Promotoren

Impulsgeber der Strategieverwirklichung

Strategien oder Innovationen lassen sich idealerweise in vier Phasen erfolgreich verwirklichen. Sobald sich eine Führungsmannschaft in der Orientierungsphase auf eine gemeinsame Strategie geeinigt hat, gilt es, in der Fläche des Unternehmens Bewegung zu erzeugen und die Akteure zu beteiligen. Der Multiplikator-Effekt spielt hier eine entscheidende Rolle.

Promotoren sind Meinungsführer im Unternehmen, die die Strategieverwirklichung als Impulsgeber und Multiplikatoren vorantreiben.

Deswegen ist es sinnvoll, Akteure in Führungspositionen und in kommunikativen Schlüsselrollen als Promotoren in den Verwirklichungsprozess einzubinden, das heißt zu gewinnen, zu qualifizieren und zu unterstützen. Ziel ist es, ein flächendeckendes Promotoren-Netzwerk aufzubauen.

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Nutzen eines Promotoren-Netzwerks

Das Impulsmodell zeigt, dass jeder neue Promotor die Zahl der Impulse, die auf die Akteursgesellschaft einwirken, um ein Vielfaches vergrößert. Die Zeit, die es braucht, bis alle Organisationseinheiten und -ebenen mit den neuen Strategien durchdrungen sind, kann dadurch erheblich verkürzt werden.

Gleichzeitig lassen sich Strategien konsequenter und flächendeckender verwirklichen, indem man Akteure in Schlüsselpositionen systematisch als Informationsquellen und persönliche Ansprechpartner vor Ort aufbaut.

Ein gefestigtes Promotoren-Netzwerk bildet das Rückgrat einer wirkungsvollen dialogorientierten Kommunikation. Denn die im Zusammenhang mit diesem Netz aufgebauten Strukturen können in den darauf folgenden Phasen jeweils für die phasenspezifischen Inhalte genutzt werden.

Darüber hinaus zahlen sich die Investitionen in das Promotoren-Netzwerk auch für die langfristige Organisationsentwicklung aus. Schließlich entsteht mit dem Lernfortschritt der Promotoren ein Kreis von Akteuren, der über eine zunehmende Strategieverwirklichungskompetenz verfügt. Dies kommt künftigen Prozessen zu Gute.

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Der ideale Promotor

Wenn es dann darum geht, sich unter verschiedenen Möglichkeiten für eine Handlung zu entscheiden, orientieren sich viele Akteure an sozialen Modellen aus ihrem Umfeld. Führungskräfte, Experten und Meinungsmacher werden so zu Vorbildern, ob sie es wollen oder nicht.

Doch ein idealer Promotor zeichnet sich nicht nur durch seine Vorbildfunktion aus. Darüber hinaus ist seine Meinung bei den anderen Akteuren des Unternehmens gefragt. Solch ein Meinungsführer kann er dank seiner Glaubwürdigkeit, Offenheit, Motivation und Begeisterungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Akzeptanz und Verbleibdauer sein.

Dabei ist klar, dass niemand sämtliche genannten Wunscheigenschaften mitbringt. An Hand der Liste lassen sich aber einerseits das individuelle Unterstützungspotenzial eines Promotors einschätzen und andererseits Schwerpunkte für seine Qualifizierung ableiten. Ausserdem macht sie die Kriterien für die Auswahl transparent und nachvollziehbar.

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Promotoren-Netzwerk aufbauen

Promotoren gewinnen

Zu den allgemeinen Aufgaben von Promotoren zählen gemäß der ABC-Regel der Strategiekommunikation:

  • Verständnis und Akzeptanz für den Prozess herzustellen,
  • die Akteure zur Beteiligung zu bewegen ,
  • Vertrauen in die neue Strategie und Commitment zu erzeugen.

Die Herausforderung für die Prozessverantwortlichen besteht nun darin, unter den Akteure an Hand des Idealbildes die Promotoren auszuwählen und für den Veränderungsprozess zu gewinnen.

