Werte und Kultur

Sozialklimbim oder Grundlage wirtschaftlichen Handelns?

Wert: Was sich hinter dem Begriff verbirgt
Werte sind deshalb so wichtig, weil sie für die Führungskräfte und die Mitarbeiter einen Maßstab formulieren. Sie definieren den Anspruch an den Einzelnen und die gesamte Organisation. Schon der Prozess zur Formulierung von Werten ist ein Wachstums- und Reifungsprozess. Er lässt sichtbar werden, wie einzelne Entscheider ticken und welche Wertebasis und Sozialisation der Einzelne in das Unternehmen einbringt.

Wert versus Werte

Wie tragfähig eine Vision ist, zeigt sich bei der Diskussion der Werte im Unternehmen. Werte sind immer vorhanden. Auch leben wir immer nach Werten, oft nur leider völlig unbewusst. Und in Zeiten des Shareholder Value reduzieren sich diese Werte häufig schnell auf den ‚Wert’ (in EUR) des Unternehmens. Monetärer Erfolg und Wachstum sind wichtigster Antriebsfaktor. Dagegen lässt sich zumeist wenig einwenden. Zitate wie ‚Stillstand ist Rückschritt’ oder ‚Nur ein ertragsstarkes Unternehmen ist ein gutes Unternehmen’ bekommen bereits junge Hochschulabsolventen, die zukünftigen ‚High-Performer’ der Wirtschaft, zu hören.

Sicherlich ist Geld nach wie vor ein starker Antrieb für unternehmerisches Handeln und auch für überdurchschnittliches Engagement Einzelner. Wer allerdings monetären Wert zur alleinigen obersten Maxime des Handelns macht, schafft eine Kultur von Kampf, Macht, gewinnen wollen und sich beweisen müssen. Ich bin der Meinung, dass es auf kurz oder lang schief geht, wenn jegliche unternehmerische Aktivität nur darauf abzielt, Umsatz und Gewinn zu steigern. Es braucht eben mehr.

Wert und Werte bedingen sich gegenseitig

Sie gleichen zwei Wellen, die sich über eine Riemenscheibe gegenseitig antreiben (siehe Bild). Unternehmerisches Handeln muss Wert schaffen und Werte bilden.

Werte muss man sich leisten können

Unternehmen, die in eine wirtschaftliche Notlage geraten, werden sich kaum mit Werten beschäftigen. Dort wird man zügig die Wert-Schöpfungs-Prozesse analysieren und Potenziale zeitnah umsetzen.

Werte sichern Zukunft

Zahlreiche Unternehmen, welche die Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen, schaffen die Spannung zwischen Wert und Werten. Der Mittelstand hat Werte schon vor einigen Jahren für sich erkannt. Wirtschaftsverbände, Kirchen, Politik rufen seit geraumer Zeit zur Rückbesinnung auf Werte auf und meinen damit menschliche Werte. Als Unternehmer, der mit seinem Unternehmen der Arbeitgeber der Region ist, sich für diese Region einsetzt und sich damit verbunden fühlt, baut sein Handeln auf einem Wertekanon auf, der mehr ist als das bloße Streben nach Umsatz und Gewinn.

Gemeinsame Werte ‚kalibrieren’: Die Werteklausur

Auch wenn wir selten darüber reden: Die Grundhaltung, die wir uns persönlich angeeignet haben, die wir in unserer Sozialisation aus unserer Familie bekommen haben, ist in unserem Handeln immer wieder sichtbar. Diese Werte sind es oftmals, die sich in der Gesamtheit als Werte des Unternehmens zeigen. Zum einen suchen wir uns alle auf Basis unserer Werte einen Arbeitsplatz, zum anderen prägt unsere Arbeit uns als Mensch und dadurch wieder unsere Werte. Aus dieser Perspektive heraus ist es sinnvoll, diesen grundlegenden Prozess und diese grundlegende Basis der Arbeit in einem Unternehmen nicht dem Zufall zu überlassen.

Um Werte bewusst zu machen, gibt es ein hilfreiches Tool namens ‚Werteklausur’. Sie hilft, viele Emotionen freizusetzen, Gedankenmuster, Ängste und Verhaltensweisen sichtbar zu machen sowie Gemeinsamkeiten und Differenzen Einzelner zu verdeutlichen. Vielleicht ist gerade diese Auseinandersetzung der Grund, warum sich immer noch so viele Unternehmen vor der Auseinandersetzung mit Werten scheuen. Denn plötzlich kommen Verhaltensmuster und Denkweisen ans Tageslicht, wird eigenes Handeln im Kontext von Werten hinterfragt.

Werte bleiben Worthülsen und schöne Absichtserklärungen, wenn sie nicht in den Unternehmensalltag Einzug finden. Werte müssen über Verhalten spürbar werden. Im Umgang mit den Mitarbeitern müssen diese die gelebten Werte er-leben. In schwierigen Entscheidungsprozessen müssen die Werte fühlbar sein. Darum reicht es nicht, die Werte auf der obersten Führungsebene zu besprechen. Der Wert liegt in der Auseinandersetzung, nicht im vierfarbigen Werbeprospekt.

Autor

Dr.-Ing. Jan Burghardt ist Co-Autor des Titels „Spitzenleistung möglich machen“, in dem er auf anregende, pointierte und überzeugende Art und Weise erzählt, welche Handlungsfelder vom Management bearbeitet werden müssen, um als Unternehmen langfristig erfolgreich zu sein.

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