Post Merger Integration

Die kritische Phase danach

Angelsächsische Studien belegen, dass 85 Prozent der Übernahmen und Fusionen weltweit z.B. bei Finanzdienstleistern nicht erfolgreich sind. Branchenübergreifend liegt die Misserfolgswahrscheinlichkeit durchschnittlich zwischen 60 und 70 Prozent.

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Die Post Merger Integration (dt. Integration nach der Fusion) ist die kritischste Phase einer Fusion. Ein Hauptgrund für das Scheitern vieler Fusionen vor allem in dieser Phase besteht in den unterschiedlichen Unternehmenskulturen und die Schwierigkeit, sie erfolgreich zu vereinen.

Auch die fehlende Kommunikation der neuen Vision an Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten spielt eine entscheidende Rolle. Außerdem werden die Führungskräfte in der Regel zwei Jahre lang von anderen wichtigen Geschäftsangelegenheiten abgelenkt, da sich eine neue Hierarchie erst herausbilden muß.

Der Einsatz eines stringenten Mess- und Steuerungstests wie z.B. der Balanced Scorecard kann die Integrationsphase konstruktiv unterstützen.

Sieben Regeln für eine erfolgreiche Post-Merger-Integration

Eine erste Orientierung, um erfolgreich die kritische Phase einer Fusion oder Übernahme zu meistern, bieten die folgenden sieben Regeln (von Dr. Michael Träm, 2000):

  • Klare Vision frühzeitig entwickelnWenn nicht schon im Vorfeld der Fusion eine eindeutige, für alle Beteiligten nachvollziehbare Vision festgelegt wurde, die die Richtung vorgibt und das neue, gemeinsame Unternehmen zusammenhält, so ist ein Scheitern meist nicht mehr abzuwenden. Die Unternehmen konzentrieren sich zu häufig auf Kostensynergien.
  • Eindeutige Führungsverantwortung von Anfang an festlegen Ein hoher Prozentsatz der Unternehmen lässt ein vorübergehendes Chaos auf den Führungsebenen zu, das zu einem "Survival of the Fittest" Machtkampf führen kann. Unklare Verantwortlichkeiten und ungelöste Konflikte können zur Demotivation aller Beteiligten führen und so den Integrationsprozess lähmen.
  • Den Schwerpunkt auf Wachstumssynergien legen Wachstum sollte das zentrale Fusionsthema sein, nicht Kostensynergien.
  • Die Beteiligten durch schnelle Gewinne überzeugen Nichts überzeugt die an einer Fusion Beteiligten mehr als kleine, aber bedeutende Erfolge, sogenannte Quick Wins die den Stakeholdern signalisieren, dass die Fusion auf dem richtigen Weg ist.
  • Kulturelle Hintergründe durchleuchten und Unterschiede bewältigen Die Art und Weise, wie fusionierende Unternehmen die Integration ihrer Unternehmenskulturen angehen, ist so unterschiedlich wie Kulturen selbst: Einige verfallen in Lethargie und tun einfach nichts, andere versuchen, dem Fusionspartner die eigene Kultur aufzuzwingen, und wieder andere versuchen, eine neue Kultur aus den beiden ursprünglichen zu schaffen.
  • Zielgruppenorientiert kommunizieren Rundschreiben an Mitarbeiter und Mailings an Kunden verfehlen ihre Wirkung, wenn es um Zustimmung, Orientierung und die Steuerung von Mitarbeitererwartungen geht. Eine zielgruppenorientierte Ansprache und die individuelle Beantwortung von Fragen ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Auch hier gilt die ABC-Regel der Strategiekommunikation.
  • Durch Risikomanagement eventuelle Risiken provokativ angehen Leider verwenden die meisten Unternehmen immer noch zu wenig Zeit auf das Risikomanagement. Um Verluste zu vermeiden, müssen Risiken systematisch identifiziert, kategorisiert und priorisiert werden, bevor man sie minimiert oder sich ihnen direkt stellt.

Links und Literatur

  • Mergers & Acquisitions optimal managen (12-teilige Serie im Handelsblatt)
    Herausgegeben von Prof. Dr. Gerhard Picot, Institute for Mergers & Acquisitions (IMA); Teil 12: Post Merger Integration (Jansen); Handelsblatt vom 06./07.08.1999, S. K 3
  • TRÄM, Michael (2000): Post-Merger-Integration: Sieben Regeln für erfolgreiche Fusionen - ein Ansatz von A.T. Kearney.
  • In: FINK, Dietmar (2000): Management Consulting. Fieldbook. Die Ansätze der großen Unternehmensberater. München 2000. ISBN 3 8006 2568 7. Seiten 289-309.
  • Kollision der Kulturen (Essay) von Hermann Simon; manager magazin 6/1999; http://www.manager-magazin.de/

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