Zu den wichtigsten Meinungsführern in einem Unternehmen zählen:

  • Topmanagement: Ohne wahrnehmbares Engagement, in Szene gesetzte Überzeugung und identifizierbares Vorantreiben und Vorleben des Topmanagements als stärkstem Sendeturm wird der Prozess kaum in Bewegung kommen.
  • Management: Vor allem die Führungskräfte unterhalb des Top-Managements sind in ihrer Sandwich-Position die Informationsquelle Nummer eins für die Akteure, wenn es an die Übersetzung der Strategie ins alltägliche Handeln geht. Dadurch entsteht auch eine besondere Feedback-Funktion in Richtung Topmanagement. Sie erfahren Stimmungen und Probleme als erste und können frühzeitig gegensteuern.
  • Akteure in kommunikativen Schlüsselrollen: Kommunikationsfachleute, Personalentwickler, Trainer und andere Akteure, die an Knotenpunkten des Informationsflusses sitzen bringen Strategieverwirklichung im Rahmen ihrer alltäglichen Arbeit ins Gespräch.
  • Personalvertreter: Führungskräfte sollten die andere Sichtweise der Personalvertretung - genau dafür wurde sie ja geschaffen - akzeptieren, um dann herauszuarbeiten, wie beide Seiten einen positiven Einfluss auf die künftige Organisation geltend machen können.
  • Externe Promotoren: Journalisten, Vertreter von Verbänden, Unternehmens- und Kommunikationsberater können das Verständnis für den Prozess mit ihrem Blick von außen, durch ihre positive Berichterstattung sowie ihre fachliche Kompetenz verbessern.

Promotoren qualifizieren

Promotoren müssen auf ihre Rolle als stetige Impulsgeber für den gesamten Veränderungsprozess vorbereitet werden. Die Qualifizierung muss Ihnen zuerst selbst die Vorteile der neuen Strategie vermitteln.

Sie benötigen Hintergrundinformationen, Methoden und Instrumente für gezielte Impulse in ihrem Umfeld und müssen auf ihre Aufgabe beim Kick-Off, dem offiziellen Startschuss des Prozesses, vorbereitet werden. Promotoren lernen hier

  • das Zukunftsbild und den Entwicklungspfad zu verstehen,
  • die Besonderheit und den Nutzen ihrer Rolle zu erkennen,
  • die neue Ausrichtung gegenüber Mitarbeitern überzeugend zu vertreten und
  • die Strategie in den Alltag zu transferieren.

Promotoren unterstützen

Systematisches Vorgehen und gezielte Unterstützung schonen die Ressourcen von Promotoren und erhöhen ihre Bereitschaft und Fähigkeit, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Ein Leitfaden sollte in konzentrierter und anschaulicher Form enthalten, was der Promotor vermitteln soll und wie dies effektiv möglich ist.

Auch der Aufbau eines Promotoren-Netzwerkes bietet sich an. Als Forum für Erfahrungs- und Ideenaustausch, Anregungen und Probleme erfüllt es gleichzeitig eine wichtige Feedbackfunktion auf dem Entwicklungspfad.

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Flächendeckendes Promotoren-Netzwerk

Das flächendeckende Promotoren-Netzwerk stellt eine wichtige Unterstützung auf dem Entwicklungspfad dar. Die Verbindungen zwischen den Promotoren werden dabei durch Informationsvermittlung, regelmäßigen Erfahrungs- und Ideenaustausch (z.B. Sounding-Boards) sowie durch ein konsequentes Feedback und Controlling gefestigt.

Ein wesentliches Instrument eines wirkungsvollen Promotoren-Netzwerks ist eine Kommunikationszentrale, die auf einer telefonischen oder einer Intranet-Plattform basiert (Help Desk).

Links und Literatur

  • ANWANDER, Armin: Strategien erfolgreich verwirklichen: Wie aus Strategien echte Wettbewerbsvorteile werden. Zweite, erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2002. ISBN 3-540-42445-8.
  • HAUSCHILDT, J. / GEMÜNDEN, H. G.: Promotoren. Champions der Innovation. 2. Auflage. Wiesbaden 1999.

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