Mitarbeiterbindung

Transparenz und Gewinnbeteiligung für mehr Unternehmenserfolg

„Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut“ – ein Satz, den wohl jeder Unternehmer und jede Führungskraft schon einmal fallen ließ. Aber gesagt heißt nicht unbedingt, dass auch danach gehandelt wird. Nervös werden Unternehmer meistens dann, wenn die Mitarbeiter beginnen, zu viele Zusammenhänge, Strukturen, Zahlen und Fakten zu hinterfragen. Dann nämlich fühlen sich sie sich nicht mehr sicher, machen dicht und setzen so einen Kreislauf in Gang, der dem Unternehmen mehr schadet als gut tut.

Eine regelmäßig stattfindende Online-Umfrage der UPTODATE-Offensive® in der Handwerksbranche belegt, dass die meisten Mitarbeiter weder die Kosten, das Verhältnis von Umsatz und Gewinn noch die Ziele des Unternehmens kennen, in dem sie arbeiten . Doch auch über diese Branche hinaus beweisen zahlreiche Aussagen von Unternehmern und Managern, dass mangelnder Informationsfluss und unzureichendes Vertrauen in die Mitarbeiter nahezu im gesamten Produktions- und Dienstleistungsgewerbe die eigentliche Ursache für schlechte Wirtschaftlichkeit sind.

Geheime Unternehmensziele können niemals erreicht werden

Die meisten Unternehmer wissen, wie man Produkte optimal entwickelt und vermarktet, aber wenn es um die Führung von Menschen geht, sind die meisten Unternehmer ratlos. Studien zur Mitarbeitermotivation zeigen immer wieder, dass diese an allererster Stelle das Verlangen danach haben, die Ziele ihres Unternehmens zu kennen. Dieser Wunsch wird deutlich häufiger genannt als der nach mehr oder angemessener Bezahlung.

Das Verlangen nach mehr Information ist doch der beste Beweis dafür, dass Mitarbeiter ein Teil der Unternehmenszukunft sein wollen. Rund drei Viertel würden sogar private Zeit investieren, um mehr über Ziele und Strategien zu erfahren. Es gibt also keine besseren Voraussetzungen für eine gute und produktive Zusammenarbeit als diese. Und trotzdem schaffen es Führungskräfte durch ihre Geheimniskrämerei um Strategien und Ziele immer wieder, den motivierten Mitarbeitern jeglichen Einsatzwillen zu rauben.

Rund 30 Prozent der Mitarbeiter kennen die Ziele ihres Unternehmens nicht

Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Steria Mummert Consulting, für die mehr als 350 Fach- und Führungskräfte befragt wurden. Innerhalb der Handwerksbranche binden sogar rund 90 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht in zukünftige Planungen mit ein. Im Vergleich zu Selbstständigen und Freiberuflern wird das Problem des Informationsflusses noch deutlicher: Sie wirtschaften für sich allein und finanzieren sich durch ihre Verkaufserfolge; ihre Motivation ist vorbildlich. Angestellte Mitarbeiter sind dagegen meist schon unmotiviert, weil sie nicht wissen, wo der Großteil ihrer Umsatzerlöse oder Verkaufsabschlüsse hinfließt und weil sie die Ziele und Entwicklungen ihres Arbeitgebers nicht kennen. Selbstverständlich hat jede Abteilung, jedes Team und jedes Projekt seine eigenen Teilziele. Trotzdem müssen am Ende alle das gleiche Unternehmensziel verfolgen – und das geht nur, wenn alle Mitarbeiter dieses auch kennen und verstehen.

Unternehmensgewinne werden meist weit überschätzt

Viele Unternehmer möchten sich nicht in die Karten schauen lassen bzw. haben auch keine Zeit, ihren Mitarbeitern die betriebswirtschaftliche Lage des Unternehmens verständlich zu kommunizieren. Die Folge: Mitarbeiter überschätzen die Gewinnsituation des Unternehmens drastisch. Sie haben eine völlig falsche Vorstellung vom Verhältnis Umsatz zu Gewinn. Viele hundert Befragungen der UPTODATE-Offensive® zeigen: Zahlreiche Mitarbeiter im Handwerk sind der Meinung, dass ein Unternehmen dieser Branche, das ca. zehn Mitarbeiter beschäftigt, bei einem tatsächlichen Umsatz von einer Million Euro etwa 250.000 Euro Gewinn erzielt. Führungskräfte, die diese Zahlen hören, verstehen die Welt nicht mehr. Fragt man jedoch Chefs, wie sie die Meinung der eigenen Mitarbeiter zum Verhältnis von Gewinn und Umsatz bewerten, dann sind die allermeisten Chefs der Meinung, dass die eigenen Mitarbeiter den Gewinn völlig überschätzen. Woher diese dramatisch falschen Einschätzungen kommen, können sie allerdings nicht erklären.

