen, das Reden sei wegen der Gäste nötig, oder der Abt gebe jemandem einen Auftrag. ..."
In Kapitel 47 – Das Zeichen zum Gottesdienst steht u.a.: "...3 Keiner aber nehme sich heraus, zu singen oder zu lesen, wenn er diese Aufgabe nicht so erfüllen kann, dass die Hörer erbaut werden. 4 Es geschehe mit Demut, Ernst und Ehrfurcht und im Auftrag des Abtes. ..."
In Kapitel 48 – Die Ordnung für Handarbeit und Lesung steht u.a.: "1 Müßiggang ist der Seele Feind. Deshalb sollen die Brüder zu bestimmten Zeiten mit Handarbeit, zu bestimmten Stunden mit heiliger Lesung beschäftigt sein. ..."
In Kapitel 68 – Überforderung durch einen Auftrag erwähnt, dass.: "1 Wenn einem Bruder etwas aufgetragen wird, das ihm zu schwer oder unmöglich ist, nehme er zunächst den erteilten Befehl an, in aller Gelassenheit und Gehorsam. 2 Wenn er aber sieht, dass die Schwere der Last das Maß seiner Kräfte völlig übersteigt, lege er dem Oberen dar, warum er den Auftrag nicht ausführen kann, 3 und zwar geduldig und angemessen, ohne Stolz, ohne Widerstand, ohne Widerrede. 4 Wenn er seine Bedenken geäußert hat, der Obere aber bei seiner Ansicht bleibt und auf seinem Befehl besteht, sei der Bruder überzeugt, dass es so für ihn gut ist; 5 und im Vertrauen auf Gottes Hilfe gehorche er aus Liebe. ..."

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Innerhalb der Dienstordnung sind das Kerngeschäft und zusätzliche Aufgaben oder Querschnittsaufgaben zu erledigen. Diese sollten zum einen an den Fähigkeiten des einzelnen Mitarbeiters und zum anderen an der Vision und den Zielen des Unternehmens ausgerichtet sein. Jedem einzelnen Mitarbeiter sollte eine Überforderung aufgrund fehlender Kompetenz oder sonstiger Gründe äußern dürfen.

Zum einen damit kurzfristig Ersatz für ihn gesucht und zum anderen damit man seine Potenziale langfristig via Qualifikation weiterentwickeln kann. Standards im Sinne von definierten Vorgehensweisen können dabei den Ablauf erleichtern. Klare Prozesse, d.h. jeder weiß, was er zu tun hat und welche Verantwortung er dabei zu tragen hat, vermeiden Reibungsverluste und ermöglichen effizientes Arbeiten. Initiativen, Impulse, Ideen sollten gefördert werden, damit sich Verbesserungen einstellen können.

Jedoch sollte den Mitarbeitern klar vermittelt werden, dass es dabei um konstruktive Vorschläge geht, die zukünftig umgesetzt werden können.

7. Beziehungen des Klosters nach außen

Ohne Kunden und PR braucht man keine Firma

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Auch der Umgang mit Fremden ist geregelt. Gäste werden mit Ehre, Aufmerksamkeit und Respekt aufgenommen, doch der Ablauf darf durch sie nicht gestört werden. Und keiner darf mit ihnen ohne Auftrag reden. Die Armen werden stärker umsorgt, denn die Reichen schaffen sich von selbst Beachtung. Auch darf das Gefüge nicht durch Gedanken, Einflüsse von außen gestört werden, die Mönche auf Reisen mitbringen könnten.

