Kreativitätstechniken

Kreativität was ist das?

Was ist eigentlich Kreativität? Und vor allem: wer legt fest, wann etwas kreativ ist? Obliegt dies nicht jedem Einzelnen, wie er Kreativität definiert?

Bis in die 50er Jahre war die Fähigkeit des Menschen zur Kreativität von den Wissenschaftlern kaum beachtet, sondern als angeborenes Attribut des Genies dem Schaffensbereich der Kunst zugeordnet.
1918 wurden in den USA Rekruten einem Intelligenz-Test unterzogen. Die Ergebnisse waren so schlecht, dass man an der Brauchbarkeit des Intelligenz-Quotienten zweifelte.

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Im Wettbewerb der USA und der Sowjetunion um die Nummer Eins im Forschungsfeld der Raumfahrt, entwickelte sich die Kreativitätsforschung, mit dem Hintergrund: "Warum der eine Mensch viele, der andere einige und die meisten keine Einfälle haben".

1950 stellte Paul J. Guilford, einer der wohl bedeutendsten Kreativitätsforscher dem linearen Denken, das "divergent thinking". Er machte auch klar, dass Intelligenztests keine Antwort darauf geben, was den kreativen Menschen ausmacht.

Paul J. Guilford definiert Kreativität (vom lateinischen creare = zeugen, gebären, schaffen) als ein komplexes Verhaltensmuster zahlreicher Faktoren. wie

  • Sensitivität für Probleme,
  • Ideenflüssigkeit (fluency),
  • geistige Flexibilität,
  • Originalität,
  • Neuartigkeit und
  • Einfallsreichtum.

Allgemein bedeutet Kreativität die Fähigkeit, vorhandenes Wissen auf neuartige, bisher unbekannte Weise zu kombinieren und zu ordnen. Und man ist sich einig darüber, dass das "Kreative" weit über die Grenzen des Künstlerischen hinausgeht.

Jeder hat seine eigene Kreativität und diese begegnet uns sehr oft im Alltag. Parnes verweist auf eine Schülerin der ersten Klasse, die noch nicht schreiben kann, aber sich dennoch einen Termin aufschreibt (praktische Kreativität). Ebenso sind Collagen einfache Anwendungen dieses Um- und Neuordnungsprinzipes (künstlerische Kreativität).

Gerd Binning, Nobelpreisträger für Physik, ist der Auffassung, dass man Kreativität lernen könne: "Sie ist eine Fähigkeit, die es sich zu erwerben lohnt - eine ungeheuer vielseitige Fähigkeit, die unabhängig macht."

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Prozess der Kreativität

Den Prozess der Kreativität kann man in vier Phasen beschreiben:

  • Problemstellung:
    Man hat den Wunsch nach einer Neuerung, einer Idee, kann diese aber bewusst noch nicht richtig fassen.
  • Reifephase:
    Inzwischen hat sich ein genaueres Bild von dem herauskristallisiert, was man eventuell als Idee "gesponnen" hat.
  • Geistesblitz:
    Kann einen wie gesagt aus heiterem Himmel treffen. "Aber wenn man nach der Nachtruhe auf das Problem wieder zurückkommt, oder nach einer Unterbrechung von wenigen Tagen, kommt einem eine glänzende Idee und man löst das Problem mit Leichtigkeit." Zitat George Polya (1887 - 1995)
  • Umsetzung:
    Es geht nun darum, alles in die Tat umzusetzen. Drei wichtige Kriterien sollten hinterfragt werden:

    • Ist die Idee wirklich neu?
    • Kommt es überraschend?
    • Bringt die Idee einen Mehrwert auch für anderen Personen?

Kreativität fördern heißt auch oft, erst Blockaden zu überwinden. Denn will man kreativ sein und sucht nach "der" Lösung, stellt man fest, dass der Kopf sprichwörtlich "leer" ist und raucht.
Jedoch kann man durch bestimmte Vorgehensweisen sowohl den Denkprozess als auch die Kreativität unterstützen:

  • Systematisches Denken heißt, zielgerichtet und strategisch, aber auch spielerisch, bei der Lösungssuche vorgehen.
  • Divergentes Denken bedeutet von verschiedenen Seiten aus denken. "Der Kopf ist rund, damit das denken die Richtung ändern kann." (Francis Martine de Picabin, franz. Maler)
  • Konvergentes Denken heißt aus dem eigenen vorhandenen Erfahrungs- und Wissensfundus auf die Lösung kommen.

Neben weiteren Kreativitätstechniken sind einfachste Mittel viel zu lesen, sich von Bildern inspirieren lassen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Schafft man dann noch eine "gute Atmosphäre" steht der Kreativität nichts mehr im Weg. Aber vor allem ist Zeit ein wichtiger Faktor.