Woher sollen Mitarbeiter ein Gefühl für die Höhe des Unternehmensgewinns erhalten, wenn ihnen der nötige Input dazu fehlt? Immerhin kennen je nach Branche bis zu 90 Prozent die Entwicklung und Höhe der Unternehmenskosten nicht. Dies gilt sowohl für regelmäßige Ausgaben, verursacht durch Telefon, Internet, Abfallentsorgung, Reinigung, Werbung und viele andere, als auch für dynamische Kosten, die durch Fehler und Produktivitätsschwankungen entstehen. Paradox ist, dass die meisten Unternehmer und Manager sehr wohl der Überzeugung sind, dass die Wirkung aller Maßnahmen zur Kostenreduzierung, Produktionssteigerung und Verkaufsförderung gedämpft wird, wenn Mitarbeiter den Gewinn des Unternehmens überschätzen. Trotzdem ändern sie nichts an dieser Situation.

Mit den richtigen Anreizen und Antrieben zum gemeinsamen Unternehmenserfolg

Für jeden Mitarbeiter eines Produktions- oder Dienstleistungsunternehmens gibt es grundsätzlich nur zwei Möglichkeiten, Motivation zu entwickeln: auf extrinsischem und intrinsischem Wege. Anders gesagt: Anreize sind immer dann nötig, wenn kein eigenes Interesse, sprich Antrieb vorhanden ist. Der Anreiz muss von außen kommen, vom Arbeitgeber. Der Antrieb dagegen steckt im Mitarbeiter selbst. Möglichkeiten, Motivierung mit Hilfe von Anreizen zu schaffen, gibt es für mittelständische und große Unternehmen nicht viele. Denn letztlich sollen Anreize dazu dienen, Mitarbeiter dazu zu bringen, etwas zu tun, was sie eigentlich nicht tun wollen, sie also zu manipulieren. Alle Überlegungen führen letztendlich zu einem Punkt: Dem guten alten Geld. Finanzielle Anreize sind diejenigen Motivatoren, die am schnellsten Wirkung zeigen.

In der Krise allerdings kann kaum ein Unternehmen Prämien oder andere „Motivationszulagen“ zahlen. Und genau dort beginnt der Teufelskreis, der dazu führt, dass es vielen Wirtschaftszweigen schlecht geht und Unternehmen Menschen entlassen müssen. Das bedeutet, dass in der Krise immer nur der Antrieb aus eigenem Interesse bleibt, wenn finanzielle Anreize nicht möglich sind. Die Motivation und die Freude an der Arbeit müssen von innen heraus kommen. Dazu gibt es drei wesentliche Voraussetzungen: Die Tätigkeit muss Spaß machen, das Betriebsklima bzw. das soziale Umfeld muss unterstützend wirken und man muss von seinem Gehalt gut leben können. Wenn bereits eine dieser drei Voraussetzungen nicht erfüllt ist, fühlen sich Mitarbeiter unwohl, sind weniger motiviert und erzielen schlechtere Ergebnisse. Wenn aber vorübergehend keine gewünschte Entlohnung möglich ist, so besitzt das Unternehmen doch immer die Möglichkeit, seine Mitarbeiter am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Auch hierzu belegen Studien und Beispiele , dass eine leistungs- und erfolgsorientierte Beteiligung der Belegschaft am effektiven Unternehmensgewinn für besseres Verständnis sorgt und hochmotivierend wirkt.

„Was kann ich für meine Mitarbeiter tun?“

Als Unternehmer sollte man sich diese Frage so und nicht andersherum stellen. Regelmäßige, offene Kommunikation auf allen Ebenen, Transparenz über Umsätze, Kosten und Gewinne, ein gemeinsames Unternehmensziel – ein Ziel, an deren Entwicklung alle Mitarbeiter mitwirken dürfen – eine angemessene Gewinnbeteiligung und das Übertragen von Verantwortung statt Aufgaben sind einige der Möglichkeiten, die Unternehmen zur Verfügung stehen, um ihren Mitarbeitern gerecht zu werden und diese zu motivieren. Führen bedeutet nicht nur einstellen, Aufgaben vergeben und Berichtswesen statt einengendes Kontrollieren.

Führung findet vor allem auf der menschlichen Ebene statt: Mitarbeiter, die ihr Herzblut investieren und hinter dem stehen, was sie tun, tragen automatisch und langfristig zum Unternehmenserfolg bei. Außerdem gilt die Regel: Mitarbeiter, die keine Infos haben, können auch keine Verantwortung übernehmen. Und andersherum: Mitarbeiter, die informiert sind, können gar nicht anders als Verantwortung zu übernehmen. Unternehmen und Führungskräfte müssen nur den Kreislauf in die richtige Richtung in Gang bringen. Das Rad des Erfolgs wird sich dann drehen, weil alle Mitarbeiter aus eigener Begeisterung die Beschleunigung erzeugen.

Autor

Rolf Steffen

Team Steffen AG
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52477 Alsdorf

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