Auszug aus von uns diesem Bereich zugeordneten Kapiteln der Benediktregel (Quelle des elektronischen Textes Kloster Ettal)
In Kapitel 53 – Die Aufnahme der Gäste steht u.a.: "1 Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen ... 2 Allen erweise man die angemessene Ehre, besonders den Brüdern im Glauben und den Pilgern. (Gal 6,10) 3 Sobald ein Gast gemeldet wird, sollen ihm daher der Obere und die Brüder voll dienstbereiter Liebe entgegeneilen. ... 6 Allen Gästen begegne man bei der Begrüßung und beim Abschied in tiefer Demut: 7 man verneige sich, ... . ...; dann nehme man sich mit aller Aufmerksamkeit gastfreundlich seiner an. 10 Das Fasten breche der Obere dem Gast zu liebe, nur nicht an einem allgemein vorgeschriebenen Fasttag, der eingehalten werden muss. ... 15 Vor allem bei der Aufnahme von Armen und Fremden zeige man Eifer und Sorge, denn besonders in ihnen wird Christus aufgenommen. Das Auftreten der Reichen verschafft sich ja von selbst Beachtung. 16 Abt und Gäste sollen eine eigene Küche haben; so stören Gäste, die unvorhergesehen kommen und dem Kloster nie fehlen, die Brüder nicht. 23 Mit den Gästen darf niemand ohne Auftrag zusammen sein oder sprechen. 24 Wer ihnen begegnet oder sie sieht, grüße sie, wie schon gesagt, in Demut, bitte um den Segen und gehe weiter mit der Bemerkung, es sei ihm nicht gestattet, sich mit dem Gast zu unterhalten.

Kapitel 61 – Die Aufnahme fremder Mönche schreibt u.a.: "1 Es kann sein, dass ein fremder Mönch von weither kommt und als Gast im Kloster bleiben möchte. 2 Wenn er mit der Lebensweise, die er dort antrifft, zufrieden ist und nicht etwa durch übertriebene Ansprüche Verwirrung ins Kloster bringt, 3 sondern sich ohne Umstände mit dem, was er vorfindet, begnügt, nehme man ihn auf, und er bleibe, solange er will. ..."

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Obwohl Kunden oder Einflüsse von außen manchmal als störend empfunden werden, sind sie zentral für das Überleben eines Unternehmens. Dennoch führt absolute Kundenorientierung und die Vernachlässigung anderer Aufgaben alleine nicht zum Erfolg. Viel mehr kommt es auf das Gleichgewicht zwischen Kunde, Lieferant, Mitarbeiter, Investoren etc. an. Nicht der Tunnelblick ist gefragt, sondern die Offenheit und Orientierung am Markt und an den Bedürfnissen aller Beteiligten.

8. Aufnahme-Ordnung

Ein klares Anforderungsprofil hilft die Richtigen zu finden oder wer weiß, was er sucht, kann finden oder gefunden werden

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Die Auswahl der Personen, die tatsächlich Mönch werden wollen, ist ein wichtiger Part zu Beginn einer „lebenslänglichen Zusammenarbeit“. Die Aufnahme wird ihm nicht leicht gewährt und als Vorab-Prüfung gesehen. Deshalb wird jeder Anwärter drei Mal innerhalb eines Jahres geprüft bzw. gefragt, ob er ein Leben als Mönch will. Was das bedeutet, wird ihm durch die Regel offengelegt. Damit weiß jeder, was auf ihn zukommt. Denn es ist klar, dass an der Regel nichts geändert wird. Und damit soll sich jeder vorher und gut überlegen, ob er aus freien Stücken danach leben will. Denn wer sich dann entschieden hat, soll dabei bleiben und ein Austritt wird schwierig.

In Kapitel 29 – Die Wiederaufnahme von Brüdern steht u.a.: 1 Es kann sein, dass ein Bruder eigenmächtig das Kloster verlässt und später wieder zurückkehren will. ...“

In Kapitel 58 – Die Ordnung bei der Aufnahme von Brüdern sagt aus: „1 Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen, werde ihm der Eintritt nicht leicht gewährt, 2 sondern man richte sich nach dem Wort des Apostels: "Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind." (1Joh 4,1) ... 6 Ein erfahrener Bruder werde für sie bestimmt, der geeignet ist, Menschen zu gewinnen, und der sich mit aller Sorgfalt ihrer annimmt. ... 8 Offen rede man mit ihm über alles Harte und Schwere auf dem Weg zu Gott. 9 Wenn er verspricht, beharrlich bei seiner Beständigkeit zu bleiben, lese man ihm nach Ablauf von zwei Monaten diese Regel von Anfang bis Ende vor 10 und sage ihm: Siehe das Gesetz, unter dem du dienen willst; wenn du es beobachten kannst, tritt ein, wenn du es aber nicht kannst, geh in Freiheit fort. ... 12 Nach Ablauf von sechs Monaten lese man ihm die Regel vor: Er soll wissen, was der Eintritt für ihn bedeutet. 13 Wenn er noch bei seinem Entschluss bleibt, liest man ihm nach vier Monaten dieselbe Regel wieder vor. 14 Hat er es sich reiflich überlegt und verspricht er, alles zu beachten und sich an alles zu halten, was ihm aufgetragen wird, dann soll er in die Gemeinschaft aufgenommen werden. ...“

