Ältere Mitarbeiter – dringend gebraucht

So führen Sie altersgemischte Teams mit Führungsintelligenz

Der demografische Wandel hat uns eingeholt und ist in vielen Unternehmen bereits fühlbar eingetroffen. Die meisten Unternehmen würden dem so lange kultivierten Jugendwahn bei der Besetzung von Stellen noch gerne anhängen. Aber zum großen Bedauern mancher Führungskräfte und Personalabteilungen ist dies heute nicht mehr möglich. Es stehen nicht ausreichend junge Mitarbeiter zur Verfügung. Und es werden immer weniger. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass die Zeiten, wo Teams altersmäßig homogen zusammengesetzt werden konnten, vorbei sind.

Unternehmen tun gut daran, dafür zu sorgen, dass ihre älteren Mitarbeiter so lange wie möglich im Unternehmen bleiben wollen. Denn sie brauchen sie. Dringend. Führungskräfte werden es in naher Zukunft mit Teams zu tun bekommen, in denen sich mindestens drei Generationen unterschiedlicher Geisteshaltung und Erfahrung aufhalten. Altersgemischte Teams.

Das bringt für Personalabteilungen und Führungskräfte, Gruppenleiter und das sonstige Führungspersonal enorme Herausforderungen mit sich. Aber auch große Chancen. Wenn an diese – für alle ja noch relativ neue - Situation mit der entsprechenden Führungsintelligenz herangegangen wird.

Wer trifft da aufeinander?

In altersgemischten Teams treffen sich heute unter Umständen die sogenannten Digital Natives, die Generation Y. Also Menschen, die mit digitalen Technologien wie Computern, dem Internet, Mobiltelefonen, etc. aufgewachsen sind.

Ihnen gegenüber stehen die Digital Immigrants, die diese Dinge erst im Laufe ihres erwachsenen Lebens kennengelernt haben. Innerhalb der Digital Immigrant müssen wir meines Erachtens auch zwischen Menschen unterscheiden. Die, die neuen Technologien sehr rasch adoptiert und adaptiert und einen großen Teil ihres Berufslebens damit verbrachten. Und jenen, die in ihren Jobs nie gefordert waren, all das technisch Neue, das da mit Macht hereinströmte, zu lernen, sich damit auseinanderzusetzen.

Nun wird auch diese Altersgruppe vermehrt gebraucht und ist an sich aufgerufen, diesen Lernprozess nachzuholen. Das ergibt also schon drei total unterschiedliche Gruppierungen, die definitiv im Team nicht dieselbe Sprache sprechen werden. Hier geht es nicht nur um altersbedingte, sondern auch ideologische Unterschiede, die zu überbrücken sind.

Altersgerechte Organisation und Struktur der Tätigkeiten

Ältere Mitarbeiter benötigen generell mehr Zeit, um sich zu erholen, um ihre physische wie psychische Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Wenn nun die Arbeit in altersgemischten Teams entsprechend der jeweiligen Leistungsfähigkeit verteilt wird, verliert dieser Faktor an Bedeutung.

Führungsintelligente Führungskräfte werden das automatisch praktizieren. Damit stellen Sie sicher, dass viele Fähigkeiten ihrer älteren Mitarbeiter sehr lange konstant bleiben. Ältere Mitarbeiter werden ihre Leistungsfähigkeit während eines Arbeitstages aus ihrer Erfahrung heraus perfekt austarieren und ausgezeichnete Ergebnisse erzielen, weil sie sich und ihren Arbeitsrhythmus genau kennen. Ihren mangelnden jugendlichen „Sturm und Drang“ machen sie durch Erfahrung und – durchaus positiv gemeint – große Routine wett.

Voraussetzung dafür sind auf jeden Fall individuelle Gedanken zu jedem Arbeitsplatz, zur Arbeitsumgebung, zu den Arbeitsmitteln und den Arbeitsprozessen. Hier ist die Führung aufgerufen, die strukturell passenden Bedingungen zu schaffen.

Leistung hängt nicht vom Lebensalter ab

Die tatsächliche Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern hängt nicht wirklich vom Lebensalter ab! Sondern vielmehr vom Umfeld und den bisherigen Karrierestationen.

