Mediation

Eine diplomatische und friedliche Streitbeilegung

Mediation ist ein freiwilliges Verfahren zur Konfliktbearbeitung, bei dem allparteiliche, von den Konfliktparteien ausgesuchte Mediatoren den Konfliktparteien helfen, auf faire und konstruktive Weise einvernehmliche Lösungen nach dem Win-Win-Prinzip herbeizuführen.

Begrifflich wurde die Mediation bereits von den Griechen und Römern entwickelt. Mit Hilfe eines Mediators kam 1435 der Frieden von Arras zustande.
Daraus wird die frühe Bedeutung der Mediation als diplomatische und friedliche Streitbeilegung abgeleitet. Vor ca. einem halben Jahrhundert trugen die Quäker in den USA zur Wiederbelebung der Mediation bei.

In Deutschland ist diese Form der Konkliktbehandlung erst in jüngster Zeit bekannt geworden.

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In Konflikten führen unterschiedliche Auffassungen, Meinungen und Bedürfnisse zu Polarisierungen, die häufig, zunächst möglicherweise unbemerkt, rasch eskalieren. Der Konflikt kann je nach Eskalationsstufe nicht mehr durch Selbsthilfe oder kollegiale Hilfe gelöst werden.

Ein professioneller Mediator zeichnet sich dadurch aus, dass er allparteilich ist und eine empathische Beziehung zu den Konfliktparteien aufbauen kann. Durch den Einsatz deeskalierender Methoden gelingt es ihm, Konflikte zu transformieren und damit zu einer einvernehmlichen Lösung zu führen.

Der Mediator ist selbst nicht in das Konfliktgeschehen involviert. Er übt einen integrierenden Einfluss auf die Konfliktdynamik aus, indem er sich den Interessen aller Parteien mit gleicher Sorgfalt widmet und für die Einhaltung einer gewaltfreien Kommunikation sorgt.

Phasenverlauf einer Mediation

Der Verlauf einer qualitativ ausgezeichneten Mediation hängt davon ab, dass er eine klare innere Struktur aufweist, die der Mediator permanent vor Augen haben muss und anhand derer sich jederzeit der Stand des Verfahrens ablesen lässt.
Für den Auftraggeber hat das den Vorteil, dass sich die Kostenentwicklung der Konfliktbearbeitung im Mediationsverfahren exakt kalkulieren lässt.
Im folgenden wird eine Einteilung des Mediationsprozesses in vier Phasen vorgestellt, die sich in der Praxis zunehmend durchsetzt.

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1. Sachliche Konfliktdarstellung
In dieser Phase, für die ausreichend Zeit eingeplant werden soll, wird der Konflikt zunächst sachlich beschrieben. Wichtig ist es hier zu erkunden, welche Erlebnisse die Konfliktparteien zum Konflikt schildern wollen. Weitere Punkte, die in der ersten Phase zu klären sind beziehen sich darauf,

  • welches unmittelbare Konsequenzen des Konflikts sind,
  • welche konkreten Fragen bestehen und
  • welche Fragen in dem aktuellen Mediationsverfahren bearbeitet werden sollen.

Ziel der ersten Phase ist es die genannten Fragen mit den beteiligten Parteien einvernehmlich auf den Punkt zu bringen.
2. Hintergründe erhellen
In der zweiten Phase ist es ratsam ausführlich darauf einzugehen, womit der Konflikt im weiteren Sinne zusammenhängt.

  • Welche Vorgänge sind eventuell im Hintergrund wirksam?
  • Worin werden Ursachen des Konflikts von den Konfliktparteien gesehen?
  • Welche Wirkung hat der Konflikt auf die jeweiligen Parteien?
  • Welche Emotionen wurden verursacht?

Das Ziel der zweiten Phase besteht darin, Hintergründe zu erhellen und individuelle Sichtweisen für alle Beteiligten transparent zu machen.

3. Ideen sammeln, Optionen finden
In der dritten Phase geht es nun darum, konstruktiv mit den Ergebnissen der ersten und zweiten Phase umzugehen und den Blick konsequent in die Zukunft zu richten.