In Kapitel 61 – Die Aufnahme fremder Mönche sagt u.a. aus: „1 Es kann sein, dass ein fremder Mönch ... als Gast im Kloster bleiben möchte. ... 6 Erweist er sich aber in der Zeit seines Aufenthalts als anspruchsvoll und mit vielen Fehlern behaftet, muss man ihm nicht nur die Aufnahme in die klösterliche Gemeinschaft verweigern,...“

Interpretationen zum Transfer für das Management:
Die Personalauswahl eines Unternehmens sollte durch einen erfahrenen Mitarbeiter erfolgen, der Menschen gewinnen und diese betreuen kann. Um den richtigen Mitarbeiter zu finden, müssen sowohl Anforderungskriterien und Aufgaben für den zu besetzenden Posten als auch Rahmen, Regeln und Kultur klar sein. Denn so ist es einfacher, den Richtigen zu finden und auszuwählen. Der Bewerber wiederum hat die Chance, vorher zu beurteilen, ob ihm sowohl Aufgabenfeld als auch Unternehmenskultur zusagen. Die Probezeit sollten Bewerber und Unternehmen zur Prüfung auf Passung und zu Gesprächen nutzen. Durch die gezielte Suche wird das Zusammenfinden erleichtert und beide Seiten sparen sich Zeit, Geld etc.

9. Dienst-Ordnung

Wer den Rahmen kennt, kann sich frei darin bewegen

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Es gibt einen klaren Rahmen, innerhalb dessen sich jeder bewegen muss. Kritik wird nur geduldet, wenn sie konstruktiv, begründet und in Demut vorgetragen wird. Denn jeder hat sich aus freien Stücken und nach reiflicher Prüfung dafür entschieden. Und deshalb soll kein „räudiges Schaf“ das Klima verderben oder die Kultur zerstören. Wer sich nicht an die Regel hält, trägt deshalb die Konsequenzen. Diese sind je nach Schwere in Eskalationsstufen eingeteilt. Zusammengefasst heißt das: Ermahnung, öffentliche Zurechtweisung und Ausschluss. Jedoch hat jeder immer wieder die Chance auf Verzeihung, wenn Demut und Verbesserung vorhanden sind. Und der Abt muss sich um die Ausgeschlossenen kümmern.

In Kapitel 23 – Das Vorgehen bei Verfehlungen steht u.a.: „...Wenn er sich so als Verächter erweist, 2 werde er nach der Weisung unseres Herrn einmal und ein zweites Mal im geheimen von seinen Vorgesetzten ermahnt. (Mt 15-17).“

In Kapitel 24 - Die Ausschließung bei leichten Verfehlungen steht u.a.: „... 2 Es steht dem Abt zu, die Schwere der Schuld zu beurteilen. 3 Wenn nun bei einem Bruder eine leichte Schuld festgestellt wird, werde er von der Teilnahme an der Mahlzeit ausgeschlossen. ...“

In Kapitel 25 - Die Ausschließung bei schweren Verfehlungen steht u.a.: „1 Der Bruder, auf dem eine schwere Schuld lastet, ... 2 Keiner der Brüder darf mit ihm in Verbindung treten oder mit ihm reden. ...“

In Kapitel 27 - Die Sorge des Abtes für die Ausgeschlossenen steht u.a.: „...5 Der Abt muss sich sehr darum sorgen und mit Gespür und großem Eifer danach streben, dass er keines der ihm anvertrauten Schafe verliert. ...“

