Olympia 2012: Ein Blick hinter die IT-Kulissen

Die minutiöse Vorbereitung ist nur ein Teil der Herausforderungen, die das größte IT-Projekt in der Geschichte des Sports mit sich bringt: Um das Mammut-Projekt „IT für Olympia 2012“ ohne Zwischenfälle zu stemmen, bedarf es eines exakten Timings und vor allem erfahrener IT-Spezialisten. Als weltweiter IT-Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele hat Atos einige der Kernsysteme für Olympia 2012 installiert und in Probeläufen unter realen Wettkampfbedingungen zusammen mit den anderen Technologiepartnern auf Herz und Nieren getestet.

Allein die Dimensionen der Sommerspiele in London 2012 zeigen die Bedeutung der Technik: Geschätzte 10 Millionen Zuschauer werden die Wettkämpfe vor Ort beobachten, weitere 4,5 Milliarden Menschen werden gebannt vor den Bildschirmen das Geschehen verfolgen. Das erfordert ein starkes technisches Rückgrat. Die Planungen begannen daher schon Jahre vor der Eröffnung der Spiele. Mehr als 4.200 Kilometer Kabel für Telefon, Netzwerk und andere Kommunikationswege wurden eigens für die Spiele verlegt. Daran hängt das gesamte IT-Equipment, bestehend aus 1.100 Notebooks, 1.000 Netzwerk- und Sicherheitskomponenten, 900 Servern und unzähligen Monitoren, Druckern und Kopierern, die die acht Technologiepartner der Olympischen Spiele liefern. Zudem erhalten mehr als 200.000 Mitarbeiter, Sponsoren und Funktionäre, darunter 21.000 Journalisten, Akkreditierungsausweise mit individuellen Zugangsberechtigungen.

Vier Jahre dauern Entwicklung und Aufbau der IT-Infrastruktur. Winfried Holz, Chief Executive Officer von Atos Deutschland, konkretisiert den Aufwand der IT-Verantwortlichen:„Jedes Stück Software und Hardware, das zum Einsatz kommt, ist redundant ausgelegt und durchläuft mehrere intensive Testzyklen, so dass wir eine hundertprozentige Verfügbarkeit sicherstellen können.“

Schließlich kommt es darauf an, dass auch die Technik bei Olympia Bestzeiten erzielt: In weniger als einer Drittelsekunde sind die Ergebnisse der Wettkämpfe an allen Übertragungsorten sichtbar – noch bevor der Applaus der Zuschauer ertönt. Und von Mal zu Mal steigen die Anforderungen: Die IT-Experten rechnen in London mit einem 30 Prozent höheren Datenvolumen als bei früheren Olympischen Spielen.

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt

Hartes und langes Training ist erforderlich, wenn Medaillenträume wahr werden sollen. Das gleiche gilt auch für die Technik: Unermüdlich testen mehr als 300 Experten die IT-, Kommunikations-, Medien-, Sport- und Techniksicherheitssysteme bis ins kleinste Detail. Im so genannten Technology Lab fühlen sie anhand einer nachgebauten Miniaturversion der 36 Wettkampfstätten den Systemen für jedes sportliche Event, jeden Ort und jede Eventualität auf den Zahn.

Besonders viel Wert wurde dabei auf das Change Management gelegt, wonach alle Änderungen an der bestehenden IT geplant, geprüft und schließlich in den Betrieb integriert werden. Beim Testen wurde ein methodischer Ansatz gewählt, so dass Vorgehensweisen und Ergebnisse jederzeit reproduzierbar sind.

Dazu werden die Tests in vier Stufen durchgeführt: Nacheinander überprüfen die Verantwortlichen die Integration der verschiedenen Subsysteme, die Benutzerakzeptanz und die Funktionsfähigkeit des jeweiligen Systems. In der abschließenden Teststufe müssen die IT und alle ihr zugrunde liegenden Prozesse beweisen, dass sie in vielen verschiedenen Szenarien funktionieren.

Realistische Simulationen sind für das Test- und Abnahme-Management unentbehrlich, weshalb umfassende Testfälle vorbereitet wurden. In speziellen Szenarien wird die IT einem ultimativen Test für alle Sportarten und Anwendungen unterzogen. Für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking wurden zum Beispiel rund 9.000 Testszenarien entwickelt und durchgeführt. 

Ergänzend hierzu: Last- und Performancetests: Muskelaufbau und Konditionstraining für die IT.

Von Gärtnern und Hackern

Dass es sich lohnt, für alle denkbaren Zwischenfälle gerüstet zu sein, haben die Verantwortlichen seit ihrem ersten Einsatz 2002 in Salt Lake City bereits mehrfach bewiesen. So durchtrennte beispielsweise kurz vor Eröffnung der Spiele in Peking 2008 ein Gärtner bei seiner Arbeit eines von zwei redundanten Netzwerkkabeln. „Auf Störfälle wie diese bereiten wir uns aufs Gründlichste vor. Sicherheit ist einer der Bereiche, in die Atos am stärksten investiert. Denn die IT-Infrastruktur der Olympischen Spiele muss ohne Wenn und Aber vor Einwirkungen von außen und innen geschützt sein“, erklärt Winfried Holz. Neueste Sicherheitstechnologien kommen zum Einsatz, die Netzwerkbedrohungen filtern und priorisieren. So kann das Team schnell auf jedwedes erwartete wie auch unerwartete Ereignis reagieren.

Die Zahlen sprechen für sich: Während der Olympischen Spiele in Peking verzeichneten die Systeme rund 200 Millionen sicherheitsrelevante Ereignisse, weniger als 100 davon galten als ernstzunehmende Bedrohungen. Alle konnten erfolgreich abgewehrt werden, ohne den Ablauf der Spiele zu beeinträchtigen. "Bis zu 12 Millionen IT-Sicherheitsereignisse registrieren unsere Systeme pro Wettkampftag", führt Michèle Hyron, Atos Chefintegratorin für London 2012, aus.

Grüne Spiele: Nachhaltigkeit zählt

Die Olympischen Sommerspiele 2012 sollen die nachhaltigsten Spiele aller Zeiten werden. „Durch die Verwendung von Virtualisierungslösungen und einem reduzierten Geräteeinsatz konnten wir den Energieverbrauch stellenweise um bis zu 30 Prozent im Vergleich zu Peking reduzieren“, führt Winfried Holz an.

Die Bewerbungen der 70.000 freiwilligen Helfer werden ebenso wie die Akkreditierungen über das Online-Portal abgewickelt, was maßgeblich dazu beiträgt, den Papierverbrauch zu senken. Obendrein erspart der Remote-Zugang zum Kommentator-Informationssystem das Reiseaufkommen und senkt damit den CO2-Ausstoß der andernfalls genutzten Verkehrsmittel.

Pressekontakt

Akima Media
Sabine Eichhorn
Garmischer Straße 8
D-80339 München
Tel.: +49 (0) 89 17959 18-0
Fax :+49 (0) 89 17959 18-99
Email: Sabine.Eichhorn@akima.de

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