Kreativitätstechniken

Nachfolgend sind die gängigsten Methode kurz aufgeführt.

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Assoziations-Techniken
Bei dieser Technik geht es darum, "frei zu denken", aber vor allem in alle Richtungen zu denken und gleichzeitig diese Gedankengänge zu verknüpfen.

  • Brainstorming:
    Ist wohl die gängigste Methode, um den kreativen Denkprozess gezielt anzuregen und eignet sich vor allem für Gruppenarbeit.
  • Brainwriting / Brainwriting-Pool / Methode 635:
    Eine Abwandlung des Brainstorming ist das Brainwriting bzw. die Methode 635. Die Sammlung und Entwicklung von Ideen erfolgt schriftlich (sechs Mitglieder erarbeiten in fünf Minuten jeweils drei Vorschläge des Problems in einem rotierenden Verfahren).
  • Brain-Walking

Analogie-Techniken / Bild-Techniken
Dies bedeutet, dass Ähnlichkeiten zu anderen Problemstellungen oder Abläufen gesucht werden. Scheinbar zusammenhangslose Dinge werden in Verbindung gebracht bzw. auf das eigentliche Problem übertragen.

  • Synektik:
    Der Amerikaner W.J. Gordon entwickelte diese Methode. Scheinbar verschiedene und irrelevante Aspekte werden zusammengebracht. Diese Methode zählt zu den schwierigsten Kreativitätstechniken und wird meist in der Gruppe eingesetzt.
  • Visualisierung:
    Wie soll das Ergebnis aussehen? Man macht sich ein Bild der Lösung, mit möglichst vielen Einzelheiten und Details. Über die eigene Vorstellungskraft kommt man der Lösung des Problems näher.
  • Bioziation:
    Ähnlich der Visualisierung werden hier bildhafte Vergleiche angestellt und zu Rate gezogen. Diese Vergleiche erleichtern es, sich eine Vorstellung vom Problem zu machen.

Konfrontationstechniken und Zufallsanregung
Hier wird versucht, Beziehungen zwischen zunächst unabhängigen Dingen oder Sachverhalten herzustellen. Anregungen kommen hier von "zufälligen" Quellen, äußeren Umständen und zum Beispiel aus der Reizwortanalyse (aus einer Liste mit Stichworten werden Begriffe gewählt und dann in Bezug zum diskutierten Problem gesetzt).
Techniken der systematischen Variation
Es handelt sich hierbei tatsächlich um eine sehr systematische Ideensuche. Das Problem wird anhand von Checklisten etc. mit Struktur und Systematisierung bearbeitet.

  • Checkliste (als einfachste Form der systematischen Überprüfung)
  • Osborn-Checkliste:
    Diese Methode geht auf Alexander Osborn, amerikanischer Werbefachmann der 50er Jahre zurück. Es handelt sich um einen Fragenkatalog, der neun Komplexe umfasst.
  • Morphologischer Kasten:
    Ziel des Morphologischen Kasten (auch Morphologische Matrix oder Anlayse) ist es, alte Strukturen und Ansätze aufzubrechen und alle logisch denkbaren Möglichkeiten systematisch zusammenzubringen.
  • Umkehrmethode:
    Bei dieser Methode wird das Problem sprichwörtlich umgekehrt und auf den Kopf gestellt und somit werden neue Impulse gesetzt.

Mapping-Techniken
Mapping heißt so viel wie, Gedankenlandschaften auf das Papier oder in den Computer zu bringen. Am geläufigsten sind wohl

  • Mind Mapping von Buzan:
    Tony Buzan: "Mind Mapping ist für das Zeitalter der Raumfahrt und Computer, was linear strukturierte Konzepte für das Mittel- und angehende Industriezeitalter waren."
  • Clusterin von Rico:
    Die amerikanische Schriftstellerin Gabriele L. Rico entwickelte und wandte in den Achtziger Jahren für ihr Schreiben diese Methode. Es handelt sich dabei um freies, assoziatives Schreiben, bei dem durch Clustern Gedanken und Erinnerungen, die durch logisches Denken, durch Nachdenken nicht mehr erreichbar sind, wieder aktiviert werden.

Das 6-Hut-Denken
Edward de Bono entwickelte diese Methode, mit der man ein Problem von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Jeder der sechs Hüte (jeweils in einer anderen Farbe) steht für einen bestimmten Aspekt wie zum Beispiel der rote Hut für persönliches Empfinden und die subjektive Meinung, der blaue Hut für Kontrolle und Organisation. Der Träger des jeweiligen Hutes nimmt die entsprechende Rolle während der Lösungssuche ein und vertritt diesen Standpunkt.

Links und Literatur

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