Interessenausgleich

Konflikte konstruktiv nutzen

Die Zusammenarbeit vieler Menschen mit ihren verschiedenen Zielen, Vorstellungen und Abhängigkeiten unter einem Dach prädestiniert eine Organisation dazu, Konflikte am Fließband zu produzieren.

Doch besonders Veränderungsprozesse bringen Konflikte mit sich. Sei es, dass die Interessensgegensätze dadurch an die Oberfläche kommen oder erst entstehen. Vor allem, wenn sich interagierende Akteure in unterschiedlichen Wahrnehmungsphasen der Neuausrichtung befinden, sind unterschiedliche Auffassungen an der Tagesordnung.

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Unter Interessenausgleich kann man alle Bemühungen verstehen, auftretende Konflikte in für die Konfliktparteien akzeptabler Weise zu lösen. Ein bedeutungsähnlicher Begriff ist Konfliktmanagement.

Dabei kann es nicht darum gehen, Konflikte so früh wie möglich abzuwürgen und so ihr konstruktives Potenzial zu verspielen. Gerade um dieses Potenzial im Interesse des Unternehmens zu nutzen, ist in der Konfliktführung und -lösung Sozialkompetenz und emotionale Intelligenz von fundamentaler Bedeutung.

Die Bedeutung von Konflikten für ein Unternehmen

Die Art und Weise, wie Interessen im Unternehmen ausgeglichen werden, prägt die Qualität der Konflikte und das Konfliktpotenzial der Zukunft unmittelbar. Das berufliches und private Wohlbefinden aller Akteure wird durch Häufigkeit und Bewältigung von Konflikten am Arbeitsplatz massiv beeinflusst. Auch deshalb sinkt ab einem gewissen Punkt mit jeder Zunahme des Konfliktpegels die organisatorische Effizienz.

Aus diesen Gründen sind konstruktiver Umgang mit Konflikten und entsprechende institutionalisierte Mechanismen und Methoden zur nachhaltigen Konfliktlösung von vitalem Interesse für Führungskräfte aller Ebenen.

Weil gerade Veränderungsprozesse bei vielen Akteuren für Verunsicherungen und unterschiedliche Auffassungen sorgen, ist die Umbruchphase eine besonders konfliktträchtige Zeit. Nur wenn eine Konfliktlösung von den Betroffenen wirklich akzeptiert wird, kommt es nicht postwendend zum Folgekonflikt.

Methoden des Interessenausgleichs

Wie oben bereits erwähnt spielt bei der Lösung von Konflikten die Sozialkompetenz der Beteiligten eine große Rolle. Insofern verbessern Maßnahmen zur Stärkung der sozialen Kompetenz der Akteure immer auch die Qualität und Zukunftsfähigkeit ihrer Konfliktlösungen. Besonders sinnvoll ist es Fähigkeiten, Wissen und praktische Erfahrung zu vermitteln und vorzuleben, die helfen

  • zwischenmenschliche Beziehungen besser zu gestalten,
  • größere Transparenz hinsichtlich Konfliktbedingungen und - Ursachen sowie
  • möglichen Formen des Interessenausgleichs zu schaffen.

Daneben gibt es unzählige Verfahren, die bei der Lösung schwieriger und festgefahrener Konflikte helfen. Zwei sollen an dieser Stelle Erwähnung finden: das pragmatische Vier-Schritt-Verfahren und das Harvard-Konzept. Großer Popularität erfreut sich auch die Mediation, bei der ein neutraler Dritter (der Mediator) zwischen den Konfliktparteien vermittelt.

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Konfliktlösung in vier Schritten

Sobald der Begriff Konflikt im Raum steht, werden innere Bilder aktiviert, die weniger mit Ausgleich denn mit Angriff oder Verteidigung zu tun haben. Die Erkenntnis, dass vielmehr verschiedene Interessen bestehen, die es mit einer Lösung auszugleichen gilt, erweitert den Spielraum für die Beteiligten enorm. Damit dieser Ausgleich gelingt, ist es ratsam in vier Schritten vorzugehen:

  • Unterschiedliche Interessen akzeptieren
    Die unterschiedlichen Interessen werden aufgedeckt und ihre Bedeutung für die jeweilige Partei geklärt.
  • Einflüsse aus dem Umfeld beachten
    Sind die vertretenen eigene Interessen oder werden sie für Dritte im Hintergrund verfolgt. In diesem Fall sollte überprüft werden, ob ein Kommunikationsproblem die Lage unnötig kompliziert.
  • Auf ausgewogene Beziehungen setzen
    Es geht darum, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden, die ein weiteres Miteinander ermöglicht. Bei dauerhaften Partnerschaften bietet sich außerdem die Chance, Interessen in „Paketlösungen“über einen längeren Zeitraum und nicht in der Einzelsituation auszugleichen.
  • Vorteile für alle bieten
    Sollten die vorausgehenden Schritte keine Lösungsalternativen aufgezeigt haben, besteht nun die schwierige Aufgabe, die Interessen so auszubalancieren, dass beide Seiten mit einem Vorteil für ihr Umfeld den Tisch verlassen. Ob eine Lösung als fair empfunden wird, hängt dabei auch davon ab, wie groß die Vorteile für die andere Seite eingeschätzt werden.

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Das Harvard-Konzept

Die Grundregel des auch Harvard-Negotiation-Konzept genannten Verhandlungsverfahrens ist die Trennung von Sach- und Personenebene. Statt die eigenen Interessen auf besonders harte oder weiche Art durchzusetzen, stellt sachbezogenes Verhandeln den beidseitigen Nutzen einer Lösung in den Vordergrund.

Ziel ist es, die trotz aller Gegensätze bestehenden gemeinsamen Interessen herauszuarbeiten. Auf dieser Basis können gemeinsam Lösungsalternativen erarbeitet werden, über die dann mit objektiven und beidseitig akzeptierten Bewertungskriterien entschieden wird.

Der Ansatz funktioniert aber nur unter gewissen Voraussetzungen:

  • Die Verhandlungspartner sind ernsthaft an einer Lösung interessiert und ziehen den Kompromiss einem Scheitern der Verhandlungen vor.
  • Beide Seiten sind auf einander angewiesen.
  • Sie verfügen alle über die erforderliche Macht, die getroffenen Vereinbarungen in ihrem Umfeld umzusetzen.
  • Das erforderliche Maß an Disziplin, Sozialkompetenz und Verhandlungserfahrung ist bei den Verhandlungspartnern vorhanden.

Links und Literatur

  • Mehr über das Harvardkonzept:
    http://www.laum.uni-hannover.de/ilr/lehre/
  • Ausführlichere Information über Wirtschaftsmediation:
    http://www.wirtschaftsmediation.com/iwasist.htm#Wirt
  • FISHER, R. / URY, W. (2000): Das Harvard-Konzept. Sachgerecht verhandeln – erfolgreich verhandeln. Frankfurt am Main 2000.
  • ANWANDER, A. (1992): SKAI. Ein Konzept zum Training sozialer Kompetenz zum Ausgleich von Interessen auf der Basis einer Integration von Planspiel und Rollenspiel.
  • ANWANDER, Armin: Strategien erfolgreich verwirklichen: Wie aus Strategien echte Wettbewerbsvorteile werden. Zweite, erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2002. ISBN 3-540-42445-8.

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