Due Diligence

"im Verkehr erforderliche Sorgfalt"

"Frankfurt (vwd) - Der Vorstand der Deutschen Bank hat das grüne Licht gegeben für Fortsetzung der Untersuchung des "outsourcing" der IT-Infrastruktur. Wie die Deutsche Bank am Mittwoch auf Anfrage von vwd dazu weiter erklärte, gehen dazu zwei Anbieter in die "due diligence",(...)", (Quelle: www.boerseninfos.de)
Ob Großkonzern oder Mittelstand: Alltag kehrt ein im Wirtschaftsleben: Fusionen, Übernahmen, Joint Ventures sind nichts Neues mehr. Und auch Due Diligence ist ein gängiger Begriff geworden und mittlerweile fast schon "Standard" bei Unternehmenstransaktionen.

Prüfen Sie die "im Verkehr erforderliche Sorgfalt" und was man sonst noch unter Due Diligence versteht.

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Der Begriff entstammt ursprünglich dem US-amerikanischen Kapitalmarkt- und Anlegerschutzrecht (securities laws) und ist vergleichbar mit dem im deutschen Recht verankerten Begriff der "im Verkehr erforderlichen Sorgfalt".
Allgemein versteht man unter Due Diligence die

  • sorgfältige Analyse,
  • Prüfung und
  • Bewertung eines Objektes

bei einer beabsichtigten Unternehmenstransaktion insbesondere zur Beschaffung und Aufarbeitung von Informationen im Sinne einer Kauf- oder Übernahmeprüfung. Due Diligence-Prüfungen werden vor allem im Vorfeld von Börseneinführungen und Unternehmensakquisitionen durchgeführt.
Ziel dabei ist es, Chancen und Risiken beim Zielunternehmen zu ermitteln, den Wert des Unternehmens aufgrund detaillierter Informationen genauer bestimmen zu können.

Bei der Offenlegung der Unternehmensdaten stellt sich die Problematik auf der Seite des Verkäufers, dass der Kaufpreis von seiten des Käufers niedrig gehalten wird. Andererseits kann der Käufer das Unternehmen besser beurteilen und bewerten, wenn alle Informationen vorliegen. In diesem Zusammenhang sind die gesetzlichen Vorschriften über Kauf und Gewährleistung nicht außer Acht zu lassen.
Man kann unterscheiden zwischen

  • Wirtschaftlicher Due Diligence:
    Diese prüft die Bilanzierung, also die Vermögens- und die Schuldenlage des Unternehmens.
  • Juristischer / rechtlicher (Legal) Due Diligence:
    Hierbei werden alle Rechtsgeschäfte sowie deren Auswirkung unter die Lupe genommen. Sind die Unternehmenstätigkeiten einwandfrei hinsichtlich aller Rechtsstrukturen? Gibt es offene oder verdeckte Bestands- oder Haftungsrisiken? Ziel ist die juristische Absicherung und die Kenntnis der rechtlichen Aspekte auf die Rechtskultur des Unternehmens.
  • Bilanzielle (Financial) Due Diligence:
    Gründe für Financial Due Diligence sind z.B. der potenzielle Erwerb eines Unternehmens, einer Beteiligung, MBO, LBO, IPO oder der Merger zweier Unternehmen. Analysiert werden hierbei die "Vergangenheit", die Wettbewerbssituation und es wird ein Business Plan Review durchgeführt. Die Ergebnisse daraus bilden die Grundlage zur Bewertung des Unternehmens mit Discounted Cash Flow-Verfahren und für die Beurteilung der Referenzperiode zur Ermittlung des Unternehmenswerts.
  • Steuerliche (Tax) Due Diligence:
    Sie hat zum Ziel, Risiken aus eventueller Steuernachzahlungen aufzudecken und den Eigentumsübergang nach steuerlichen Aspekten zu gestalten.
  • Market Due Diligence (MDD):
    Sie gleicht die internen marketingrelevanten Bereiche mit den Kundenbedürfnissen und Aktivitäten der Wettbewerber ab und schafft somit eine Grundlage zur Beurteilung der strategischen Ausrichtung des Zielunternehmens. Die externe Unternehmensanalyse auf Basis von extern zu beschaffenden Informationen die kritischen Erfolgsfaktoren.
  • Technischer Due Diligence:
    Sie befasst sich unter anderem mit der Wirksamkeit von Patenten oder dem Innovationsvorsprung.
  • Umweltbezogener (environmental) Due Diligence:
    Gerade bei produzierenden Standorten ist die Identifikation und Bewertung von Umweltrisiken immer stärkeres Interesse, da hier enorme Kostenpotenziale für den Investor liegen können (z. B. Altlasten).
  • HR Due Diligence:
    Dabei sind die wichtigsten Ziele die Ermittlung der Kosten und des Wertes des heutigen und zukünftigen Personals sowie die Klärung des Aufwandes einer Integration.