In Kapitel 28 - Die Unverbesserlichen steht u.a.: „...8 Ein räudiges Schaf soll nicht die ganze Herde anstecken.„

In Kapitel 43 – Die Bußen für Unpünktlichkeit sagt u.a. aus: „...5 Vielmehr stehe er als Letzter von allem oder auf dem Platz, den der Abt für so Nachlässige abseits bestimmt hat, damit sie von ihm und allen gesehen werden. ... 7 Wir lassen die unpünktlichen Brüder bewusst auf dem letzten Platz oder abseits stehen, damit sie von allen gesehen werden, ...“

In Kapitel 46 – Die Bußen für andere Verfehlungen sagt u.a. aus: „...5 Handelt es sich aber um eine in der Seele verborgene Sünde, eröffne er sie nur dem Abt oder einem der geistlichen Väter, 6 der es versteht, eigen und fremde Wunden zu heilen, ohne sie aufzudecken und bekanntzumachen. ...“

In Kapitel 54 – Die Annahme von Briefen und Geschenken wird erwähnt: „1 Der Mönch darf keinesfalls ohne Weisung des Abtes von seinen Eltern oder irgend jemandem, auch nicht von einem anderen Mönch Briefe, Eulogien oder sonst Kleine Geschenke annehmen oder geben...“

In Kapitel 67 – Brüder auf Reisen steht: „ ... 3 Bei der Rückkehr von der Reise ... 4 und alle um das Gebet bitten wegen der Fehler, die vielleicht unterwegs vorgekommen sind, wenn sie Böses gesehen oder gehört oder Unnützes geredet haben. 5 Auch nehme sich keiner heraus, einem anderen alles zu erzählen, was er außerhalb des Klosters gesehen und gehört hat, denn das richtet großen Schaden an....“

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Je detaillierter die Dienstordnung, desto enger der Rahmen. Je allgemeiner die Dienstordnung, desto größer ist der Spielraum zur Auslegung und damit unsicherer für die Mitarbeiter. Deshalb ist es für ein Unternehmen wichtig, das Mittelmaß für eine vernünftige Dienstordnung zu finden. Diese gibt Führungskräften und Mitarbeitern einen Rahmen, in dem sie sich bewegen können. Richtlinien, Regeln und auch Konsequenzen für das Miteinander im Arbeitsalltag sollten enthalten sein. Im konkreten Einzelfall können dann Details definiert und präzisiert werden. Positive wie negative Konsequenzen sind klar festgelegt. Es ist offensichtlich, was im Falle einer außerordentlichen Leistung bzw. eines Fehlverhaltens eintreten werden. Das mag hart klingen, ist aber auf der anderen Seite fair, da jeder weiß, was auf ihn zukommt.

10. Gemeinschaft in Liebe

Respekt und Achtung sind Basis für ein gesundes Arbeitsklima

Unsere Interpretation zur Bedeutung für die Benediktiner:
Das Zusammenleben im Kloster ist geprägt durch die gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme, Demut und Gehorsam. Jeder soll dem anderen mit Respekt entgegen treten und dessen Stärken und Schwächen annehmen. Höre – höre aufmerksam zu. Die Regel ist der Anfang des Weges zur vollen Gerechtigkeit.

In Kapitel 7 – Die Demut steht u.a.: „... 7 Ganz sicher haben wir dieses Herab- und Hinaufsteigen so zu verstehen: Durch Selbsterhöhung steigen wir hinab und durch Demut hinauf....“

In Kapitel 36 – Die kranken Brüder steht u.a.: „1 Die Sorge für die Kranken muss vor und über allem stehen, ... 4 Aber auch die Kranken mögen bedenken ... sie sollen ihre Brüder, die ihnen dienen, nicht durch übertriebene Ansprüche traurig machen. 5 Doch auch solche Kranke müssen in Geduld ertragen werden ...“

In Kapitel 37 – Alte und Kinder steht: „...2 Immer achte man auf ihre Schwäche. ...“

In Kapitel 70 – Eigenmächtige Bestrafung eines Bruders kann gelesen werden: „...7 Es steht ja geschrieben: "Was du selbst nicht erleiden willst, das tue auch keinem anderen an!" (Tob 4,16) ...“

