Strategische Beschaffung

Im Einkauf aktiv agieren

"Fremdbezugsanteile von weit über 50% - in rohstoffnahen Industriebetrieben sogar über 80% - machen deutlich, welche Auswirkungen die Beschaffung auf den Unternehmenserfolg hat.”
Prof. Dr. Ulli Arnold, Lehrstuhl Investitionsgütermarketing und Beschaffungsmanagement, Universität Stuttgart

Märkte und Kundenwünsche an Produkte ändern sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Einkaufsabteilungen können nicht mehr als reine Versorgungsfunktionen betrachtet werden, sondern müssen strategisch ihre Aufgabe angehen. D.h. Ressourcenmärkte und Lieferanten müssen gezielt entwickelt und gehalten werden.

Kosteneinsparungen sind ein weiterer Pluspunkt dieser Ausrichtung. Die MG Rover Group bspw. plant im Jahr 2003 20% seiner Supply Chain Kosten und Beschaffungskosten zu sparen. Statt durch härtere Verhandlungen mit den Lieferanten soll dies durch neu durchdachte Prozesse erreicht werden. 200 Mitarbeiter werden sämtliche Schritte in der Zusammenarbeit mit Lieferanten durchleuchten. (vgl. MG embarks on supplier savings drive, In: SupplyManagement online)

Ad hoc Entscheidungen bzw. zeitintensive Einzelausschreibungen sind in der strategischen Beschaffung passe. Vielmehr ist das Ziel, die Beschaffung bereits in der Phase der Produktentwicklung zu planen. Lieferanten können in dieser Phase mit eingebunden werden. E-Procurement bietet in Zeiten des Internets wertvolle Möglichkeiten.

Sinnvoll ist es hier, sämtliche Prozesse, die einen Einfluss auf die Beschaffung haben, zu untersuchen. Neben dem eher technischen Blickwinkel auf die Abfolge von Einzelschritten spielt natürlich der menschliche Blickwinkel eine große Rolle. Zu welchen Veränderungen sind die Mitarbeiter bereit? Wieviel Verantwortung wollen sie übernehmen?

House of Procurement - ein Beispiel für einen ganzheitlichen Ansatz

Die Rolls-Royce Deutschland GmbH bezieht ca. 80% einer Sorte von Triebwerken fremd. Ein Lieferantenwechsel konnte bis zu sechsstellige Anlaufkosten bedeuten. Die Rolls-Royce Deutschland GmbH wollte von der vorherrschenden Einkaufsabwicklung weg zu einer aktiv agierenden Einkaufsabteilung, die die internationalen Märkte bearbeitet. Außerdem sollte "Make first right" als Strategie gelten.

Zusammen mit allen Mitarbeitern im Einkauf wurde die bisherige Struktur aufgelöst und eine neue erarbeitet.

Sieben Strategische Felder wurden definiert, die im House of Procurement zusammengefasst sind. Dazu gehören, z.B. die Organisation, Human Resources, Commercial, ein spezielles Kennzahlensystem und die Procurement Strategy. Dies verdeutlicht den ganzheitlichen Ansatz der strategischen Beschaffung.
Mit Hilfe einer klassischen ABC- Analyse der Lieferanten wurden Bezugsstrategien ausgearbeitet. Anschließend teilten sie die Mitarbeiter in Supply Chain Management Teams auf. Jedes Team erfüllt dabei die Funktionen Strategischer Einkauf, technischer Einkauf und Einkaufslogistik. Dadurch erhielt jedes Team die Verantwortung für die Strategie seiner Warengruppe, den Prozess der Produktgestaltung, z.B. Konzeptwettbewerbe durchzuführen, bis hin zur Logistik.

In einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (= Kaizen) wird das Erreichte kritisch bewertet.
Ein neu entwickeltes Kennzahlensystem bietet Fakten. Kosten, Lieferperformance und Qualität flossen als Faktoren in die Definition neuer Kennzahlen ein, so dass jederzeit der Erfolg überprüft und regelmäßig Zielvereinbarungen getroffen werden können.

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Strategische Kooperationen

Strategische Einkaufskooperationen (keine klassischen Einkaufskooperationen) sind in Deutschland, abgesehen von Pilotprojekten wie in Baden-Württemberg, kaum verbreitet. Bisher standen bei Einkaufskooperationen oft Einsparungen von Kosten in der Verwaltung und im Einkauf an oberster Stelle.
Strategische Einkaufskooperationen hingegen zielen auf die gemeinsame Entwicklung und Bearbeitung des Beschaffungsmarktes.
Im englischsprachigen Raum finden strategische Einkaufskooperationen (als cooperative sourcing bezeichnet) größeren Zuspruch. Im Verwaltungssektor sind Zusammenschlüsse von Krankenhäusern, Universitäten seit dem letzten Jahrhundert bekannt.
Strategische Einkaufskooperationen in der Industrie bieten also noch reichlich Potenziale.

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