Intellektuelles Kapital

Der wahre Wert?

Die Wissenschaft hat schon seit geraumer Zeit realisiert, dass sich der Wert einer Organisation nicht nur aus buchhalterisch erfassbaren Größen zusammensetzt.
Nun ziehen die Finanzmärkte nach und fordern eine standardisierte Benchmark für das intellektuelle Kapital. Auf der Suche nach der optimalen Methode lernte der Autor verschiedene aktuelle Ansätze kennen. Seine Recherchen führten zu keinem eindeutigen Resultat, dafür aber zu einer Idee.

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Das intellektuelle Kapital (IC) wird oft als Differenz zwischen dem Marktwert und dem Buchwert eines Unternehmens ermittelt.
Es ist unbestritten, dass bei wissensbasierten Organisationen das intellektuelle Kapital den größten Anteil des Unternehmenswertes ausmacht. Dieser Wert jedoch wird in klassischen Jahresberichten nicht deklariert und findet auch keine Berücksichtigung in den konventionellen Bewertungsmodellen.
Die Komponenten des intellektuellen Kapitals sind interaktiv: Zuerst bauen die Humanressourcen strukturelle Ressourcen auf; beide zusammen generieren die relationalen Ressourcen.

Es ist unbestritten, dass Stakeholder das intellektuelle Kapital (Intangibles) als Bewertungskriterium entdeckt haben und eine Offenlegung dieser weichen Werte fordern, die objektive Vergleiche zulässt. Dennoch wird in klassischen Due Diligence Verfahren diese wohl wichtigste Ressource - wenn überhaupt - nur rudimentär behandelt.

Warum? Weil "weiche Werte2 nicht in absoluten Zahlen gemessen werden können? Oder sind es Ängste, die Geheimnisse von hart erarbeiteten Wettbewerbsvorteilen offenlegen zu müssen?

Die Kontroverse zwischen der Geheimhaltung sensibler Daten und einer gezielten Stakeholder-Kommunikation sowie die Komplexität, für unterschiedlichste Wissensstrukturen allgemeingültige Bewertungskriterien zu finden, erfordern eine konsensfähige Berichtsform, mit der alle Beteiligten leben können.

Intangibles (nicht fassbare Grössen) oder Intellektuelles Kapital (IC) sind Terminologien für die nicht buchhalterisch ausgewiesenen Aktivposten einer Organisation. Es ist unbestritten, dass bei wissensbasierten Organisationen das intellektuelle Kapital den grössten Anteil des Gesamtwertes ausmacht.
Um mit intellektuellem Kapital arbeiten zu können, muss es in (Wissens-) Ressourcen gegliedert werden.

Die drei Komponenten des intellektuellen Kapitals sind interaktiv: Initial sorgt das Human Kapital für den Aufbau des strukturellen Kapitals, beide zusammen generieren das relationale Kapital. IC-Prozesse dienen auch dazu, speziellen Stakeholder-Gruppen die Ziele, Massnahmen und Resultate der Wissensarbeit zu kommunizieren.

Damit müssen sich die Investoren bei der Beurteilung nicht auf rein finanzielle Kenndaten beschränken und erhalten Einblick in die Zukunftssicherung.
Doch gerade in der IC-Bewertung liegt die Crux: Benchmark-Vergleiche setzen eine gleich hohe Messlatte voraus, während wissensbasierte Organisationen jedoch unterschiedliche Prioritäten in der Wissensarbeit setzen müssen.
Auch melden viele Organisationen Vorbehalte bezüglich der Preisgabe ihrer IC-Daten an, weil sie diese als strategische Informationen betrachten, welche zur Optimierung des internen IC-Managements dienen und der Geheimhaltung unterliegen.

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Die beschriebene Aussichtslosigkeit, IC-Daten valorisierend und standardisiert zu vergleichen, erfordert eine alternative IC-Bewertung. Um einen Einblick in die Zukunftssicherung zu erhalten, werden mit einem IC-Assessment die eingesetzten Methoden beurteilt.

Die Vorgehensweise ist vergleichbar mit dem etablierten Qualitätsmanagement-System ISO 9001, in welchem die resultie Mit dem IC-Assessment werden nicht quantifizierte Daten (Indikatoren) verglichen, sondern belegbare Massnahmen für ein nachhaltiges IC-Management evaluiert.
Mit anderen Worten wird für die prospektive IC-Bewertung nicht das WAS (resultierende IC-Daten) beurteilt, sondern das WIE (dokumentierte Prozesse und Instrumente).

Für die Komponenten der drei IC-Kategorien und für das IC-Management werden Forderungen definiert, welche von etablierten Instrumenten und Prozessen der organisationalen Wissensarbeit abgeleitet werden.
Das ICMS-15649 umfasst total 28 konkrete Forderungen. Grundsätzlich ist jede berichtende Organisation verpflichtet, zu jeder Forderung Stellung zu nehmen.
Dieses Vorgehen bringt mit sich, dass erkannt werden kann, welche der wissensbasierten Massnahmen optimierungsfähig sind resp. gezielter gestaltet werden können. Betreibt eine Organisation kein systematisches Wissensmanagement, trägt das ICMS-15649 zur Systematisierung der Wissensarbeit bei: Notwendige Massnahmen werden erkannt, welche für eine bedarfsorientierte Wissensstrategie die Voraussetzung sind.

Links und Literatur

Eine gelunge Übersicht zum Intellectual Capital Management System (ICMS) finden Sie in dieser PDF-Broschüre von Thomas Auer.

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