Lernen lernen leicht gemacht

Wie man sein Gehirn spielend in Hochform bringt

Lernen = kinderleicht?

Lernen: während kleine Kinder es mit unermüdlicher Freude und Leichtigkeit tun, ist es in den Augen Erwachsener zumeist mit Anstrengung verbunden. In der Tat ist der Erwerb von Wissen kein passiver, sondern ein aktiver Vorgang. Doch woran liegt es, dass man – wie es scheint – mit zunehmendem Alter mehr Mühe mit dem Lernen hat? Markus Hofmann, erfolgreicher Gedächtnistrainer und Keynote Speaker hat dafür folgende Erklärung: „Uns wird von der Schulzeit an eine falsche Perspektive auf das Lernen vermittelt: Es kommt nicht darauf an, beim Lernen immer alles richtig zu machen und penibel die Fehler zu zählen, sondern es kommt auf die positiven Emotionen und den Spaß am Lernen an!“

Spaß als Lernhilfe

Spaß und gute Laune scheinen die beste Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Hofmann erklärt dazu, dass wir leichter und erheblich schneller lernen, wenn das Limbische System (der Teil des Gehirns, der für Emotionen zuständig ist) involviert wird. Der Hippocampus identifiziert hier neuen Lernstoff, indem er ihn mit vorhandenen Erfahrungen vergleicht und dann beurteilt, ob er mit ihm vertraut ist oder nicht. Wenn nicht, so wird bewertet, ob der Stoff interessant ist – was scheinbar fast immer der Fall ist, wenn Emotionen beteiligt sind. Dabei passiert interessanter Lernstoff leichter das Kurzzeitgedächtnis und wird schneller im Langzeitgedächtnis gespeichert. Als weitere Begleiterscheinung des Wohlbefindens werden im Gehirn Neurotransmitter wie Dopamin freigesetzt. Außer der Weiterleitung elektrochemischer Impulse in den Nervenzellen, bewirkt die Dopaminfreisetzung eine größere Klarheit des Denkens und versieht Dinge und Ereignisse in der Umgebung mit Bedeutung. Mit Hofmanns Worten entspricht es eigentlich der menschlichen Natur, motiviert zu sein; „das Gehirn liefert dazu das notwendige Rüstzeug und ist immer aktiv. Die Motivation führt zu einem positiven Lernkreislauf: Neues wird leicht im Gehirn verarbeitet und eingespeichert; die daraus entstehenden Lernerfolge führen zu Optimismus und Selbstbewusstsein, was wiederum die Motivation stärkt.“

Wissenserwerb durch Emotionen und Geschichten

Geschichten und Emotionen sind beim Lernen förderlich. Wie Hofmann erläutert, sorgen sie dafür, „dass gleich eine Vielzahl von situativen, emotionalen und interaktiven Bezügen hergestellt wird, die dazu beiträgt, den Lernstoff an mehreren Stellen im Gehirn ‚abzulegen’. Dadurch kommt es zu vielfältigen Vernetzungen auf der neuronalen Ebene, die dazu beitragen, dass die gespeicherten Inhalte leichter wieder abgerufen werden können.“ Des weiteren geht Lernen im Gehirn mit einer Veränderung der Synapsenstärke einher – je stärker die Übertragung an einer Synapse, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie ‚feuert’. Beim Vorhandensein von Emotionen und Geschichten ‚feuern’ die Synapsen viel öfter und stärker als ohne. Fazit: emotionale Zugänge laufen messbar schneller ab als rein kognitive.

Mnemotechnik – der Schlüssel zum erfolgreichen Lernen

„Beim kreativen Erfinden von Geschichten kann uns die Mnemotechnik helfen“, so Hofmann. Der Begriff kommt aus dem Altgriechischen und leitet sich von mnémē, (Gedächtnis; Erinnerung) und téchnē, (Kunst) ab. Sie bedient sich der bildhaften Vorstellungskraft, verwendet bestimmte imaginäre oder tatsächliche Orte, bezieht Emotionen mit ein und kleidet Sachverhalte in eine Geschichte. Diese Verknüpfungen nennt Hofmann ‚Briefkästen’. Möchte man sich beispielsweise Namen merken, wählt man als Briefkasten charakteristische Merkmale der Personen, die einem ins Auge springen, wie ein markantes Lächeln, eine schöne Haarpracht oder eine große Nase. Zu diesem Merkmal erfindet man sich eine Geschichte, die den Namen der Person in einer Form kreativ mit einbezieht. Wenn sich z.B. ein Thomas mit einer auffällig langen Nase vorstellt, könnte man in Gedanken eine Tomate (steht für Thomas) auf seiner Nase ausdrücken. Bei Fach- und Allgemeinwissen empfiehlt es sich hingegen eine grobe Struktur mit den wichtigsten Schlüsselwörtern zum Thema zu erstellen, eine Art Spickzettel. Diese Schlüsselwörter werden dann mit Hilfe von mentalen Briefkästen im Kopf abgelegt. Wenn man zu einem Unterthema noch mehr wissen und behalten möchte, werden einfach neue Briefkästen geöffnet und dort neue Informationen abgelegt. So wird die Gedächtnisleistung gefördert – und das Lernen leicht!

Übung: Mentale Briefkästen

Der Veranstalter hat mir gerade erklärt, dass man in dem Vortrag besonderen Wert darauf legt, dass ich ihn in freier Rede halte. Aber über die Fakten der Wirtschaft Frankreichs zu referieren erfordert, dass ich viele Fakten im Kopf habe. Wie schaffe ich das?

Wenn Sie guten Rednern auf den Spickzettel sehen, werden Sie feststellen, dass dort nur die Schlüsselwörter – sprich der "rote Faden" – niedergeschrieben wurden. Diese Keywords können Sie sich nun mit Hilfe von mentalen Briefkästen leicht im Kopf abspeichern. Dafür nehmen wir den Körper zur Hilfe, an dem wir 10 solcher markanter Briefkästen installieren.

Wir beginnen unten: Füße (1), Knie (2), Oberschenkel (3) Gesäß (4) Taille (5) Brust (6) Schulter (7) Hals (8) Gesicht (9) und Haare (10).

Angenommen, das erste Schlüsselwort wäre 'Wirtschaftswachstum'. Dieses Wort können Sie nun mit dem ersten Briefkasten – den Zehen – verbinden. Stellen Sie sich vor, auf Ihren Zehen steht eine gut besuchte Wirtschaft (Kneipe), die immer größer wird und aus allen Nähten platzt.

Das zweit Schlüsselwort wäre 'Cash-Flow'. Jetzt stellen Sie sich vor, wie aus Ihrem Knie Geld heraus fließt.

Das dritte Schlüsselwort wäre 'Konkurrenz'. Auf Ihrem Oberschenkel sitzt Ihr Konkurrent aus Asien.

Das vierte Schlüsselwort wäre "Marktsituation" welches Sie nun selbst mit Ihrem Gesäß verbinden können.

Machen Sie sich ein sehr starkes, emotionales Bild. Dann bleibt es im Gedächtnis haften.

Autor

Markus Hofmann
Gedächtnisexperte, Keynote Speaker

Degenfeldstraße 9
D-80803 München

Tel.: +49 (0)89 - 89 21 83 96
Fax: +49 (0)89 - 14 88 25 98 05

     

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