E-Learning

Sonne und Schatten beim E-Learning

"Manchmal ist der klassische Weg zu lernen zu langsam und zu teuer."
Don Hernandez, Geschäftsführer von Docent, einem amerikanischen Anbieter
für E-Learning-Lösungen

Wissenslücken schnell und nach Bedarf zu schließen. E-Learning, das in ein umfassendes Professionalisierungs- und Wissensmanagement-Konzept eingebettet ist, scheint dies möglich zu machen. Dies kann sich auszahlen, wenn Akteure schneller und nachhaltiger für ein neues Handlungssystem fit gemacht werden sollen. Durch geringere Teilnahmegebühren und den Wegfall der Übernachtungs- und Reisekosten lassen sich die Ausgaben um bis zu 30% reduzieren.

Doch neben der Sonnenseite, gibt es auch Schatten. Denn inzwischen wird auch immer deutlicher, dass E-Learning das klassische Lernen nur bedingt ersetzen kann. So zeigt die Studie der American Society for Training and Development (ASTD) für das Jahr 2001, dass die 1998 vorhergesagten Steigerungsraten für den Anteil des E-Learning an den Vermittlungsmethoden bei weitem verfehlt wurden.

Tatsächlich ist der über E-Learning vermittelte Anteil sogar von 9,1% in 1997 auf 8,4% zurückgegangen. Vermutet wird, dass dies auf die früh gemachten negativen Erfahrungen der Lernenden zurückzuführen ist. Ein Risiko für die weiteren E-Learning-Aktivitäten! Denn es scheint sich auch zu bestätigen, dass die Enttäuschten auch mit verbesserten Lernmitteln nur schwer dazu zu bewegen sind, einen neuen Versuch zu wagen.

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Beim E-Learning oder virtuellen Lernen ist der Computer Lernpartner des Akteurs. Die Möglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologie werden für seinen Lernprozess genutzt. Häufig wird für diese neue Form des Lernens auch die Bezeichnung Web Based Learning (WBL) oder Computer Based Training (CBT) verwendet.

Intra-, Extra- und Internet erlauben Lernen à la carte, entsprechend kurzfristigen betrieblichen Erfordernissen oder individuellen Interessen, wann und wo der Nutzer es wünscht.

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Formen des E-Learning

Lernprogramme, Plan- und Rollenspiele

Auf Servern hinterlegte interaktive Lernprogramme erlauben den Akteuren die dezentrale Nutzung und Learning on demand. Lerninhalt, -zeitpunkt, und -tempo können entsprechend den individuellen Bedürfnissen selbst bestimmt werden. Problemlösungen sind nach dem Just in Time-Prinzip zugänglich.

Eine multimediale Aufbereitung des Stoffes spricht mehrere Sinne gleichzeitig an und optimiert so den Lernprozess.

Plan- und Rollenspiele bieten den Akteuren besondere Interaktivität und ermöglichen das virtuelle Lernen im Team.

Lerngruppen-Chats und Diskussionsforen

Der unmittelbare Kontakt zu anderen Lernenden in Lerngruppen-Chats oder - zeitlich versetzt - in Diskussionsforen gibt Teilnehmern die Chance zu Fragen und Austausch über den Lernstoff. Dieser Austausch schließt sich sinnvoller Weise an andere Elemente des E-Learning an.

Online-Tutoring

An den Chats und Diskussionsforen können Tutoren als Experten zum Lerninhalt teilnehmen und den Akteuren bei Fragen und Problemen Rede und Antwort stehen. Außerdem können die Akteure ihnen per E-Mail Tests zur Korrektur senden, um ihren Lernerfolg zu kontrollieren.

Videokonferenzen

Durch Videokonferenzen können im Prinzip ganze Trainings oder Vorlesungen vom Arbeitsplatz aus "konsumiert" werden. Sie bieten natürlich auch Gelegenheit zum Austausch mit Tutoren und anderen Lernenden.

Lernplattformen im Internet

Als Alternative zu Intranetlösungen bietet sich die Bildung unternehmensübergreifender Lernplattformen im Internet an (siehe auch Knowledge Communities).

Mit solchen Plattformen im World-Wide-Web bieten zum Beispiel heute schon Gewerbeverbände schnelle und unkomplizierte Unterstützung bei Alltagsproblemen. Die Inhalte richten sich nach typischen Informationsbedürfnissen, etwa Fragen zu den Bereichen

  • Arbeitsrecht,
  • Marketing,
  • Finanzen,
  • oder dem Umgang mit Banken.

