S-Commerce

Profitable Zukunftsmusik – schon heute

"Stille Prozesse spielen vor allem im Business-to-Business-Bereich eine herausragende Rolle, und vor allem bei digitalen Marktplätzen, auf denen Käufer und Verkäufer zusammenkommen."
Dr. Klaus Manhart, Silent Commerce im Aufwind, Funkschau 14/2000

Schon heute ist eine gelungene S-Commerce-Anwendung mit der von Intershop entwickelten Software "enfinity" möglich: Leistungsintensive Elektrogeräte kommunizieren mit den Stromgesellschaften via Internet und wählen selbständig den billigsten Strom. Ein weiteres populäres Szenario: Ein mit dem Bestellterminal des Supermarkts sprechender Kühlschrank, der seine Bestände automatisch auffüllt.

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Doch Silent Commerce (S-Commerce) umfasst noch mehr. Es ist die allgemeine Bezeichnung für Prozesse innerhalb des E-Commerce, die keine menschliche Interaktion mit dem System erfordert. Von Computer zu Computer (oder zu einem anderen, entsprechend ausgerüsteten Gerät) werden Informationen ausgetauscht und Transaktionen getätigt.

Nutzen und Vorteile

S-Commerce bietet sowohl für Unternehmen als auch für Kunden einige Vorteile:

  • Die Verwaltungskosten für Bestellungen der C-Güter lassen sich reduzieren, da die Wertschöpfungskette automatisiert wird. Die Ersparnis bewegt sich in der Größenordnung zwischen 3 und 5%.
  • Die Beschaffungszyklen der Produkte lassen sich durch S-Commerce verkürzen (von 7 auf 2 Tage). Eine Reduktion der Lagerbestände ist dadurch möglich.
  • Durch die Anwesenheit mehrerer Anbieter auf dem Marktplatz kommt eine größere Transparenz der Preise zustande. Einkäufer können auf den digitalen Marktplätzen Produkte und Preise vergleichen. Als Folge davon sinken jedoch die Margen für Distributoren und Hersteller.
  • Standardisierte Beschaffungen können ressourcenschonend durchgeführt werden.

XML – die Sprache des S-Commerce

XML (Extensible Markup Language, eine Erweiterung der Programmiersprache HTML = Hypertext Markup Language) wurde schon 1998 vom World Wide Web Consortium (W3C) als offener Standard etabliert. Jetzt hilft XML, globale technische Standards für das Web festzulegen. Sie ist der Standard, mit dem Informationen zwischen Webservern ausgetauscht werden können.

Durch XML ist es möglich, dass Computer ohne Papierverbrauch und ohne menschliche Hilfe Business-Botschaften formulieren, Geschäftsprozesse austauschen, Produktinformationen und Angebotsdaten aus einem Warenkatalog dechiffrieren und verarbeiten können.

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Prozesse, die für S-Commerce in Frage kommen

Generell mögliche Prozesse und Anwendungen

S-Commerce basiert auf so genannten stillen Prozessen, die beinahe bei jedem elektronischen Einkaufsvorgang stattfinden. Im Unterschied zu interaktiven Prozessen, in denen der Mensch in die Handlungskette eingreift (Mensch ? Maschine), braucht der "stille Handel" keine Nutzerinteraktion (Maschine « Maschine).

Ein Beispiel dafür ist u.a. das automatisch erfolgende Weiterreichen des zuvor von einem Kunden bestellten Warenkorbes an den Logistikanbieter; es geschieht von System zu System der betreffenden Firmen.

  • Sehr gut geeignet für S-Commerce sind standardisierbare Prozesse mit hoher Wiederholungsfrequenz.
  • Austausch aller Arten von Dokumenten (z.B. Bestellungen und Rechnungen).
  • XML-basierte Software kann auch Real-Time-Informationen darüber liefern, was Kunden eines Supermarkts aus dem Regal nehmen und diese Informationen an den Hersteller der Produkte weiterleiten. Dieser ist damit imstande, seinen Zulieferern präzise Order zu geben, was geliefert werden soll.

"Intelligente" Logistik

Ein Beispiel hierfür ist das von der Würth-Gruppe entwickelte Orsymat, das bereits bei einigen Firmen (Daimler Chrysler, Webasto, u.a.) Verwendung findet.

Orsymat wird ähnlich wie ein Getränkeautomat befüllt und ist an einen Computer angeschlossen, der die Klappenbewegung bei Inhaltsentnahme registriert und die Anzahl der noch verbliebenen Produkte speichert. In der Nacht baut er eine Verbindung (per Datenfernübertragung) mit dem Unternehmen auf, das den Automat am nächsten Tag auffüllt.

S-Commerce in B2B-Bereich

Auf digitalen Marktplätzen spielen stille Prozesse eine große Rolle; dort können Käufer und Verkäufer aus unterschiedlichen Branchen zusammenkommen. Zum Vorteil der Käufer sind dort viele Hersteller präsent, deren Angebote man vergleichen und ordern kann. Beispiele solcher Märkte sind u.a. works.com, purchasepro.com (Produkte und Dienste für Mittelständler), necs.com und digitalmarket.com (PC-und Elektronik-Komponenten).

Vernetzung der Lieferanten mit Einzelhandel: Durch unmittelbaren Zugriff auf die Verkaufszahlen ist eine besonders gute Bedarfsabdeckung und Kostenreduzierung.

Digital Business Agents

Die heute gängigen "Bots" (kleine Programme) - wie bei Priceline - werden in Zukunft durch Digital Business Agents (DBA) ersetzt. Die technischen Grundlagen hierfür gibt es schon. Die Agents könnten jederzeit in Netzwerke geschickt werden, um nach den Vorgaben des Besitzers zu handeln und in Sekundenbruchteile auf sich verändernde Situationen (Preis, Angebot-Nachfrage-Verhältnis, etc.) zu reagieren.

In diesem Sinne erweitern DBA die menschliche Intelligenz um Geschwindigkeit und Informationstransparenz. Doch solche Multi-Agenten-Systeme helfen nicht nur, Transaktionskosten zu sparen und sich effektiver auf digitalen Marktplätzen zu bewegen. Indem sie standardisierte Aktivitäten selbst übernehmen, erlauben sie darüber hinaus den Menschen, sich stärker auf die strategischen und wertschöpfenden Tätigkeiten zu fokussieren.

Links und Literatur

  • HENNEBÖHLE, Uwe (2001): Die Vorteile des Silent Commerce im elektronischen Handel. Diplomarbeit am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Download unter:
    http://www.competence-site.de
  • DBA - Digital Business Agents. Nutzen und Potenziale von Multi-Agenten-Systemen: Grundlagen, Chancen, Geschäftsmodelle. Aktuelle Studie von Diebold:
    http://www.diebold.de/de/publikationen/
  • ACQUISA (2001): Lautlose Revolution. In: Acquisa, 1/2001, S. 86-88.
  • MANHART, Klaus (2000): Silent Commerce im Aufwind. In: Funkschau 14/2000, S. 36-37.

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