Wertstromdesign

Ein Produkt durch die Hauptflüsse bringen

"Wo immer es ein Produkt gibt, gibt es auch einen Wertstrom. Die Herausforderung liegt darin, ihn zu sehen."
Mike Rother, John Shook (2000)

Die Wertstromanalyse ist ein Verfahren, bei dem Material- und Informationsfluss, ausgehend vom Endprodukt bis zu den Lieferanten, abgebildet werden. Das Verfahren wird für jede Produktfamilie separat angewandt.Dabei werden die nicht-wertschöpfenden Prozesse identifiziert. Im zweiten Schritt wird ein Materialfluss kreiert, bei dem die nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten eliminiert werden. Die hierzu erforderlichen Massnahmen werden in einem Aktivitätenplan festgehalten, der Schritt für Schritt umgesetzt wird.

Wertstromdesign ist ein Analysetool, das im Rahmen der Werstromanalyse erfolgreich eingesetzt werden kann. Bei dessen Anwendung wird der gesamte Produktionsweg eines Produkts kartiert. Als Ergebnis erhält man ein Abbild der einzelnen Material- und Informationsflüsse im Ist-Zustand. Das Abbild des Ist-Zustandes veranschaulicht ganz konkret Turbulenzen in den genannten Flüssen und deren Ursachen. Ziel ist es, aus diesen Erkenntnissen einen Soll-Zustand abzuleiten, den man im Sinne von Wertstromdesign ebenfalls wiederum aktiv aufzeichnet. Im Idealfall wird im Rahmen eines jeden Prozesses nur noch das produziert, was der nächste Prozess benötigt und auch nur genau dann, wann er es benötigt.

Vorteile von Wertstromdesign

Als Visualisierungsinstrument veranschaulicht Wertstromdesign auf der einen Seite die teilweise unübersichtlichen, komplexen Produktionswege und deren einzelne Prozesseinheiten. Auf der anderen Seite schafft es einen Überblick und ein Verständnis für den gesamten Produktionsweg. Überblick und Verständnis sind Grundvoraussetzungen dafür, Ursachen für Verschwendung und entsprechende Lösungsansätze für ihre Vermeidung überhaupt formulieren zu können.

Es lassen sich folgende Vorteile für den Einsatz von Wertstromdesign formulieren. Wertstromdesign:

  • rückt den Fluss des Produktweges in den Mittelpunkt.
  • unterstützt eine effiziente Unternehmenskommunikation, indem es eine gemeinsame Sprache schafft.
  • zeigt Konsequenzen von Teilentscheidungen für den gesamten Produktionsfluss auf.
  • schafft den Bauplan für die Implementierung von neuen Produktionssystemen.
  • zeigt, wie Informationsfluss und Materialfluss zusammenhängen.
  • ist ein qualitatives Tool, mit dem man beschreiben kann, wie ein Produktionsfluss erzeugt wird.
  • priorisiert anhand konkreter Zahlenwerte und zeigt die Stellhebel für diese Zahlenwerte auf.

Wertstromdesign-Symbole

Die gemeinsame Sprache, die das Wertstromdesign im Unternehmen schafft, beruht auf der Verwendung einer einheitlichen Symbolik in den "Fließprozesskarten" (Ist- Soll- Zustand). Zusätzlich fördert auch die ganzheitliche Betrachtungsperspektive, die das Wertstromdesign nahelegt, die Effizienz der Unternehmenskommunikation. Das trifft sowohl für werksinterne Prozesse zu, gilt aber, unter Beibehaltung der gemeinsamen "Wertstromdesign-Sprache", auch für mehrere Werke eines Unternehmens bzw. für mehrere kooperierende Unternehmen.

Unterschieden werden einfache, differenzierte Symbole für den Materialfluss, für den Informationsfluss und allgemeine Symbole. Diese sind in der Regel sprechend und werden mit quantitativen Angaben (z.B. Durchlaufzeit, Mengenangaben, Wiederholungsfrequenz) versehen.

Die Benutzer dieser Symbolik müssen deren "Sprache / Aussagekraft" gelernt haben, um sie richtig zu interpretieren. Sie sind daher mit einer spezifischen Fachsprache zu vergleichen, die man vor ihrem Einsatz üben sollte.

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