Wenn Menschen in einer leistungsfördernden Umgebung unterwegs sind und das immer waren, entfalten und nutzen sie ihre Potenziale auch bis weit über das bisherige Ruhestandsalter hinaus.

Hier setzt die führungsintelligente Führungskraft an und fordert ältere Mitarbeiter durch spezielle Weiterbildungsprogramme. Führungskräfte, die nur die jüngeren Mitarbeiter auf Weiterbildungen senden, blockieren diese natürliche ständige Entwicklung und sorgen so für Stagnation ihrer älteren Kollegen. Dass diese sich dann zum alten Eisen zugehörig fühlen und gerne in den Ruhestand entfliehen, liegt nahe.

Nicht schlechter, sondern anders

Es ist ein Mythos, dass Ältere schlechter lernen als Junge. Sie lernen nur anders.

Ältere haben im Laufe ihres Lebens eine Menge an Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben. Ergänzt durch ihre gesammelten gelebten Erfahrungen verfügen sie über einen umfangreichen Erfahrungsschatz.

Wollen und dürfen Unternehmen auf diesen verzichten? Nein, definitiv nicht. Deswegen müssen sie ihren gemischten Teams passende Qualifizierungsangebote vorlegen. Die Bereitschaft zum Lernen, zur Weiterbildung ist keine Frage des Alters. Als Führungskraft müssen Sie diese Lust am Lernen, am Neuen, in ihren Mitarbeitern entfachen und am Leben halten.

Eine große Herausforderung für Führungskräfte

Ältere und jüngere Mitarbeiter in unterschiedlicher Art und Weise so zu führen, dass alle mit Freude und in Harmonie zum Teamerfolg beitragen, stellt eine besondere Herausforderung dar.

Führungskräfte müssen den vorhandenen Grad der Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der älteren Mitarbeiter richtig erkennen, einschätzen und geschickt mit den Befähigungen der jüngeren Teammitglieder verknüpfen. Dazu benötigen sie hohes Einfühlungsvermögen und neben der reinen Führungsintelligenz auch die kommunikative Intelligenz, mit den diversen „Playern“ in den verschiedenen Teams verbal adäquat in Kontakt zu treten.

Es ist Ihre Aufgabe als Führungskraft, den Dialog mit allen Altersgruppen zu beherrschen und auch dafür zu sorgen, dass die verschiedenen „Generationen“ miteinander kommunizieren, und zwar nicht als Zwang, sondern als Teil eines natürlichen, harmonischen Prozesses. Wenn Sie als Führungskraft hier derjenige sind, der alle Gruppen kommunikativ unter einem Dach vereint, können Sie nur gewinnen.

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Generationenübergreifendes erfolgreiches Miteinander

Altersgemischte Teams sind bereits Realität. Diese Realität wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Beschäftigte 50+ werden in sehr naher Zukunft einen wesentlichen Anteil der Belegschaften von Unternehmen ausmachen. Diese gemischten Teams können ihre Aufgaben nur dann hervorragend erfüllen, wenn sie in den Unternehmen die richtige logistische wie moralische Unterstützung erhalten.

Führungskräfte müssen durch gelebte Führungsintelligenz und intelligente Konzepte die notwendigen Voraussetzung für ein generationenübergreifendes erfolgreiches Miteinander schaffen.

Autor

Volker Schneider

Volker Schneider ist Dipl. Betriebswirt, Speaker, Trainer und Coach. Er gilt als maßgebender Experte für Führungsintelligenz. Seine Karriere begann er im Polizeidienst als Streifenbeamter und Zivilfahnder. Danach wechselte er in die Wirtschaft, wo er lange Jahre erfolgreich in verschiedenen Geschäftsführerpositionen und als Vorstandsvorsitzender einer mittelständischen Aktiengesellschaft tätig war. Heute ist er Inhaber eines Beratungsunternehmens und gibt sein Wissen zum Thema „Intelligenz führt“ in seinen souveränen und humorvollen Vorträgen weiter. Volker Schneider ist Professional Member der GSA - German Speakers Association.

Mehr Infos auf http://www.volkerschneider.net/

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