In Kapitel 71 - Der gegenseitige Gehorsam wird gesagt, dass: „ ... 1 Das Gut des Gehorsams sollen alle nicht nur dem Abt erweisen. Die Brüder müssen ebenso einander gehorchen; ... 3 Ein Befehl des Abtes oder der von ihm eingesetzten Oberen habe jedoch immer den Vorrang, und wir erlauben nicht, dass private Befehle vorgezogen werden. ... 5 Ist einer streitsüchtig, werde er zurechtgewiesen. ..“

In Kapitel 72 - Der gute Eifer der Mönche wird erwähnt: „...4 das bedeutet: Sie sollen einander in gegenseitiger Achtung zuvorkommen; (Röm12,10) 5 ihre körperlichen und charakterlichen Schwächen sollen sie mit unerschöpflicher Geduld ertragen; 6 im gegenseitigen Gehorsam sollen sie miteinander wetteifern; ...“

Und letztlich Kapitel 73 – Die Regel als Anfang unseres Weges zur vollen Gerechtigkeit: „1 Diese Regel haben wir geschrieben, damit wir durch ihre Beobachtung in unseren Klöstern eine dem Mönchtum einigermaßen entsprechende Lebensweise oder doch einen Anfang im klösterlichen Leben bekunden. ...“

Interpretation zum Transfer fürs Management:
Jeder Mitarbeiter leistet einen Beitrag zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre. Dabei geht es nicht gleich darum, alle Kollegen zu lieben – wohl aber darum, alle zu respektieren. Ebenso wenig geht es nicht darum, in Eintracht zusammenzuarbeiten - wohl aber darum, Konflikte gemeinsam und konstruktiv anzupacken. Es geht darum üble Nachrede, Mobbing oder sonstige Formen der „Denunzierung“ zu vermeiden, damit Energien und Zeit nicht vergeudet werden. Hier geht es nicht nur um den Einzelnen und seine Karriere, die er mit Kampf und Ellenbogen auf Kosten der anderen durchsetzt, sondern um das gemeinsame Ziel und den gemeinsamen Erfolg. Die gegenseitige Achtung drückt sich letztlich in Kleinigkeiten, in der Kommunikation, in Meetings, in der gegenseitigen Anerkennung, dem Zuhören und letztlich im Unternehmenserfolg aus.

Führungsethik

In der Benediktregel sind indirekt Ansprüche an Abt und Mönche formuliert. Daraus haben wir die in der Grafik aufgezeigten Ansprüche an Führungskräfte und Mitarbeiter abgeleitet und formuliert.

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Hintergrundinformationen

Wer hat die Benediktregel geschaffen?

"Der heilige Benedikt, "Patriarch der abendländischen Mönche", wurde um 480 in Nursia in Umbrien, dem heutigen Norcia, geboren.
Papst Gregor der Große (590-604), der das benediktinische Mönchtum förderte, schreibt im 7. Jahrhundert eine legendenhafte Biographie über das Leben des "Vaters" der Benediktinermönche (Zweites Buch der "Dialoge"). Dort ist zu lesen, dass Benedikt seine Studien in Rom abbrach, weil er das Verlangen hatte, von da an nur noch Gott zu dienen, und lebte für einige Jahre als Einsiedler in einer Höhle in Subiaco im Anienetal (Provinz Rom). Viele Schüler sammelten sich um ihn, und kleinere Klöster wurden gegründet.
Um 529 zog er mit einigen Mönchen auf den Montecassino, eine Anhöhe über der Stadt Cassino zwischen Rom und Neapel, heutiges Latium, und gründete dort - an der Stelle vorchristlicher Heiligtümer - ein Kloster. Hier verfasste er für die wachsende Mönchsgemeinschaft die Benediktregel, "Regula Benedicti", das bedeutendste Dokument des abendländischen Mönchtums. Er starb am 21. März 547 auf Montecassino.