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Vorteile des E-Learning

Wenn die Akteure am Arbeitsplatz lernen können, reduziert das Organisationsaufwand, Arbeitszeitausfall und dadurch Kosten der Weiterbildung drastisch.

Die Mitarbeiter müssen nicht mehr "auf Vorrat" lernen und ihre individuellen Lernpräferenzen werden stärker berücksichtigt. Die Anonymität, in der das virtuelles Lernen erfolgen kann, schützt sie vor der Angst, durch das Offenbaren von Wissenslücken Ansehen bei Kollegen und Vorgesetzten zu verlieren. Lernbereitschaft und die Effizienz der Lernprozesse werden optimiert und so erneut Kostenvorteile geschaffen.

E-Learning eignet sich auch zur Vorbereitung von klassischen Lernmethoden. Teilnehmer von Seminaren können sich gezielt vorbereiten, so dass die Präsenzveranstaltung auf höherem Niveau beginnen kann.

Vorteilhaft ist auch die Möglichkeit, im Internet mit anderen Mitarbeitern zusammen zu lernen, z.B. Arbeitsgruppen in Chaträumen zu bilden; so können selbst sehr große Unternehmen viele, einschließlich der ausländischen Fillialen an den Lernprozessen teilhaben lassen. Das Wissensmanagement des Unternehmens wird dadurch optimiert.

Als ideal hat sich das Internet für simples Faktenlernen erwiesen. E-Learning ersetzt bzw. ergänzt in dieser Hinsicht also eher das klassische Lehr- und Übungsbuch.

Grenzen und Problemfelder

Generell bestätigt sich die Annahme, daß man E-Learning nicht als einen vollständigen Ersatz der bisherigen Art der Weiterbildung betrachten kann. Bewährt hat sich der Trend, ihn zusammen mit den anderen Methoden und v.a. mit Präsenzveranstaltungen zu kombinieren. Nachfolgend die häufigsten Probleme:

  • Es lassen sich längst nicht alle Themen elektronisch erarbeiten. Kognitiv ausgerichtete Bereiche werden wirksamer im Präsenztraining vermittelt.
  • Oft läßt die Intensität der Online-Lernangebote nach einiger Zeit nach, nicht nur infolge der umständlichen Bedienung der Programme, sondern auch wegen der fehlenden Motivation (Präsenzveranstaltungen geben den Mitarbeitern - dank der sozialen Kontakte - mehr Ansporn).
  • Auch wenn das E-Learning je nach Konzeption Interaktion zulässt, bleibt diese in den meisten Fällen beschränkt. Der angemessene und erfolgreiche Umgang mit Kunden etwa (also der Bereich der sogenannten soft skills), lässt sich auch mit den ausgefeiltesten Lern-Programmen nicht ausschließlich am PC erlernen.
  • Bei Prüfungen sind Täuschungen verhältnismäßig schwierig auszuschließen. Deshalb ist für solche Zwecke dann doch mindestens eine Präsenzveranstaltungen erforderlich.

Beispiel Deutsche Bank

Besonders global agierende Unternehmen investieren in E-Learning. So hat die Deutsche Bank in den letzten zwei Jahren im Rahmen der Corporate University auch den Aufbau einer elektronischen Lernplattform forciert. Sie ergänzt die Präsenzveranstaltungen in idealer Weise und hat dazu geführt, dass die Zahl der Seminartage verringert werden konnten.

Doch das viel Entscheidendere war, dass den Teilnehmern mehr Übungszeit zur Verfügung stand und sie effektiver lernen konnten. Dies gelang besonders durch das Bilden von virtuellen Arbeitsgruppen, die ihre Erfahrungen, Probleme und Lösungen in Chaträumen austauschen konnten. Ein Tutor konnte sich in den Erfahrungsaustausch einschalten, Tipps geben oder korrigierend eingreifen.

Links und Literatur

  • Siemens Business Services, Training and Services, hat einen ganz besonderen Java-Lehrgang gestartet: Er wird nach der Distance Learning-Methode durchgeführt: Gelernt wird in Projektgruppen, die per Datenleitung mit den Dozenten verbunden sind und vor Ort gecoacht werden.
  • Seufert, Sabine / Mayr, Peter; managerSeminare (2002): Fachlexikon e-learning, Wegweiser durch das e-Vokabular - Die 111 wichtigsten Begriffe des e-Learning. Die zentralen Begriffe sind hier übersichtlich erläutert und ein- und zugeordnet. 144 Seiten; 19,90 EUR., Bstnr.: tb-3924

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