PIMS-Programm

Die Naturgesetze des Marktes

"To enable business managers to "reality test" and strengthen their strategic thinking by comparing their thinking with the experience of comparable businesses drawn from the actual business cases documented in the PIMS (Profit Impact of Market Strategy) database."
Mission of the Strategic Planning Institute,
Camebridge Massachusetts

Die Anfänge von PIMS (Profit-Impact-of-Market-Strategies ) reichen bis in die 60er Jahre zurück. Damals suchte Fred Borch, Präsident von General Electric, nach Steuerungsmechanismen für sein Unternehmen, das zu den am meisten diversifizierten Firmen der Welt gehörte.

Sidney Schoeffler, Professor an der University of Massachusetts machte sich den großen Datenreichtum bei General Electric zu Nutzen und legte damit den Grundstein für das spätere PIMS-Programm.

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Welche Faktoren beeinflussen die Rentabilität eines Unternehmens? Welche strategischen Veränderungen sind nötig, um die Rentabilität zu optimieren? Diese Fragen stehen am Anfang so mancher Managementtheorie. Anders als die Modelle der klassischen Portfolio-Analyse erarbeitet das PIMS-Programm seine Antworten auf der Basis einer einzigartigen Sammlung von empirischen Unternehmensdaten.

Auf der Suche nach den Marktgesetzen identifizierte das PIMS-Programm im Laufe der Zeit etwa 30 Einflussfaktoren der Rentabilität. In der strategischen Unternehmensplanung finden mehrere Modelle und Reports Verwendung, denen diese Einflussfaktoren zu Grunde liegen. Mit der wichtigste Report ist der Par-ROI-Report, der die zu erwartende Rendite misst.

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Arbeitsweise des PIMS-Programms

Die empirische Basis des PIMS-Programms

Das PIMS-Programm ist am Strategic Planning Institute (SPI) in Cambridge, Massachusetts angesiedelt. Dem SPI gehören gegenwärtig rund 400 Mitgliederfirmen an, darunter auch viele europäische Top-Unternehmen. Deutsche Mitglieder sind z.B. BMW und Boehringer Ingelheim.

Für die statistische Auswertung werden die Unternehmen nochmals in strategische Geschäftseinheiten unterteilt. Diese Einheiten decken sich unter Umständen nicht mit traditionell gewachsenen Unternehmensbereichen. Vielmehr nimmt PIMS eine funktionelle Differenzierung vor, z.B. nach Produkt- oder Dienstleistungsart, Kundenkreis oder Stellung im Wettbewerb.

Von diesen rund 3000 Geschäftseinheiten werden über zweihundert Daten erhoben über

  • das spezifische Umfeld der Geschäftseinheit,
  • die Wettbewerbsposition,
  • die Struktur des Produktionsprozesses,
  • Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen,
  • Marketing-Aufwendungen und
  • die finanziellen Ergebnisse in der Vergangenheit (Gewinn, Cashflow).

Diese Daten fließen in anonymisierter Form in die Modelle und Reports des PIMS-Programms ein.

Grundannahmen des PIMS-Programms

Das PIMS-Programm arbeitet mit einer Reihe ökonomischer Grundannahmen. Die wichtigsten sind:

  • Existenz von Marktgesetzen
    Auf den Markten gibt es Gesetzmäßigkeiten, die erkennen lassen, wie sich der Output in Abhängigkeit des Inputs verändert.

  • Erlernbarkeit von gesetzeskonformen Strategien
    Die Marktgesetze sind erfassbar, also auch erlernbar. Aus den Erfolgen und Fehlern von anderen Geschäftseinheiten lassen sich Prämissen für das eigene Handeln ableiten.

  • Universalität der Gesetze
    Die Marktgesetze gelten unabhängig von Ort und Zeit. Ähnlich wie es in der Medizin Gesetzmäßigkeiten gibt, obwohl jeder Patient verschieden ist, fallen die individuellen Unterschiede der einzelnen Unternehmen weit weniger ins Gewicht, als mancher Praktiker annehmen würde.

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Die wichtigsten Einflussfaktoren

In Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Wertorientierten Unternehmensführung richtet das PIMS-Programm seine Analyse auf den Return on Investment (ROI) bzw. den Cash Flow. Der ROI gilt als Maßgröße für die Bruttokapitalrendite, ist also definiert als Gewinn vor Steuern durch Investment.

