Stakeholder

Konzept der Kooperation

Nach der Shareholder-Euphorie nun die Stakeholder-Euphorie? Und widersprechen sich Stakeholder-Value und Shareholder-Value? Oder können durch eine intelligente Verbindung (integriertes Management) beider Ansätze Werttreiber gefunden werden?

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Folgt man dem Shareholder-Value so führt man eine zukunftsorientierte Bewertung durch und identifiziert Wert-Treiber, aus der Perspektive der Eigenkapitalgeber. Durch Abschätzung, der zukünftigen Geldflüsse, die Investoren von einem Unternehmen zu erwarten haben, wird der Firmenwert ermittelt und daraus der Cash-Flow ermittelt. Ziel ist es, das Unternehmen nachhaltig erfolgreich zu führen und den Unternehmenswert zu maximieren.
Das Stakeholder-Konzept geht davon aus, dass durch die Kooperation unterschiedlichster Interessensgruppen bestimmte Unternehmensziele besser erreicht werden können. Diese Gruppen oder Einzelpersonen nehmen aktiv Einfluss auf Entscheidungen im Unternehmen, stellen im Gegenzug Ressourcen zur Zielerreichung und Strategieverwirklichung des Unternehmens zur Verfügung.

Und der Return on Stakeholder (RoSt) zeigt, wie viel Wert der Stakeholder dem Unternehmen im Marktdurchschnitt beigetragen hat. Denn es interessiert doch, wie viel mehr an absoluten Wert ein vergleichbarer Stakeholder bei einem vergleichbaren Unternehmen geschaffen hätte. Was dieser Vergleich mit sich bringt? Kein systematischer Abbau von "unrentablen" Stakeholdern, auch hier ist eine Diversifizierung notwendig.
Vorteile aus einem Stakeholder-Konzept

  • für den Staat: Steuereinnahmen, volkswirtschaftlicher Nutzen
  • für die Öffentlichkeit: Gemeinwohl, Umweltschutz, Transparenz
  • für Eigenkapitalgeber: angemessene Rendite, Sicherheit, Mitspracherecht
  • für Fremdkapitalgeber: Zinszahlungen, Sicherheiten, Mitsprache
  • für Kunden: Qualität und Service, Gewährleistung und Ersatzteilversorgung, niedriger Preis
  • fürLieferanten: Zahlungsfähigkeit und –modalitäten
  • für Mitarbeiter: Arbeitsplatzsicherung, Einkommen
  • für die Konkurrenz: fairer Wettbewerb, Kooperationsmöglichkeit

Das Konfliktmanagement im Unternehmen gewinnt dadurch an Bedeutung. Denn die Interessen der Stakeholder und des Unternehmens sind zu berücksichtigen und im Verhältnis zueinander zu sehen. Das Unternehmen darf dadurch keine Ressourcen verlieren oder gar handlungsunfähig werden.
Und wie können nun die einzelnen Interessen zu gemeinsamen Unternehmenszielen führen? Lassen sich die unterschiedlichen Ansätze in einem Integrierten Management verbinden?

  • Interessenskonflikte werden ignoriert und die in den Unternehmensleitsätzen festgeschriebenen Grundsätze sind so allgemein verfasst, dass ein Auslegungsspielraum für das Management bleibt. Eine starke Kontrolle darf hier nicht fehlen, denn sonst fallen die Interessen der anderen Stakeholder unter den Tisch.
  • Der kleinste Nenner. Man einigt sich auf der kleinsten gemeinsamen Ebene. Dies ist in der Regel der zu erwirtschaftende Gewinn.
  • Die Macht der Starken. Die größte und "mächtigste" Interessensgruppe - wie zum Beispiel Kapitalgeber oder Kunden - setzt sich durch oder beschließt den Kompromiss.

Shareholder-Value-Befürworter warnen davor, dass die Ansprüche der Stakeholder zu vermehrten Auszahlungen und somit zur Senkung der Eigenkapital-Rentabilität führen, was wiederum den Unternehmenswert mindert. Jedoch sind beide Ansätze, der Shareholder-Value und der Stakeholder-Value bei weitem nicht mehr getrennt voneinander zu sehen, sondern ergänzend.
Denn der Staat kann nicht mehr alle Aufgaben bewältigen und es bedarf des Engagement und der Unterstützung der Unternehmen, nicht nur in finanzieller Hinsicht sondern in der aktiven Gestaltung der Gesellschaft und Umwelt, deren Teil sie sind: die soziale Verantwortung der Unternehmen.

Soziale Verantwortung der Unternehmen

Genauso wie das Shareholder-Value-Konzept in der Wirtschaft eine zentrale Rolle spielt, soll auch das Stakeholder-Konzept zum heutigen allgemeinen Wohle und Wohlstand beitragen: die soziale Verantwortung der Unternehmen. Denn das Verhalten von Organisationen wirkt nicht nur auf die Stakeholder sondern dadurch auch auf das soziale und ökologische Umfeld und somit erhalten Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung.
Im Oktober 2002 wurde in Brüssel eine Initiative vieler Stakeholder auf den Weg gebracht, die für ein gemeinsames Verständnis für die soziale Verantwortung der Unternehmen stehen. Im Zentrum der Strategie der Kommission steht das CSR-EMS-Forum.

Das CSR-EMS-Forum (European Multi-Stakeholder Forum on Corporate Social Responsibility) will Innovationen, Konvergenz und Transparenz vorhandener Corporate Social Responsibility-Instrumente wie Verhaltenskodizes, Gütesiegel, Berichte und Managementinstrumente fördern. Dieses Forum soll Unternehmen und Stakeholder helfen, sich zu einigen und damit einen effizienten Beitrag zur Allgemeinheit zu leisten.

Stakeholder-Analyse

Das Stakeholder-Konzept geht von einem gegenseitigen Nutzen für Unternehmen und Stakeholder (Anspruchsgruppe) aus. Eine Stakeholder-Analyse kann durchgeführt werden,

  • um bei Unternehmensgründung die überhaupt in Frage kommenden Stakeholder für das Unternehmen zu finden,
  • oder bei schon bestehenden Vorhaben eine Überblick über alle zu einem Vorhaben in Beziehung stehende Anspruchsgruppen zu schaffen (zum Beispiel bei einem Marketingvorhaben Kunden, Marktmittler, finanzierende Banken als Anspruchsgruppe definieren).

Dazu werden alle Stakeholder benannt, charakterisiert und deren Relevanz für das Unternehmen ermittelt.
Stakeholder können neben externen Gruppen wie Aktionäre, Banken, Kunden, Regierungen, Gewerkschaften oder internationale Organisationen auch interne Führungskräfte oder Mitarbeiter sein.
Interne als auch externe werden aber nach vier Kriterien bewertet/charakterisiert in Bezug auf die Machtdimension und die Risikodimension:

  • Bezugsgruppe
  • Interessensgruppe
  • Anspruchsgruppe
  • Strategische Anspruchsgruppe

Denn je höher das eingebrachte Risiko des Stakeholders, desto höher ist der Anspruch an das Unternehmen.
Die Relevanz der einzelnen Anspruchsgruppe leitet sich aus der strategische Bedeutung für das Unternehmen ab: Je größer der Unsicherheitsgrad, der Abhängigkeitsgrad und der Einflußgrad für das Unternehmen ist, desto höher ist die Relevanz für das Unternehmen.

Links und Literatur

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