Bei Unternehmensakquisition

Bei Unternehmensakquisitionen ist das Ziel, die Stärken und Schwächen des Unternehmens zu ermitteln sowie die Risiken zu bestimmen, die mit dem Kauf verbunden sind. Die Due Diligence bietet hierbei eine Basis für die Kaufpreisverhandlungen.
Es wird unterschieden in Share Deal, dem Anteilskauf und Asset Deal, dem Kauf einzelner Sachen und/oder Rechte bzw. Unternehmenskauf im engeren Sinne.

  • Share Deal:
    Hierbei handelt es sich um eine Veräußerung des Unternehmens im Sinne von Übertragung von Geschäftsanteilen. Die genaue zivil- und schuldrechtliche Ausgestaltung des Anteilskaufes ist abhängig von Gesellschaftsform und Umfang des Erwerbes.
  • Asset Deal:
    In der Regel handelt es sich um den Kauf des Unternehmens als Gesamtsache. Ist eine Gesellschaft Rechtsträger des Unternehmens und ist der Käufer nach Erwerb direkt und unmittelbar Rechtsträger, dann kann dies eine Alternative zum Share Deal sein.

Der Erwerb bzw. das Vorgehen hängt von vielen Faktoren wie zum Beispiel der Rechtsform, der Struktur etc. des Zielunternehmens ab. Geht der Entschluss vom Verkäufer aus, kann der Erwerb über eine öffentliche oder kontrollierte Auktion vollzogen werden bzw. über Exklusivverhandlungen, bei der mögliche Interessenten ausgewählt werden.

Durch den Kauf eines Unternehmens erhofft sich der Käufer Wettbewerbsvorteile, d.h. das Zielunternehmen sollte Rentabilität versprechen. Dann kann die Initiative für die Übernahmen bzw. den Erwerb eines Unternehmens auch vom Käufer ausgehen. Er führt die Verhandlungen über den Erwerb direkt mit dem Eigentümer oder mit dem Management des Unternehmens (friendly takeover-Versuch).

Gründe für die Unternehmensakquisition können unter anderem erhoffte Wettbewerbsvorteile als auch marktwertsteigernde Motive (wie die Erweiterung des Portfoliomanagements, Restrukturierung- und Sanierungsmotive) oder die Erzielung von Synergieeffekten durch das Zusammenwirken der Unternehmen sein.

Nachdem die Erwerbssituation analysiert, die zukünftige Vision formuliert und ein Soll-Profil des Unternehmens erstellt wurde, kommt es zur ersten Formulierung der Vertragsverhandlungen: Letter of Intent und schließlich zur Festlegung des Kaufpreises.

Links und Literatur

  • Aus: "Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen", Berens/Brauner/Strauch, Schäffer-Poeschel Verlag 2002.
  • Eine Zusammenstellungen/Checkliste von Unterlagen und Informationen für eine Due Diligence (Financial, Legal und Tax, Psychological Due Diligence)

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