  • Was soll aus der beschriebenen Situation werden?
  • Was wünschen sich die einzelnen Parteien?
  • Was können die Beteiligten sich gegenseitig anbieten? Wie beschreiben die Konfliktpartner jeweils die beste Lösung?
  • Welches sollen die methodischen Leitlinien zum Erlangen individueller und gemeinsamer Interessen sein?

In dieser Phase besteht das Ziel darin, viele / alle denkbaren Optionen zur Beilegung des Konflikts mit den Konfliktpartnern zu sammeln und als weitere Verhandlungsgrundlage zu dokumentieren.

4. Angebote, Erwartungen Übereinkunft
In dieser Phase ist zu klären, was die jeweiligen Konfliktpartner im Rahmen ihres Handlungsspielraums tatsächlich tun können und als Angebot einbringen wollen. Danach werden gegenseitige Erwartungen formuliert.
Nun können Angebote und Erwartungen dahingehend abgewogen werden, dass erste Vereinbarungen getroffen werden können.

Abschließend wird die Übereinkunft darüber herbeigeführt, wer wofür verantwortlich ist, wie die Einhaltung der Vereinbarungen überprüft wird und welche Konsequenzen die Nichteinhaltung von Vereinbarungen hat.
Ziel der vierten Phase ist die Einigung auf die für beide Seiten beste Lösung. Es wird eine schriftliche Vereinbarung aufgesetzt und gemeinsam unterzeichnet. Abschliessend ist es ratsam Meilensteine für einen follow-up Prozess festzulegen, im Rahmen dessen die Einhaltung der Vereinbarungen evaluiert und Nechbesserungen vorgenommen werden können.

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Wirtschaftsmediation

Wirtschaftsmediation ist ein wirkungsvolles Instrument für innovative Unternehmen. Erfolgreiche und damit Gewinn bringende Erfahrungen mit Mediation machen Unternehmen, Behörden und Organisationen, die ihre Konfliktkultur kreativ, konstruktiv und nachhaltig verändern wollen.
Für alle Organisationen, die ihre Unternehmensziele weder durch latente Reibereien oder massive Konflikte gefährden wollen, bietet sich Mediation

mit besonders nachhaltiger Wirkung an.
Die erschreckenden Zahlen zum Thema innere Emigration am Arbeitsplatz, die hohen Krankenstände und die gängige Praxis der Team-Umbildung anstatt einer Teamentwicklung lassen nur erahnen, wie groß das meist unerschlossene wirtschaftliche Potenzial eines konstruktiven Konfliktmanagements tatsächlich ist.

Im Rahmen von Differenzen zwischen Mitarbeitern, Machtkämpfen unter Managern, Mobbing, bei Übernahmen und Fusionen sowie im Rahmen eines seriösen Changemanagements wird der gewinnbringende Einsatz der Mediation in den meisten Fällen noch unterschätzt.

Die Aufgaben der Unternehmen verändern sich ständig, Geschäftsmodelle müssen immer wieder hinterfragt werden, um den vielfältigen Bedingungen des Marktes gerecht zu werden und nicht zuletzt müssen permanent neue Quellen der Wirtschaftlichkeit erschlossen werden. Offene Kommunikation, permanentes Lernen, Schaffung von Transparenz und Vertrauen sind nur einige Hebel, mit deren Hilfe innovative Unternehmensführungen beginnen ungeahnte Ressourcen zu mobilisieren.

Mediation ist im Rahmen des betrieblichen Konfliktmanagements die Methode der Wahl zur Konfliktprävention, zur Konfliktbewältigung und nicht zuletzt zur Motivation aller in der Unternehmung aktiven Menschen.

Links und Literatur

Dieser Beitrag entstand aus der Zusammenarbeit der ILTIS GmbH, Rottenburg mit Dr. Martin Friedrich, Mediator, Tübingen. Dr. Friedrich ist Gründer von "Gewand - Gemeinsam für Entwicklung im Wandel- Mediation, Moderation, Entwicklungsbegleitung ", zu erreichen über www.gewand.info.

Weitere Informationen

"Kosten sparen durch kooperative Konfliktlösung im Projektmanagement" Ein Beitrag der Fachgruppe "Kooperative Konfliktlösung in Projekten"

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