Anders als die BCG-Matrix oder andere Modelle der Portfolio-Analyse strebt PIMS keine monokausale Analyse an. So wurden in den vergangenen Jahren rund 30 Einflussfaktoren des ROI gefunden, die sich nur teilweise mit den Annahmen der anderen Modelle decken. Vier der wichtigsten Einflussfaktoren sind:

  • Investitionsintensität
    Sie wird definiert als das Verhältnis von Anlagevermögen plus Working Capital zu Umsatz und beeinflusst den ROI negativ.

  • Produktivität
    Die Wertschöpfung je Beschäftigtem hat einen positiven Einfluss auf den ROI.

  • Marktanteil
    Der Marktanteil beeinflusst den ROI positiv. Die Annahmen der BCG-Matrix konnten so teilweise empirisch belegt werden, wenn auch der Einfluss des Marktanteils überschätzt wurde. Der bekannte Einwand gegen die BCG-Matrix, die Zusammenhänge zu simplifizieren, wurde im übrigen durch PIMS ebenfalls bestätigt.

  • Vertikale Integration
    Die Effekte vertikaler Integration sind nicht eindeutig. So wirkt ein hoher Integrationsgrad in stabilen Markten positiv, in wachsenden oder niedergehenden Markten negativ auf den ROI ein.

Anwendungsbeispiele für das PIMS-Programm

Analyse oder Simulation

Das PIMS-Programm bietet verschiede Anwendungsmöglichkeiten. Vereinfachend kann zwischen analytischen Modellen und Simulationsmodellen unterschieden werden.

Der Par-ROI-Report

Zu den analytischen Modellen gehört der Par-Report, der den ROI misst, der für eine gegebene Geschäftseinheit normal (oder „par” ist, angesichts der bestehenden Spezifizierungen der Einheit. Mit Hilfe des Par-Report lassen sich Gewinnziele definieren und eventuelle Abweichungen vom Soll analysieren.

Der LIM-Report

Eine Variante des Par-Report ist der LIM-Report der eine Analyse von Geschäftseinheiten erlaubt, von denen nur begrenzte Informationen vorhanden sind (LIM steht für "Limited Information"). Hilfreich ist diese Analyse z.B. bei Übernahmen.

Der Strategy Analysis Report

Der Strategy Analysis Report ist der Output eines komplexen Simulationsmodells. Er erlaubt Aussagen über die Auswirkungen von bestimmten Strategien auf den ROI einer Geschäftseinheit.

Der Optimum Strategy Report

Als Sonderfall des Strategy Analysis Report identifiziert der Optimum Strategy Report die optimale Strategie für eine Geschäftseinheit

Neben diesen Anwendungen, die nur einzelne Geschäftseinheiten betreffen, gibt es weitere Modelle für das Gesamtunternehmen. Eine abgewandelte Form des Par-ROI-Reports lässt sich beispielsweise zur Durchleuchtung und zum Ausbalancieren des Produkt-Portfolios benutzen.

Grenzen des PIMS-Programms

Das PIMS-Programm bietet die Möglichkeit, auf der Basis einer bisher nicht erreichten Fülle von empirischen Daten unternehmerische Strategien zu analysieren und zu optimieren. Dennoch hat auch dieses Modell seine Grenzen:

  • Hohe Kosten
  • Erstens ist der hohe Aufwand an kostspieligen Untersuchungen und Strategiesimulationen zu nennen.

  • Hoher Komplexitätsgrad
  • Die Modelle, die auf PIMS aufbauen sind äußerst komplex. Sie laufen Gefahr, in der Vermittlungslücke zwischen Management und Investoren oder Mitarbeitern unterzugehen.

  • Neue Markte können nicht identifiziert werden
  • Allgemein gilt von den verschiedenen Formen des Portfolio-Managements, dass diese Instrumente entwickelt wurden, um bestehenden Bereichen in Unternehmen Herr zu werden und sie vernünftig zu steuern. Beim Aufspüren neuer, erfolgversprechender Aktivitäten kann somit auch PIMS wenig Hilfeleistung geben.

Links und Literatur

  • NEUBAUER, F. F. (1999): Das PIMS-Programm und Portfolio-Management. In: HAHN, Dieter / TAYLOR, Bernard (Hrsg.) (1999): Strategische Unternehmensplanung. Strategische Unternehmensführung. Stand und Entwicklungstendenzen. Achte Auflage. Physica-Verlag. Heidelberg 1999. S. 469-496.
  • ESCHENBACH, Rolf / KUNESCH, Hermann (1996): Strategische Konzepte. Management-Ansätze von Ansoff bis Ulrich. Dritte Auflage. Schaffer-Poeschel Verlag. Stuttgart 1996. S. 327-336.

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