Johari-Fenster

Der blinde Fleck im Unternehmen

Raster, Schubladendenken, Vorurteile, Eindrücke und Erfahrungen prägen das Bild auch von Kollegen. Doch was steckt wirklich hinter "dem Gesicht", in das man blickt? Welche Absichten, Interessen und Motivationen liegen dahinter?
Wissen, was den anderen bewegt, ist hilfreich, damit man sich entsprechend verhalten, darauf einstellen oder gar schützen kann. Und was für Menschen gilt, gilt in dem Fall auch für Unternehmen und Organisationen: Was steckt dahinter?

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Altbekannt: Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zwei verschiedene Sichtweisen.
Das vierteilige Johari-Fenster, nach den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham, ist ein einfaches Modell, das einen Vergleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung zulässt und mit Hilfe dessen man Veränderungen hinsichtlich der Wahrnehmung von (interpersonaler) Beziehungen darstellen kann.

Es zeigt, dass es Verhaltensweisen gibt, bei denen unbeabsichtigte Mitteilungen zur eigenen Person vorgenommen werden, aber gleichzeitig große Bereiche der eigenen Wahrnehmung verborgen bleiben.
Nur ein Bruchteil des Verhaltens einer Person, welches für eine soziale Situation relevant ist, wird eigentlich wahrgenommen. Wesentliche Aspekte sind nicht bekannt, bewusst oder zugänglich, weder von der Person selbst noch von anderen.

Macht man sich den Spaß und überträgt das Jahori-Fenster auf Unternehmen, erhält man sicherlich erstaunliche Erkenntnisse.

Aufbau

Teil A: Bereich des "freien Handelns"

Dieser Bereich beschreibt die "öffentliche Person". Es ist der Bereich der freien Aktivität, öffentlicher Sachverhalte und Tatsachen. Denn er zeigt den Teil des Verhalten, der einer Person selbst und anderen bekannt ist. In diesem Bereich ist das Handeln frei und unbeeinträchtigt von Ängsten oder Vorbehalten.
Bezüglich der Zusammenarbeit bspw. in der Gruppe oder im Team heißt dies, dass Motivationen und Verhaltensweisen der Gruppe selbst und die der anderen sichtbar sind. So kann eine Lösung durch das Gespräch mit anderen gefunden werden.

Teil B: Bereich des "Blinden Flecks"

Dies ist der "Blinde Fleck" der Selbstwahrnehmung. Dieser Bereich beherbergt den Anteil des Verhaltens, den man selbst wenig, andere aber sehr deutlich wahrnehmen.
Hier sind die unbedachten und unbewussten Gewohnheiten, Verhaltensweisen, Vorurteile oder Zu- und Abneigungen zu finden. Dies kommt meist nonverbal zum Ausdruck und wird anderen per Kleidung, Tonfall oder Gesten zu verstehen gegeben.
Zum Beispiel ein übertriebenes Geltungsbedürfnis, das von anderen wahrgenommen wird, der Person selbst aber nicht bewusst ist und welches dann zur Isolation führen kann. Auch werden Gruppenzugehörigkeiten deutlich erkennbar. Oder etwa der Tonfall mit der die Führungskraft zum Mitarbeiter spricht.

Teil C: Bereich des "Verbergens"

Hier ist der Bereich der "privaten Person". Teile des Denkens und Handelns sind hier verborgen, denen man ganz bewusst vor anderen verbergen möchte – die "heimlichen Wünsche", die "empfindlichen Stellen", aber auch religiöse Überzeugungen, politische Meinungen sind hier angesiedelt. Nur durch Vertrauen und Sicherheit zu anderen Personen kann dieser eingegrenzt werden.
Für die Gruppe heißt dies zum Beispiel, dass hier interne Dinge verborgen sind, die auch intern bleiben, also nicht nach außen getragen werden sollen. Hier lässt sich die Gruppenidentität messen. Oder die Führungskraft, die ihr "Nicht-Wissen" vor Mitarbeitern verbergen möchte. Schwierig wird es auch, wenn einzelne Ziele nicht mehr mit der Gruppe konform gehen.

Teil D: Bereich des "Unbewussten"

Dieser Bereich ist weder einem selbst noch anderen Personen unmittelbar zugänglich. Verborgene Talente und Begabungen können hier schlummern. Nur mit Hilfe der Tiefenpsychologie lässt sich dieser Teil des Unbewussten erschließen.
Innerhalb der Gruppenarbeit können diese verborgenen Fähigkeiten und Kompetenzen entdeckt werden. Oder ein Innendienstmitarbeiter, der eigentlich ein talentierter Außendienstmitarbeiter wäre und im Vertrieb vor Ort seine Begabung hat.

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Anwendung

Das Analyseschema des Johari-Fenster kann sowohl auf Einzelpersonen als auch auf Gruppen/ Teams. Denn es unterscheidet die Interaktionen zwischen Gruppenmitgliedern nach Bewusstseins- bzw. Bekanntheitsgrad von Motivationen, Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen.

Es findet Anwendung im Feedback, hier sind vor allem die Bereiche B und D relevant, als auch auf die Kommunikation innerhalb der Gruppe. In gleicher Weise gilt es auch für Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen, denn auch hier gibt es öffentliche Bereiche und blinde Flecke.

Beispiel:

Anfangs ist Teil A, der Bereich der "freien Aktivitäten", innerhalb einer neu gefundenen Gruppe sehr klein. Jedoch ist es für das Zusammenfinden und den gruppendynamischen Prozess sehr wichtig, genau diesen Bereich zu vergrößern und die Bereiche B und C zu verringern. Zum Beispiel durch.

  • Feedback geben und nehmen
  • die andere Person akzeptieren
  • sich selbst mitteilen und Informationen preisgeben.

Wird Feedback angenommen und konstruktiv reflektiert, kann dies zu einer Veränderung der Beziehungen innerhalb der Gruppe führen.
Bleibt man im Bild des Johari-Fensters, heißt dies unweigerlich: Verändert man einen Teil des Johari-Fensters, verändert man auch alle anderen.

Links und Literatur

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