Job Enrichment

"Bereicherte Jobs" geben motivierte und leistungsfähigere Menschen

"Die heutigen Menschen glauben, dass man die Arbeit so einrichten müsse, dass sie möglichst viel Ertrag abwerfe. Das ist ein falscher Glaube; man muss die Arbeit so einrichten, dass sie die Menschen beglückt. "
Paul Ernst (1866-1933), dt. Schriftsteller

Die Arbeit macht "eigentlich" Spaß und auch mit den Kollegen kommt man gut aus. Und doch... es fehlt etwas? Eine neue Herausforderung, raus aus der Routine, aber doch keine komplette berufliche Veränderung: Job Enrichment (Aufgabenbereicherung) könnte hier eine Maßnahme der Arbeitsplatzgestaltung sein, die Hilfe bietet.

Der bisherige Aufgabenbereich wird bereichert, indem der Mitarbeiter oder die Führungskraft Aufgaben und Tätigkeiten übernimmt,

  • die zuvor einer höheren hierarchischen Ebene zugeordnet waren und
  • die qualitativ höherwertig und anspruchsvoller sind.

Es besteht für den Mitarbeiter die Chance, interessantere Tätigkeiten auszuüben und seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Diese Maßnahme kann die Produktivität, Kreativität und Motivation der Mitarbeiter fördern.
Gleiches gilt für Führungskräfte, die über ihre Führungsebene hinaus Entscheidungsbefugnisse erhalten. Es erfordert gleichzeitig aber auch von der jeweils verantwortlichen Führungskraft "loslassen" zu können, ohne dabei die Fäden aus der Hand zu verlieren.

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Job Enrichment vollzieht sich primär auf der vertikalen Ebene. Im Sinne einer solchen vertikal-dispositiven Aufgabenerweiterung werden Planungs-, Kontroll- und Entscheidungskompetenzen in die Arbeitsaufgabe integriert.

Dispositions- und Handlungsspielräume des Mitarbeiters werden vergrößert

Durch ein Mehr an Entscheidungs-, Durchführungs- und Verantwortungskompetenzen vergrößert sich der Dispositions- und Handlungsspielraum des Mitarbeiters. Er kann

  • zusätzliche Aufgaben aus dem Prozess übernehmen,
  • diese selbständig planen,
  • Arbeit verteilen,
  • Qualitätskontrollen durchführen und
  • die Koordination mit Schnittstellen übernehmen.

Der Einzelne hat die Möglichkeit, neue interessante Aufgaben zu übernehmen und sich beruflich weiterzuentwickeln. Dies kann wiederum positiven Einfluss auf die Entwicklung der intrinsischen Arbeitsmotivation bedeuten. Denn das individuelle Streben nach Handlungsspielraum, Selbstverwirklichung und Anerkennung wird realisierbar.

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Chance für das Unternehmen

Durch einen hohen Routineanteil in der täglichen Arbeit oder durch die Unterforderung der Mitarbeiter werden eventuell vorhandene Potenziale und Fähigkeiten nicht optimal genutzt. Durch Job Enrichment (aber auch Job Enlargement oder Rotation) besteht die Chance

  • die Motivation der Mitarbeiter zu fördern,
  • die Vertretungsmöglichkeit/Zusammenarbeitzu verbessern,
  • das Betriebsklima und die Unternehmenskultur zu fördern,
  • ungenutzte Potenziale erkennen und zu nutzen,
  • die Wettbewerbsfähigkeit als lernendes Unternehmen zu sichern,
  • Mitarbeiter durch die gesammelten Einblicke in andere Bereiche flexibler einsetzen zu können.

Die Einführung von Job Enrichment greift aber nicht nur strukturell in das Arbeitsfeld des Mitarbeiters ein. Schwierigkeiten treten dann auf, wenn der Mitarbeiter durch die Übernahme von komplexeren, qualitativ angereicherten Aufgaben überfordert ist.
Die Erweiterung des Aufgabengebietes und die zu übernehmenden Tätigkeiten sollten darum an den vorhandenen Potenzialen des Mitarbeiters orientiert sein:

  • Auf welche Kompetenzen, Fähigkeiten und Potenziale kann man bauen (Anforderungsprofil erarbeiten)?
  • Welche Alternativen gibt es für den Mitarbeiter (Job Rotation, Job Enlargement, arbeiten in Teilautonomen Gruppen etc.)?

Job Enrichment ist eine schwierige, anspruchsvolle, behutsam anzuwendende Veränderungsstrategie. Sie setzt komplexere Umsetzungsstrategien als das Job Enlargement voraus. Deshalb werden bei Arbeitsstrukturierungsmaßnahmen häufiger Aufgabenerweiterungen als -bereicherungen realisiert.

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Job Enlargement und Job Rotation

Job Enlargement

In Abgrenzung zum Konzept des Job Enrichments zielt das sogenannte Job Enlargement (Aufgabenerweiterung/-vergrößerung) auf eine horizontale Erweiterung des individuellen Tätigkeitsspielraums ab.

  • Der Mitarbeiter übernimmt innerhalb seines Arbeitsplatzes mehrere unterschiedliche Tätigkeiten.
  • Es findet eine Vergrößerung des Arbeitsspielraumes statt, nicht aber eine Erweiterung des Entscheidungsspielraumes.
  • Einer zu starken Spezialisierung der Mitarbeiter wird entgegen gewirkt.
  • Einseitige Belastungen des Mitarbeiters, Routine und Monotonie werden vermieden (Arbeitshumanisierung).

Job Rotation

Dahinter steht das Prinzip des Arbeitsplatzwechsels. Der Wechsel zwischen den Arbeitsplätzen kann tages- oder wochenweise erfolgen. Nicht zu empfehlen wäre tagesweise.

  • Dabei findet ein Tausch von Arbeitsaufgaben innerhalb der Gruppe statt.
  • Die einzelnen Arbeitsinhalte bleiben unverändert.
  • Durch dieses Arbeitsprinzip lässt sich die Monotonie der Arbeit verringern.

Links und Literatur

  • Bokranz, Rainer: Einführung in die Arbeitswissenschaft: Analyse und Gestaltung von Arbeitssystemen. Ulmer, 1991.
  • Feder, Ira: Customized Job Enrichment and its Effect on Job Performance. 1999.

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