Strategisches Management

Woher kommt das Strategische Management?

"Strategisches Management soll als Ausdruck einer evolutionären Führungskonzeption Unternhemen in ihrer Höherentwicklung vorantreiben"
Prof. Dr. Dres. h.c. Werner Kirsch 1997,
Vorstand des Instituts für Organisation, Fakultät für Betriebswirtschaft,
Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Strategiebegriff stammt aus dem Griechischen (stratos = Heer, agos = Führer) und bezeichnet die Kunst der Heeresführung. Carl von Clausewitz zieht als erster Parallelen zwischen Militär und Wirtschaft. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts führen von Neumann und Morgenstern den Strategiebegriff aus einem mathematisch-spieltheoretischen Kontext in die Wirtschaftstheorie ein.

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Strategisches Management als eigenständige wissenschaftliche Disziplin hat sich erst später entwickelt. Begriffe wie Business Policy, Long Range Planning und Strategische Planung, kann man als Vorgänger des Strategischen Managements bezeichnen. Budgetierung, Langfristige Planung, Unternehmensstrategien stehen somit für Ansätze des strategischen Managements, im Rahmen derer immer wieder neue Methoden der Unternehmensplanung entwickelt werden. Dem Wunsch einer immer genaueren Beschreibung der Unternehmensentwicklung steht eine fragliche Zukunft gegenüber, die möglicherweise durch zunehmende Globalisierungs- und Flexibilisierungstendenzen bereits das Ende der Steuerbarkeit andeutet.

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Herausforderungen im Strategischen Management

Obwohl die Prognose der Zukunft für jedes Unternehmen ein mehr oder minder großes Problem darstellt, müssen immer wieder Aussagen darüber getroffen werden, welche Veränderungen im Umfeld zu erwarten sind und wie mit diesen Veränderungen im Sinne des Geschäftserfolgs umzugehen sei. Zentrale Herausforderungen ergeben sich hier durch die Vielfalt von Ereignissen, deren Mehrdeutigkeit sowie die Schwierigkeit, komplexe Probleme in überschaubare Einheiten zu zerlegen.

Im Umgang mit diesen immer wiederkehrenden Herausforderungen sind strategische Managemententscheidungen in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass sie längerfristige Ziele ins Auge fassen, die durch mittel- und kurzfristige Ansätze und Methoden realisiert werden sollen. Hier kommt der Strategieverwirklichung eine zentrale Bedeutung zu. Denn nur dann, wenn aus Strategien Handeln wird tritt der angepeilte Geschäftserfolg auch ein.
Ziel des Strategischen Managements ist es in der Regel die Entwicklung von Unternehmen zu gestalten. Der dabei zur Verfügung stehende Gestaltungsspielraum erstreckt sich von der Totalplanung, die die Möglichkeit der allumfassenden Steuerung einer Unternehmensentwicklung zugrunde legt, bis hin zu der Auffassung, dass Unternehmen prinzipiell unsteuerbar sind. Innerhalb dieses weiten Feldes ist ein Strategisches Management eine ganz bewusste Form, über die Entwicklung von Unternehmen zu denken und dementsprechend zu handeln.

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Von der Strategischen Planung zum Strategischen Management

Strategische Planung beinhaltet im Wesentlichen die Schritte Umweltanalyse, Unternehmensanalyse, strategische Optionen, strategische Wahl und strategische Programme. Nicht mehr Gegenstand der strategischen Planung ist der Prozess der Strategieverwirklichung. Dieser ist jedoch für den Erfolg jeder strategischen Planung von entscheidender Bedeutung. Strategisches Management beinhaltet also im Wesentlichen die Ausdehnung strategischer Aktivitäten über den reinen Planungsprozess hinaus.
Ziel des strategischen Managements ist es, die strategische Orientierung des Unternehmens im Tagesgeschäft nachhaltig zu verankern, damit aus Strategien Handeln wird.'

Das traditionelle Strategische Management ist dann noch durch die strategische Kontrolle zu ergänzen, die als selbständiges Steuerungsinstrument den Planungsprozess kritisch absichernd begleitet.
Ein umfassenderes Verwirklichungsmanagement hat demgegenüber die Aufgabe, den gesamten Prozess der Strategieverwirklichung zu koordinieren und durch geeignete Impulse voranzubringen. Dazu gehört es auch, ein Prozessteam zu gründen und zu einem frühen Zeitpunkt zu definieren, mit welchen Kompetenzen und an welchen Punkten dieses Prozessteam agieren soll und muss.

Links und Literatur

  • ANWANDER, Armin: Strategien erfolgreich verwirklichen: Wie aus Strategien echte Wettbewerbsvorteile werden. Zweite, erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2002. ISBN 3-540-42445-8.
  • HINTERHUBER, Hans H.: Strategische Unternehmungsführung.
  • I. Strategisches Denken (ISBN 3-11-018106-1) und II. Strategisches Handeln (ISBN 3-11-018105-3). Unternehmenspolitik. Strategie. 7. grundlegend neu bearb. Aufl. 2004.
  • NAGEL, Wimmer: Systemische Strategieentwicklung. Modelle und Instrumente für Berater und Entscheider. Klett-Cotta Verlag 2002, 420 Seiten, gebunden, EUR [D] 35,00 / sFr 59,00, ISBN: 3-608-94053-7
  • Hungenberg, Harald: Strategisches Management in Unternehmen. Ziele - Prozesse - Verfahren. Gabler Verlag, Wiesbaden, 2. Auflage Oktober 2001
  • Müller-Stewens, Günter; Lechner, Christoph: Strategisches Management. Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart 2001
  • Welge, Martin; Al-Laham, Andreas (2001): Strategisches Management. Grundlagen - Prozess - Implementierung. Gabler Verlag, Wiesbaden, 3. Auflage November 2001
  • Der HERAKLIT-Newsletter erscheint monatlich und informiert Sie über Neues aus der Welt des Vernetzten Denkens, Systemdenkens, ganzheitlicher Problemlösungen, Planspielen und Strategiesimulationen.

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