Mechanism Design Theorie

Spielerisch zum wirtschaftlichen Erfolg

Bei der Mechanism Design Theorie handelt es sich um angewandte Spieltheorie. Ähnlich wie Spielregeln, welche den Ablauf und den Rahmen eines Spiels bestimmen und für Gerechtigkeit und Chancengleichheit  sorgen sollen, sind die entwickelten Mechanismen dafür verantwortlich das Verhalten von Konkurrenten innerhalb eines Marktes zu steuern um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Diese Mechanismen oder Regeln werden von einer übergeordneten Instanz, beispielsweise einer Regierung, festgelegt und überwacht. Sind die Regeln optimal aufgestellt werden die Spieler sich wie gewünscht verhalten und selbständig dazu beitragen, dass das erwünschte Ziel erreicht wird. Die Idee dabei ist, dass die Regeln so gestaltet werden, dass jeder Spieler, so er sich rational verhält, für sich zu einem optimalen Ergebnis kommt, wenn er sich wie von der übergeordneten Instanz gewünscht verhält.

Ein einfaches Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie feiern einen Kindergeburtstag und jedes Kind erhält ein Schächtelchen mit Süßigkeiten darin, die aber alle ein wenig andere Inhalte haben.
Alle Kinder sehen sich ihre Schätze genau an und freuen sich schon daran; jeder kennt seine eigene Schachtel genau, aber nicht die der anderen. Auf einmal kommt ein Windstoß und kippt alle Schachteln um, sodass alle Spielsachen und Süßigkeiten vermischt auf dem Boden liegen. Wie kann man die Kinder dazu bringen, wahrheitsgemäß zu sagen, was ihnen gehört und was nicht?
Würde man sie einfach fragen, ist der Anreiz groß, ein wenig zu schummeln. Ein Kind hat keinen Nachteil, wenn es schummelt, sondern bekommt vielleicht etwas mehr. Schlimmer: Für jedes ehrliche Kind besteht die Gefahr, dass es von den schummelnden Kindern über den Tisch gezogen wird. Schummeln ist hier im Gleichgewicht, Wahrheit sagen dagegen nicht. Das Problem besteht in der asymmetrischen Information: Jedes Kind kennt seinen eigenen Korb, aber nicht den der anderen. Gibt es einen Mechanismus, der die Kinder trotz dieser Rahmenbedingungen dazu bringt, die Wahrheit zu sagen?
Es gibt ihn, wenn man dafür sorgt, dass die Wahrheit zu sagen einen Vorteil bringt, am besten dominant ist, gegenüber dem Unwahrheit sagen. In diesem Fall gibt es tatsächlich einen solchen Mechanismus: Wir als die Eltern (also die übergeordnete Instanz, die einen Mechanismus implementieren kann) legen folgende Vorgehensweise fest: Jedes Kind nennt uns den Inhalt der eigenen Schachtel, ohne dass die anderen es hören können. Dann sehen wir, ob alle am Boden liegenden Gegenstände genau einmal genannt wurden. Falls mindestens ein Gegenstand mehr als einmal genannt wurde, dann bekommt keines der Kinder irgend etwas, sondern wir essen alles selber auf. Denn dann muss mindestens ein Kind gelogen haben.
Als Folge verschlechtert sich jedes Kind durch eine Lüge sofort gegenüber dem Zustand, wenn es die Wahrheit sagt, und folglich sagen alle die Wahrheit.

Funktioniert das auch in der Realität?

Täglich begegnen uns Anwendungen der Mechanism Design Theorie. Ein solches Beispiel ist die gesetzliche Regelung, dass sich Konkurrenten nicht über Preise absprechen dürfen. Dadurch soll erreicht werden, dass es für jeden Anbieter bis zu einem bestimmten Grad attraktiv ist seine Konkurrenten zu unterbieten. Gäbe es ein solches Verbot nicht wäre die rationellste Überlegung für alle Anbieter sich zusammenzuschließen, ein Monopol zu bilden und die Preise stark zu steigern. Ein weiteres Beispiel ist das Wahlrecht, dass mit seinen Regelungen sowohl die Gerechtigkeit des Wahlergebnisses, als auch die Arbeitsfähigkeit der resultierenden Regierung sicherstellen soll.

Links und Literatur:

Die in diesem Artikel vorgestellten Beispiele zur Mechanism Design Theorie entstammen Professor Rieck’s Spieltheorie Seite, auf der noch weitere Beispiele vorgestellt werden.

Weitere Quellen:
Der schwer begreifliche Mechanismus
Funktionieren Märkte – oder funktionieren sie nicht?

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