Sounding Board

„Der Resonanzboden (engl. Sounding Board) ist eine etwa 1cm dicke Fichtenholzplatte im Klavier, die die Schwingungen der Saiten verstärkt.“
Quelle: Wikipedia

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Immer wieder taucht in Steuerkreisen komplexer Projekte der Begriff des Sounding Boards auf. Einer der Teilnehmer möchte eines einrichten, ein Anderer überlegt sich wen er denn als solches kontaktieren könnte, ein Dritter wird gar gefragt ob er bei einem solchen teilnehmen will. Aber nicht immer herrscht Einigkeit darüber was ein Sounding Board eigentlich sein oder leisten soll.

Wenn man sich auf die Suche nach einer Definition des Begriffes macht, findet man sehr viele Ergebnisse aus dem musikalischen Bereich, allerdings weniger und stark differierende aus dem Bereich Wirtschaft und Management.
Über die musikalische Definition kommt man jedoch der Bedeutung eines Sounding Boards im Projektumfeld auf die Spur:
Das Sounding Board (zu deutsch: Resonanzboden) eines Klaviers fängt die Schwingungen der Saiten, die durch das Spiel des Pianisten erzeugt werden auf und gibt diese verstärkt wieder zurück.
Durch diese Verstärkung werden auch die Fein- und Besonderheiten des individuellen Spiels verstärkt und betont. Hieraus ergibt sich, dass selbst kleine Fehler auffallen und Unstimmigkeiten in Takt und Tempo offensichtlich werden. Der Pianist kann also das Ergebnis seines Spiels klarer erkennen und sich so verbessern.
Eine ähnliche Funktion soll auch das Sounding Board in der Wirtschaft erfüllen. Im Umfeld komplexer Projekte oder beim Analysieren schwieriger Probleme soll es einen Widerhall erzeugen. Dieser soll in Form eines kritischen Feedbacks Führungskräften ermöglichen bewusste Entscheidungen zu treffen. Dabei werden nicht nur allein durch das Feedback neue Erkenntnisse gewonnen, schon bereits bei der Vorbereitung auf das Zusammentreffen mit dem Sounding Board können erste Dissonanzen erkannt und ausgeglichen werden.

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Die Form des Sounding Boards ist dabei zweitrangig und eher von der Komplexität oder auch Größe des zu untersuchenden Problems, beziehungsweise Projekts abhängig. Ein Sounding Board kann von einer einzigen Person dargestellt werden, welche nicht einmal tiefe Vorkenntnisse im Themenumfeld haben muss. Es kann aber auch aus einer Reihe von Fachexperten unterschiedlichster Spezialgebiete, Beratern oder Fachfremden, bestehen die ein Thema gemeinsam analysieren und Feedback geben.

Die Aufgabe des Sounding Boards besteht dabei allein darin zu versuchen das Problem, beziehungsweise den Prozess zu verstehen und zu hinterfragen. Es hat selbst keine Entscheidungskompetenz, sondern soll lediglich Unstimmigkeiten aufdecken und das Verständnis erhöhen.

How-To: Wenn Sie selbst mal als Sounding Board fungieren sollen

Für die Teilnehmer eines  Sounding Boards gelten einige einfache Regeln:

  • Öffnen Sie sich dem Thema.
    Am leichtesten fällt Ihnen die Tätigkeit als Sounding Board, wenn Sie das Thema interessiert, Sie aber bislang noch keine tiefen Kenntnisse darüber haben. Kennen Sie sich in dem Themenfeld bereits aus, gilt es bereits vorhandene Meinungen und Vorurteile auszublenden und dem Thema wieder neutral zu begegnen.
  • Nicht Ihre Meinung ist gefragt.
    Nur weil Sie einer bestimmten Methode zu- oder abgeneigt sind, muss dies nicht auch für das Projekt oder Ihr gegenüber gelten. Fragen Sie aber neutral nach, warum diese Methode gewählt, beziehungsweise nicht berücksichtigt wurde.
  • Nachfragen bei Unklarheiten.
    Versuchen Sie wirklich das Thema zu verstehen. Veranlassen Sie Ihr gegenüber dazu ein konkretes Beispiel mit Ihnen durchzuspielen. Haken Sie nach.
  • Bleiben Sie kritisch.
    Lassen Sie sich nicht von wohlformulierten Phrasen und schön designten Folien blenden. Hat der Prozess eine Lücke muss diese auf den Tisch. Das ist Ihr Job.

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Ein Sounding Board wird von uns schon rein intuitiv mehrmals täglich gesucht. Immer dann wenn wir unserem Partner, einem Kollegen oder einer Bekannten von einem Problem bei der Arbeit oder einer Herausforderung im privaten Bereich berichten und uns austauschen wollen. Bei der Schilderung des Themas wird es automatisch nochmals durchdacht, meist fallen einem selbst dabei schon viele Ungereimtheiten auf und neue Ideen ein. Im Gespräch, beispielsweise beim Familienspaziergang am Wochenende, bekommt man oftmals ein wertvolles und  konstruktives Feedback.
Macht man sich diesen Prozess aber gezielt bewusst, kann dessen Effizienz noch erheblich gesteigert werden. Sie selbst haben dann ein Interesse beim Thema zum bleiben und nehmen Kritik offener auf. Zudem wird auch Ihr Sounding Bord versuchen sich nicht von Ihnen „blenden“ zu lassen oder einfach nur nett sein wollen.

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