I-Mode

Soll man das WAP-Handy schon einmotten?

Steht das Wireless Application Protocol (WAP) schon vor dem Aus? Während WAP in Europa noch mit Startschwierigkeiten kämpft, hat das japanische Pendant I-Mode schon längst Fuß gefaßt und M-Commerce - die mobile über Handy abgewickelte Variante des E-Commerce - massenfähig gemacht.

Dessen Anbieter NTT DoCoMo, der als Pionier im Februar 1999 das mobile Internet in Japan einführte, plant eine Ausdehnung des Mobile-Internet-Standards auf Europa. Für März 2001 ist die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der niederländischen KPN mobile (zu der auch E-plus gehört) geplant.

Bis dahin bleibt der Genuss der I-Mode-Anwendungen den Japanern vorbehalten. Sie sind die Avantgarde im Bereich M-Commerce. Denn zur Zeit leben nur 5% der Benutzer des mobilen Internet in Europa, und gar nur 0,9% in den USA.

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I-Mode - das "I" steht für Information und nicht für Internet - ist ein Service-Standard für kabellose Internet-Verbindung mittels eines "cell phone", das von NTT DoCoMo entwickelt wurde. Im Gegensatz zu WAP ermöglicht I-Mode ähnlich wie der gerade gestartete GPRS(General Packet Radio System)-Standard eine kontinuierliche Verbindung mit dem Internet via Handy (always-on). Der Anwender bezahlt aber nur die tatsächlich übermittelten Daten.

Die zur Zeit in Europa verfügbaren Mobilfunknetze erlauben nur den Zugriff auf die WAP-Sites, die in WML geschrieben sind. I-Mode dagegen kann ohne Umweg über WAP die in der Internet-Sprache HTML verfaßten Websites interpretieren. Dies erschließt dem Nutzer einen viel größeren Teil des Netzes auf einfachere und schnelle Weise.

Der Nachteil an I-Mode gegenüber GPRS auf WAP-Basis besteht in der geschlossenen Struktur. NTT DoCoMo verfügt quasi alleinig über das Know-How und die Rechte an seinem System. WAP hingegen wird weltweit von mehr als 500 Unternehmen - vom Handy-Hersteller bis zum Mobilfunkanbieter loyal unterstützt. Manchen drängt sich hier der Vergleich zwischen PC - als offenem System - und dem geschlossenen Apple-Standard auf.

Inzwischen wird die Forderung nach einem Aufbrechen des Monopols immer lauter. Anfang Februar drängte das japanische Telekommunikationsministerium NTT DoCoMo den erfolgreichen Internetservice I-Mode künftig für noch mehr Webseitenbetreiber, die keine offiziellen Partner des Unternehmens sind, zu öffnen.

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Technologie

I-Mode ist ein proprietärer, d.h. von NTT DoCoMo selbst entwickelter Standard. Dem Gateway bei WAP entspricht bei I-Mode das sog.I-Mode-Center, das die Verbindung zwischen Web und Funknetz herstellt. I-Mode funktioniert nicht mit europäischen GSM-Netz, sondern basiert auf dem NTT-proprietären Personal-Digital-Cellular-Netz (PDC-Netz).

I-Mode operiert mit dem Übertragungsprotokoll Code Division Multiple Access (CDMA); damit können mehrere Teilnehmer den gleichen Kanal zur selben Zeit benutzen. Die Übertragungsgeschwindigkeit liegt bei 9,6 Kbit/s; damit ist sie niedriger, als ein Modem (ca. 28,8 Kbit/s). Anders als WAP-Standard, der auf Sites in WML angewiesen ist, setzt I-Mode auf solche in compact HTML (CHTML); es ist ein "abgespecktes" HTML 3.0 - die "Internet-Sprache".

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Anwendungen und Vorteile

Anwendungen

Die Liste der Möglichkeiten, die I-Mode bietet, umfaßt beispielsweise:

  • Senden und Empfangen von E-Mails,
  • Abfragen von Nachrichten, Wettervorhersage oder Sportergebnissen,
  • Laden von Musikstücken und Cartoons aus dem Internet,
  • Online-Banking und -Brokering,
  • Spiele,
  • Hilfe bei Restaurant-Suche in unbekannten Städten.

Vorteile

Gegenüber WAP bietet I-Mode den Nutzern einige Vorteile, die seinen Siegeszug in Japan zumindest teilweise erklärbar machen:

  • Der schnelle Zugriff auf die Internet-Seiten ist ein Unterschied zu WAP, und sogar zu PC; während man mit dem Letzteren mind. 60 sec braucht, bringt einen I-Mode nach weniger als 10 sec ins Netz
  • I-Mode hat den Vorteil, daß nicht nach online-Zeit abgerechnet wird, sondern nach tatsächlich übertragener Datenmenge (dabei ist man die ganze zeit online).
  • Auf einem I-Mode-Browser lassen sich auch animierte und farbige Graphiken darstellen. Beides ist mit herkömmlichen WAP-Handys noch nicht möglich.
  • Internet-Inhalte können für I-Mode komfortabler programmiert werden; der Umweg über WML ist arbeitsintensiver, v.a. wenn es sich um eine für PC und Handy Content anbietende Seite handelt.
  • I-Mode-Seiten kann man auch am PC mit den Browsern wie Netscape, oder Internet-Explorer betrachten; das Bild entspricht aber nicht zu 100% dem, was der I-Mode-Handy auf dem Display anzeigt.

Zukunftsprognosen für I-Mode

In Japan erfreut sich I-Mode einer großen Popularität; bereits 70% der Mobilfunknutzer dort besitzen ein I-Mode-Handy. Die Erfolgsstory von NTT DoCoMo vervollständigen die Meldungen über Expansion des Konzerns in USA und Europa. In USA steigt er bei AT&T Wireless ein, womit eine USA-Plattform für I-Mode möglich wird. In Europa investiert der Konzern in die Mobilfunkeinheit der niederländischen KPN, wobei noch keine Einzelheiten über die Pläne diesbezüglich bekannt seien.

Doch der GSM- und PDC-Netz sind nicht miteinander kompatibel, also auch nicht die mobilen Endgeräte. Jack Gold, ein Analyst der Meta-Group hält einen einheitlichen Mobilfunkstandard für möglich, doch erst in etwa 3-5 Jahren. DoCoMo und der britische IT-Dienstleister Logica arbeiten zur Zeit an der Verbindung des I-Mode mit der WAP-Technologie. Auch bleibt abzuwarten, ob I-Mode für die Unternehmen attraktiv sein wird, die die teuren UMTS-Lizenzen schon erworben haben.

Links und Literatur

 

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