Benedikt war geprägt von der frühchristlichen Bewegung des Mönchtums, der Suche nach Gott, dem "Heimweh nach der Urkirche", die "ein Herz und eine Seele" war (Apostelgeschichte 4). Seine Regel sammelt zur Gemeinschaft, lässt aber auch Raum für die Eigenart des Einzelnen, für seinen persönlichen Weg zu Gott und die individuelle Gestaltung der Arbeit.
(Quelle: Kloster Andechs, Rubrik "Kirche & Kloster", Benediktiner)

Die Benediktiner

Das Zusammenleben und -arbeiten der Mönche, des ältesten Ordens der Katholischen Kirche, des Benediktinerordens, beruht auf der Benediktregel.
"Die Mönche des ältesten Ordens der Katholischen Kirche, des Benediktinerordens, haben im Laufe der Jahrhunderte viel für die Evangelisierung und Kultivierung Europas getan. Ihre Klöster waren nicht nur Orte des Gebets und eines auf Gott ausgerichteten Lebens, sondern auch Stätten der Wissenschaft und der Kunst. So trugen die Benediktiner durch Übersetzen und Kopieren von philosophischen und naturwissenschaftlichen Texten der Antike und von Schriften des Orients zur Ausbreitung dieses Wissens im christlichen Europa bei. In ihren Klöstern wurde seit alters her die Kunst der Buchdruckerei und der Buchbinderei gepflegt; auch wurden unter anderem optische Geräte für die Beobachtung der Himmelskörper entwickelt und Wassermühlen als Kraftquellen entdeckt.

Die Benediktinermönche zählten im Mittelalter zu den wichtigsten theologischen und kulturellen Lehrern des Abendlandes.
Durch die Fähigkeit, die Treue zu der Regel des heiligen Benedikt mit den Anforderungen der Zeit in Einklang zu bringen, konnten die Benediktiner ihre spirituelle und intellektuelle Kraft und Ausstrahlung über Jahrhunderte bewahren.

Seit 1893 haben sich die rund 8.500 Mönche, die weltweit in über 300 eigenständigen Klöstern nach der benediktinischen Tradition leben, in einer Konföderation zusammengeschlossen. Sie ist in 21 Kongregationen – Landesverbände - untergliedert."
(Quelle: Kloster Andechs, Rubrik "Kirche &;Kloster", Die Benediktiner)

Richtlinien, Regeln und Normen im modernen Management

Richtlinien, Regeln und Normen sind die Grundlage eines jeden Zusammenarbeitens in einer Organisation oder einem Unternehmen. Sie bestimmen maßgeblich die Unternehmenskultur und geben Mitarbeitern Richtung im eigenen Verhalten. Insgesamt sind die Grundsätze der Zusammenarbeit in einer Betriebsverfassung und in jedem Bereich in einzelnen Dokumenten oder Werken niedergelegt.
Was bedeuten jedoch die einzelnen Begriffe?
Laut Duden gibt es folgende Definitionen:

  • Richtlinie = ist eine Richtung für bestimmte Verhaltswesen.
  • Norm = ist ein Durchschnittsmaß, eine Richtschnur, eine Forderung als Regel für das Durchschnittliche. "Normung ist die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit" (DIN 820 Teil 1)
  • Regel = ist im Unterschied zum Gesetz die Bezeichnung für einen bloß tatsächlichen, nicht als notwendig erkannten, gleichförmigen, sich wiederholenden Vorgang oder Sachverhalt.

Links und Literatur

Dieses Thema wurde von Regine Hallmayer, Leitung 4managers.de und Heidi Jarosch, Themen 4managers.de erstellt.
Quelle des elektronischen Textes ist das Kloster Ettal. Hier finden Sie die komplette Benediktregel mit den 73 Kapiteln.
Quelle der 10 Bereiche in Anlehnung an die 11 Bereiche der Benediktiner im deutschsprachigen Raum
Quellen zur Entstehung der Benediktregel sowie zu den Benediktinern sind
zum einen "Die Benediktiner des deutschsprachigen Raums" (Deutschland, Österreich, Schweiz/Südtirol)

als auch das Kloster Andechs, Andechs. Unter Rubrik "Kirche und Kloster":

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